50 Liter Tomatensoße und eine Webcam

Am Wochenende steigt in der Münsinger Beutenlayhalle der zweite Teil des MHB-Stumm-Cups. Der Pokalverteidiger 1860 München bekommt es bei der U10 mit internationaler Konkurrenz zu tun.

Alle wollen sie den Pokal - und alle bekommen sie Tomatensoße. Denn wenn morgen um 8.30 Uhr das U10-Turnier angepfiffen wird, dampft es schon lange in der Küche des Gasthof Herrmann. "Da wir die TSG Münsingen und den Stumm-Cup toll finden, unterstützen wir dies gerne und kochen an beiden Wochenenden insgesamt 50 kg Nudeln und 50 Liter Tomatensoße für die Aktiven", sagt der Chef Jürgen Autenrieth.

Auch solche Sponsoraktionen sind es, die das Gelingen der Veranstaltung garantieren und für Sympathie bei den Teilnehmern sorgen. Um den Spielern neben der guten Verköstigung auch einen angenehmen Schlaf zu ermöglichen, haben die regionalen teilnehmenden Teams jedes Jahr in Gastfamilien Kicker eines Spitzenvereins zur Betreuung.

So auch der FC Schmiechtal, der sich um die Spieler des 1. FC Nürnberg kümmert. Jugendleiter Achim Mutschler: "Wir sind zum fünften Mal beim Stumm-Cup dabei und hatten schon Spieler aus Bayern, Rotterdam und Zürich als Gäste. Dabei ist wichtig, dass die Jungens die wenige Freizeit mit Gleichaltrigen verbringen können."

Dass dies keine reine Pflichtübung ist, zeigt, dass man abends gemeinsam im Sportheim vespert und sich gegenseitig bei den Spielen anfeuert. Dass so ein Engagement auch von den Vereinsverantwortlichen belohnt wird, bewies am letzten Wochenende Bayer 04 Leverkusen mit einem Geschenk an Thomas Kübler, den Geschäftsführer von der ASM Gitterroste GmbH. Er hat vor vielen Jahren eine Patenschaft für den Stumm-Cup übernommen und unterstützt die Jugendarbeit von Stefan Schwörer und seinem Team.

Natürlich gibt es nicht nur ehrenamtliches Engagement beim Turnier, sondern auch attraktive Spiele von großen (und kleinen) Mannschaften. Um die Münsinger Hallenluft mal wieder zu schnuppern, ist nach einigen Jahren Pause der FC Luzern dabei. "Nach der Einladung von Stefan Schwörer haben wir spontan zugesagt, um unseren Jungs dieses Turnier-Highlight bieten zu können. Wir werden mit Privat-Pkws und vielen Eltern anreisen", Trainer und Leiter der Talentschule FC Luzern. Der Erfolg steht für die Schweizer dabei an zweiter Stelle, das olympische Motto hat Vorrang. "Wir haben bisher wenig internationale Turniere mit unserer U10 bestreiten können und wollen aber trotzdem zumindest die Vorrunde überstehen."

Mit einem wesentlich höheren Anspruch kommt erstmalig der Hallesche FC (Sachsen-Anhalt) zum Stumm-Cup. "Bei uns läuft es seit einiger Zeit sehr rund und wir haben schon einige Turniersiege erspielt", sagt Trainer Marcus Kamm. "Meine Mannschaft hat das Potenzial, die Endrunde zu erreichen", ist er sich sicher. Die Hallenser reisen ebenfalls mit Privat-Pkws (und starker elterlicher Unterstützung) an. Die Vorbereitung und Einstellung zum Turnier werden professionell durchgezogen - unter anderem kommen die Beteiligten schon am Freitag Abend an, um fit für die ersten Spiele zu sein.

Aufmerksam wurde der Hallesche FC auf den Stumm-Cup durch die Teilnahme am Herthino-Cup in Berlin. Stefan Schwörer, der dort auch mit seinem Team war, machte Trainer Marcus Kamm auf diesen besonderen Vergleichswettkampf neugierig.

Da passt es gut, dass morgen (gegen 12.30 Uhr) erstmals die Schule für Tanz Gitte Wax, den Zuschauern und allen Teilnehmern mit JumpStyle, HipHop und Cheerleading einen optischen Genuss präsentiert.

Und noch etwas ist neu: Auch von zuhause kann das Turnier live verfolgt werden, wurde doch in der Halle eine Webcam installiert. Viel mehr Infos und einen Spielplan gib es auch im Internet: www.mhb-stumm-cup.de).


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Autor: KLAUS-PETER NEEF | 03.02.2012

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