Der nächste Schritt in der Karriere

Sascha Bleher und Martin Frey vom TSV Dettingen haben die Teams gewechselt. U23-Fahrer Bleher (Hengen) wird künftig für Fujibikes-Rockets und Junior Frey (Bad Urach) für das Team Bulls unterwegs sein.

Vier Jahre lang war Sascha Bleher für das Focus-MIG-Team (früher SKS-MIG) im Sattel gesessen. Dort war er auch auf etliche Schweizer, wie den jetzigen U23-Weltmeister Thomas Litscher getroffen und hatte von denen profitiert.

Kleinere Unstimmigkeiten in der Equipe, vor allem aber ein gutes Angebot von Fujibikes-Rockets, veranlassten den Hengener zum Wechsel ins Team des Berliners Bernhard Mollnhauer. "Mit dem Angebot verbessere ich mich auf jeden Fall. Ich denke, in meinem Alter sollte man auch Erfahrungen sammeln und sehen, wie es in anderen Teams läuft", erklärt Bleher, der in seiner neuen Equipe auch auf Marathon-Weltmeisterin Annika Langvad aus Dänemark trifft.

Für einen Fahrer wie Bleher ist es weniger das Bargeld, um das es bei einem solchen Teamwechsel geht. In erster Linie handelt es sich dabei um den fahrbaren Untersatz und seine Komponenten. So wird Bleher bei Fujibikes wohl in den Genuss eines der neuen 29-Zoll-Bikes kommen, die auch im Cross-Country-Metier sich mehr und mehr durchsetzen. Dazu kommen Reisekosten, Kleidung und möglicherweise auch die Unterstützung bei den Rennen. Das alles kann ein Verein nicht stemmen. Aber so lange ein Biker keine Profi-Lizenz lösen kann, braucht er einen Klub, über den er die Startberechtigung des nationalen Verbands erhält. Beim TSV Dettingen ist für Bleher und seine Kameraden überdies auch Trainer Ralf Kleih ein wichtiger Faktor.

Bei Sascha Bleher änderte sich nicht nur das Team, sondern auch der Wohnort. Seit Herbst lebt er in Freiburg in einer Sportler-Wohngemeinschaft. In die südbadische Metropole ist der 19-Jährige gezogen, weil er begonnen hat, in Furtwangen Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren. Dieses Studium betreiben noch vier weitere Cross-Country-Mountainbiker, so dass sich Synergie-Effekte ergeben. Zudem hat sich Freiburg aufgrund der geographischen Gegebenheiten zur deutschen Metropole für MTB-Spezialisten entwickelt. Trainingspartner finden sich dort in Hülle und Fülle. Sein neuer Teamchef Bernhard Mollnhauer sieht in dem U23-DM-Vierten einen "mental starken" Sportler, der in der Lage sei, sich gezielt für die Höhepunkte in Form zu bringen.

Mit seinem Dettinger Vereinskameraden Martin Frey wird Bleher jetzt nur noch an den Wochenenden pedalieren. Zum Jahresbeginn waren der Bad Uracher und der Hengener noch gemeinsam im Nationalkader auf dem Herzogenhorn zum Ski- und Athletik-Trainingslager.

Auf seinen Wechsel zum Team Bulls angesprochen, gleitet ein Strahlen über das Gesicht von Martin Frey. "Cool" sei ein erstes Treffen mit den Profis in Köln gewesen. Das Team Bulls, für das mit Marcus Nicolai ein weiteres Dettinger Gewächs in die Pedale tritt, gehört mit den mehrfachen Cape-Epic-Siegern Karl Platt und Stefan Sahm, sowie dem Marathon-EM-Dritten Tim Böhme, zu den bedeutendsten Teams im Langstreckenbereich.

Bisher fuhr Martin Frey für Ghost, allerdings ohne Teamunterstützung. Mit dem Wechsel zu Bulls kommt er nicht nur in den Genuss von besserem Material. Auch die Betreuung vor Ort wird professioneller. "Der Wechsel ist eine eindeutige Verbesserung in jeder Hinsicht", erklärt Frey, der wie Bleher beim RSC Hengen seine Karriere begann und nächste Woche 18 Jahre alt wird.

Martin Frey hat beim Team Bulls für drei Jahre unterschrieben. Das deutet darauf hin, dass die Equipe den Gymnasiasten längerfristig aufbauen will. "Er ist ein motivierter Bursche, aber kein Großmaul. Menschlich passt er gut ins Team", sagt der Team-Verantwortliche Friedemann Schmude. Ergebnisdruck werde nicht aufgebaut, so Schmude. Das trifft sich gut für Martin Frey, der demnächst das Abitur macht. "Das wird erst mal schwierig. Ich will das bestmögliche Abi schreiben. Aber danach gibt es ja noch genug Zeit, um sich auf die Höhepunkte vorzubereiten", so Frey.

Diese Höhepunkte sind Anfang Juni die EM in Moskau, die DM in Bad Säckingen im Juli und dann die WM Anfang September im österreichischen Saalfelden.


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Autor: ERHARD GOLLER | 24.01.2012

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