Kampagne gegen Missbrauch von Alkohol gefordert

Stuttgart. 

Der Städtetag Baden-Württemberg fordert die Landesregierung zu stärkeren Bemühungen im Kampf gegen übermäßigen Alkoholkonsum auf. "Wir brauchen eine landesweite Kampagne gegen den Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen", sagte Städtetags-Sprecher Manfred Stehle der SÜDWEST PRESSE. Zudem sei eine gesetzliche Regelung des Landes, die den Kommunen ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ermögliche, "überfällig". Auch im Interesse der Sicherheit der Städte gebe es hier dringenden Handlungsbedarf. Ein derartiges Verbot scheitert bislang am Widerstand der FDP.

Repressive Maßnahmen müssten durch präventive Aktionen ergänzt werden, sagte Stehle. Eine landesweite Anti-Alkoholmissbrauch-Kampagne passe dabei gut zur Konzeption des jüngst vorgelegten "Grundlagenpapiers Suchtprävention", das auf eine breite Verankerung der Suchtprophylaxe setzt und vom Städtetag unterstützt wird.

Unterdessen hat die Regierung eine erste Zwischenbilanz zum seit dem 1. März geltenden nächtlichen Alkoholverkaufsverbots an Tankstellen gezogen. Im März sei der Shop-Umsatz der baden-württembergischen Tankstellen gegenüber dem Vormonat um 2,45 Prozent gesunken, schreibt Wirtschaftsstaatssekretär Richard Drautz (FDP) auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Brigitte Lösch. Dagegen hätten die Tankstellen im restlichen Bundesgebiet ihre Umsätze steigern können. Im April sei der Umsatz im Südwesten sogar um 5,15 Prozent gesunken. Sollten die Einbrüche anhalten, würden die Pächter wohl mit eingeschränkten Öffnungszeiten und Personalabbau reagieren. Die Befürchtung, dass das Verkaufsverbot durch die Erteilung zusätzlicher Gaststättenkonzessionen für Tankstellen unterlaufen werde, hält Drautz dagegen für "nicht begründet". Seit Inkrafttreten des Verbots hätten nur 32 Tankstellenbetreiber eine Gaststättenerlaubnis beantragt; davon sei ein Antrag abgelehnt worden. rol


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