Ulmer Basketballer schlagen Oldenburg klar mit 86:66
Ulm. Mit einem nie gefährdeten 86:66-Erfolg über den Liga-Konkurrenten Baskets Oldenburg haben die Ulmer Bundesliga-Basketballer das Ticket für die Endrunde um den deutschen Pokal gelöst.
Der Traum vom zweiten Pokalsieg nach 1996 geht weiter. Die Bundesliga-Basketballer von Ratiopharm Ulm haben ihre bisher außergewöhnlichen Leistungen aus der Liga mit in den Pokal genommen und die EWE Baskets Oldenburg in der mit 4200 erstmals nicht ausverkauften Ratiopharm-Arena klar 86:66 (40:34) geschlagen.
Die, die den Weg in das neue Domizil gescheut haben, müssen sich ärgern, denn sie verpassten einen Pokalfight im dritten Viertel, in dem die Gastgeber die Norddeutschen nach allen Regeln der Kunst niederrangen - um dann mit einem Punktefeuerwerk die Begegnung zu entscheiden. Damit steht Ratiopharm Ulm nach 1994, 1995, 1996 und 1998 zum fünften Mal im "Top Four", der Endrunde um den deutschen Basketball-Pokal. Dieses Turnier wird am 24./25. März in Bonn ausgetragen. Bisher sind der Gastgeber, Ulm und die Bamberger qualifiziert, die sich gestern mit 79:65 gegen Quakenbrück durchsetzten. Die vierte Mannschaft ist der Sieger aus der Partie Braunschweig gegen Berlin, die am kommenden Mittwoch stattfindet. Die Halbfinalpartien für das "Top Four" werden am 18. März ausgelost.
Obwohl zwischen der ersten Partie gegen Oldenburg, dem Arena-Eröffnungsspiel mit dem grandiosen 101:83-Sieg, und der gestrigen im Pokal-Viertelfinale einige Wochen liegen, knüpften die Ulmer an die Leistungen aus dem Dezember des vergangenen Jahres an. Nachdem die Gäste durch Ronald Burrell mit 2:0 in Führung gegangen waren, ließen die Ratiopharm-Korbjäger einen 12:0-Lauf folgen, den in erster Linie Rocky Trice mit zwei erfolgreichen "Dreiern" trug. Auch nach einer frühen Oldenburger Auszeit ließen es die Gastgeber weiter krachen und zogen auf 19:9 davon. Die Ulmer profitierten dabei von einer schlechten Trefferquote der Oldenburger. Drei "Dreier" hielten die Gäste zunächst noch einigermaßen in der Partie, dennoch gingen die Ulmer mit einer 23:15-Führung in die erste Pause.
Die zweiten zehn Minuten begannen aus Sicht der Gastgeber zwar gut mit einem "Dreier" von Sebastian Betz, aber Ende jedoch nutzten die Niedersachsen eine Serie von Ulmer Fehlwürfen, um sich ranzukämpfen. In die Halbzeit gingen die Ulmer aber mit einem 40:34.
Die Entscheidung fiel, wie schon einige Male in der Saison, im dritten Viertel. Zunächst schraubten beide Teams ihre Intensität in der Defensive um einiges nach oben. Die Partie wurde giftiger, etliche kleinere Scharmützel störten den Spielfluss. Aber die Ulmer hatten ihren Gegner dann mal wieder soweit, um zum entscheidenden Schlag anzusetzen. Zwar war es ein kollektiver Sieg mit einem überragenden John Bryant (21 Punkte, 11 Rebounds, 5 Assists), dennoch gab Isaiah Swann den vielleicht wichtigsten Impuls. Der Amerikaner hatte in den zwei Punktspielen zuvor insgesamt 13 Fehlversuche aus der Distanz. Mitte des dritten Viertel traf er jedoch einen "Dreier" zum 50:40 - und ließ noch zwei weitere folgen - die Arena stand Kopf.
Der Durchbruch in einer Partie, die in den letzten zehn Minuten zu einem reinen Schaulaufen geriet und an deren Ende sogar noch Andreas Wenzl seine ersten Pokal-Minuten bekam - an der Seite seines Bruders Michael. Mit dem 86:66 haben die Ulmer den ersten Teil der Reifeprüfung in dieser Woche mit Bravour bestanden. Teil zwei folgt am Samstag mit dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen Bamberg (20.05/live Sport 1) vor dann wieder ausverkauftem Haus.
Interview mit dem "Spieler des Spiels", Center John Bryant, auf www.swp.de/fantalk

