Ulmer Basketball-Trainer Leibenath vertraut der Bodenständigkeit des Teams
Ulm. Ein Höhepunkt jagt den nächsten. Nach dem Sprung ins Top Four des deutschen Pokals durch den Erfolg über Oldenburg stehen die Ulmer Basketballer vor der nächsten Herausforderung: Bamberg.
"Keine Party heute", schreit Steven Esterkamp durch den kalten Gang in der Ratiopharm-Arena: "Wir sind schließlich professionelle Spieler und müssen am Samstag schon wieder ran." Keine Frage: Das Wort des Kapitäns von Basketball-Bundesligist Ratiopharm Ulm hat Gewicht und entfaltet Gesetzeskraft. Also keine Party. Obwohl es Grund genug gab am Mittwoch für eine mittelschwere Feier.
Die Mannschaft von Trainer Thorsten Leibenath konnte sich schließlich mit einem 86:66-Erfolg über den Liga-Konkurrenten EWE Baskets Oldenburg zum fünften Mal nach 1994 (Finalniederlage gegen Hagen), 1995 (Finalniederlage gegen Leverkusen), 1996 (Sieg gegen Leverkusen) und 1998 (Halbfinalniederlage) für das Top Four qualifizieren (siehe Infobox). Für Esterkamp nicht die allergrößte Überraschung, "weil wir schon wussten, dass wir zu Hause Oldenburg schlagen können". Und die Aussichten für die Endrunde? "Jetzt spielen wir erstmal gegen Bamberg", machte der Amerikaner klar, wo aktuell die Prioritäten liegen.
Ähnlich pragmatisch hat Manager Thomas Stoll den Einzug in die Bonner Vierer-Runde zur Kenntnis genommen. "Natürlich ist das toll. Die Mannschaft kann sich jetzt selbst für ihre Leistung in dieser Saison belohnen, aber als den größten Erfolg in unserer Amtszeit seit 2001 sehe ich alleine das Erreichen des Top Four noch nicht. Größte Erfolge sind Aufstiege und Titel", verdeutlichte der Manager. Heißt: Die Rückkehr in die Bundesliga 2006 ist weiterhin der Höhepunkt.
Erst in Bonn am 24./25. März kann sich das ändern. "Bei so einem Turnier ist alles möglich. Wir fahren ohne jeglichen Druck dort hin. Das ist eine gute Ausgangsposition", blickt Stoll optimistisch in die nicht mehr so ganz ferne Zukunft. Aber auch für ihn gilt: Die nächste Partie, und das ist die gegen Tabellenführer Bamberg am morgigen Samstag (20.05/live Sport 1), ist die wichtigste. Die Oberfranken werden voraussichtlich ohne Julius Jenkins in die ausverkaufte Arena kommen. Der Ex-Berliner hat sich beim Pokalviertelfinalsieg gegen Quakenbrück am Sprunggelenk verletzt und wird deshalb ebenso ausfallen wie wohl erneut Dane Watts (ebenfalls Sprunggelenk) auf Ulmer Seite.
Den klaren, phasenweise sogar spektakulären Erfolg über die Niedersachsen hatte wohl selbst Trainer Thorsten Leibenath so nicht erwartet. "Ihr überrascht mich immer wieder", sagte der Trainer nach dem Triumph zu seiner Mannschaft, der in dieser Saison fast alles zu gelingen scheint. Selbst der Ausfall eines Leistungsträgers wie Watts kann den Rhythmus nicht nachhaltig stören. Sogar das Reboundduell konnten die Ulmer für sich entscheiden", was mich sehr gefreut hat. Das Team ist über sich hinaus gewachsen", lobte Leibenath, der wie schon in Gießen Esterkamp auf der Watts-Position spielen ließ und Rocky Trice in die Anfangsformation holte. Die Gefahr, dass das Team nach dieser bisher so erfolgreichen Saison abheben könnte, sieht Leibenath nicht. "Wir spielen erfrischenden Basketball. Eine Voraussetzung dafür ist, dass alle auf dem Boden bleiben und nicht abheben. Ich glaube, das tun sie von alleine. Ich weise aber trotzdem regelmäßig darauf hin", sagte der Coach.

