Dax schafft deutliches Wochenplus

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Im Schriftzug "DAX" spiegelt sich die große Anzeigetafel mit dem bis dahin erreichten Kursverlauf im Handelssaal der Börse in Frankfurt am Main. Foto: Christoph Schmidt  Foto: 

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt können doch noch auf eine Weihnachtsrally hoffen.

Der Leitindex Dax baute an diesem Freitag seine jüngsten Gewinne deutlich aus und schloss 0,83 Prozent höher bei 13 153,70 Punkten - dank des Rückenwinds von den amerikanischen und asiatischen Börsen sowie des weiter abbröckelnden Eurokurses, der die Exporte deutscher Unternehmen in Länder außerhalb des Währungsraums erleichtern kann. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 2,27 Prozent.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen rückte um 0,17 Prozent auf 26 178,45 Zähler vor. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 1,07 Prozent auf 2514,83 Punkte nach oben.

Bei 13 200 Punkten im Dax liege ein „Betonwiderstand“, den das Börsenbarometer in den vergangenen Wochen nicht nachhaltig habe überwinden können, schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Gelinge dies in der kommenden Woche, dürften weitere Kursgewinne bis zum Jahreshoch folgen.

Vor einem Monat hatte der Dax bei 13 525 Punkten den höchsten Stand nicht nur im laufenden Jahr, sondern in seiner Geschichte erreicht. Bereits mit dem aktuellen Jahresplus von rund 15 Prozent würde er so stark abschneiden wie seit 2013 nicht mehr - damals hatte er ein Viertel an Wert gewonnen.

Die gebeutelten Aktien des Möbelhändlers Steinhoff scheiterten mit ihrem zwischenzeitlichen Erholungsversuch: Zum Handelsschluss stand wieder ein Minus von fast 21 Prozent auf nun 0,472 Euro zu Buche. Nach dem Hochkochen des Bilanzskandals und dem Abgang des Chefs mussten die Anleger eine weitere Hiobsbotschaft verdauen: Die Ratingagentur Moody's stufte die Kreditwürdigkeit des Konzerns auf Ramschniveau ab. Das bedeutet, dass Moody's ernste Bedenken hat, dass Steinhoff seine Schulden zuverlässig zurückzahlen kann.

Aus Branchensicht favorisierten die Investoren am Freitag Bankenaktien, was Analysten mit der Einigung zwischen Europäern und Amerikanern im Streit um internationale Kapitalregeln für Banken begründeten. An der Dax-Spitze verteuerten sich Deutsche Bank und Commerzbank um gut 3 beziehungsweise rund 2 Prozent, und im MDax zogen Deutsche Pfandbriefbank um knapp 3 Prozent an.

Für RWE ging es im Dax um fast 2 Prozent hoch, nachdem die französische Großbank Societe Generale die Papiere des Energieversorgers zum Kauf empfohlen hatte. Analyst Lüder Schumacher sieht deutliches Überraschungspotenzial bei den Dividenden.

Im TecDax gewannen die Anteilsscheine von Carl Zeiss Meditec mehr als 1 Prozent, nachdem sie zwischenzeitlich sogar auf ein Rekordhoch gestiegen waren. Unter dem Strich habe der Medizintechnik-Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr besser abgeschnitten als erwartet und zudem die operativen Margenziele angehoben, lobte ein Händler.

Für den EuroStoxx 50 ging es um 0,51 Prozent auf 3591,45 Punkte nach oben. Der Pariser Leitindex CAC 40 und der FTSE 100 in London schlossen ebenfalls im Plus. Auch der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial legte zum Börsenschluss in Europa zu.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,13 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 141,69 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,07 Prozent auf 163,40 Punkte. Der Kurs des Euro gab nach: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1742 (Donnerstag: 1,1786) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8516 (0,8485) Euro.

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