Ein Wochenende nach Wunsch
Florian Notz von der SZ Römerstein ist in Oberwiesenthal zum zweiten Mal Deutscher Meister im Skiathlon geworden. Im Einzelrennen am Sonntag wurde er Zweiter, sein Vereinskollege Luca Winkler holte Bronze.
"Endlich" - dieser Kommentar nach dem Skiathlon am Samstag, kennzeichnete die Bedeutung des Rennens für Florian Notz am meisten. Er hatte gute Ergebnisse in der Saison, aber nicht das erreicht, was er sich erhofft hatte. Am Samstag auf dem Fichtelberg, da war das anders, da schien der Knoten geplatzt.
Die U20-Junioren gingen in einem Feld mit den Herren ins Rennen. Das kam Florian Notz entgegen, weil dadurch das Tempo für Juniorenverhältnisse sehr hoch war. Der Dettinger reihte sich nach dem Massenstart in der klassischen Disziplin an 15. Position ein und gewann schnell einen kleinen Abstand zu Martin Weisheit (Zella-Mehlis), den Bundestrainer Marcus Cramer zusammen mit Notz am höchsten eingeschätzt hatte.
Zuerst lag noch der Lokalmatador Lukas Pecher an zweiter Stelle, doch bis zum Wechsel auf die Skating-Skier hatte Weisheit Pecher eingeholt. Zu diesem Zeitpunkt lagen jedoch bereits 36 Sekunden zwischen Florian Notz und seinen Verfolgern.
Florian Notz hatte sich in einer Gruppe mit dem Weltcupläufer Philipp Marschall (Rhöner SV) und dem Junioren-Weltmeister des vergangenen Jahres, Markus Weeger (Hirschau), aufgehalten. "Das war schon ein Risiko, aber im Training laufe ich auch mit denen. Deshalb dachte ich, das probiere ich mal", erklärte Florian Notz im Ziel. Nach dem Wechsel auf die Skatingski zog Marschall rasch weg. Florian Notz lief noch eine Runde mit Markus Weeger, doch dann musste er den Oberpfälzer ziehen lassen. "Da habe ich schon noch mal ein wenig Angst bekommen, ob es wohl reicht", bekannte Notz, der aber nicht lange alleine laufen musste.
Von hinten rückte der ein Jahr ältere Alexander Wolz (Buchenberg) auf und Florian Notz hatte wieder einen Gefährten. Der Abstand zum starken Skating-Läufer Martin Weisheit blieb auf der ersten von zwei Fünf-Kilometer-Runden gleich, erst zum Schluss hin, konnte der Thüringer noch zehn Sekunden tilgen, so dass es am Ende mit 27 Sekunden Vorsprung ein ungefährdeter Meistertitel für Florian Notz war. "Endlich", sagte er zum drittplatzierten Moritz Madlener (Buchenberg, +1:28,8), der ihm anerkennend auf die Schulter geklopft hatte. "Heute war es endlich mal so, wie es sein muss", sagte der 19-Jährige.
3,4 Sekunden fehlten Florian Notz zu einem perfekten Wochenende. 3,4 Sekunden war Martin Weisheit (Zella-Mehlis, 26:31,5 Minuten) am Sonntag bei Temperaturen von Minus acht Grad nach zehn Kilometern im klassischen Stil schneller als der Dettinger. "Schade", sagte er und ärgerte sich. Aber nur ein wenig, denn eine Goldmedaille hatte er da bereits in der Tasche. Das lässt die Ansprüche erahnen, die Florian Notz inzwischen hat. Er ist die Nummer eins bei den Deutschen Junioren, und der Chef-Nachwuchstrainer im deutschen Skiverband, Marcus Cramer, sieht in ihm "unsere Hoffnung für die Junioren-WM".
Florian Notz lag im Rennen teilweise ein paar Sekunden vor dem ein Jahr jüngeren Martin Weisheit, doch am letzten Berg spürte er den Substanzverlust vom samstäglichen Rennen, so dass Weisheit noch entscheidenden Boden gut machen konnte.
Weisheit tat das gemeinsam mit Luca Winkler. Der Bad Uracher hatte sich schon beim Sprint am Donnerstag nicht gut gefühlt und deshalb auf einen Start beim Skiathlon am Samstag verzichtet.
Am Sonntag wollte er es einfach mal "probieren". Dass diese Probe, dann gleich auf dem Podest endet, das hätte er selbst nicht geglaubt. 31,7 Sekunden hinter Weisheit wurde er Dritter. "Gut, dass es noch mal so einen Abschluss gegeben hat", meinte Winkler danach. Ihm hatte sicher in die Karten gespielt, dass er weder Sprint noch Skiathlon in den Beinen hatte. "Nach einer Krankheit reicht es meistens für ein Rennen und dann ist Schluss", meinte Winkler.
Der Ex-Gesamtweltcupsieger René Sommerfeldt, der bei den DSV-Junioren als Coach tätig ist, bedauerte die Krankheitsserie, von der Winkler gebeutelt wurde. "Schade, dass ihm die Krankheiten dazwischen gekommen sind. Aber wir wissen, dass er ein sehr großes Talent ist", so Sommerfeldt.
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: ERHARD GOLLER | 31.01.2012
| Artikel twittern |
|
|
Strahlende Gesichter bei der DM nach dem Rennen der Junioren über zehn Kilometer: Neben dem Sieger Martin Weisheit stehen Florian Notz (links) als Zweiter und Luca Vöhringer als Dritter auf dem Podest. Foto: Foto: Erhard Goller
MEISTGELESENE ARTIKEL
Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz
Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr
Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um
Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr
Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters
Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr
Fremde Feder - Hans Küng: Papst provoziert Ungehorsam
Auf dem alternativen wie auf dem offiziellen Katholikentag in Mannheim herrschten allgemein Unmut und Frustration über die Verschleppung innerkirchlicher Reformen. Im scharfen Kontrast dazu bereitet Papst Benedikt XVI. für Pfingsten offensichtlich die definitive Versöhnung der katholischen Amtskirche mit den traditionalistischen Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor.... mehr
Feuer bei Firma Knittel in Vöhringen
Vöhringen In dem Abfallentsorgungsbetrieb Knittel in Vöhringen ist am Donnerstag ein Großbrand ausgebrochen. Plastikmüll und Altpapier standen in Flammen.... mehr

ZURÜCK
