Paternoster für Fahrräder in Fellbach

Die Stadt Fellbach bekommt einen vollautomatischen Garagen-Turm und beschreitet damit Neuland. Flankierend plant sie den Bahnhof der Zukunft.

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Fellbach will mehr Abstellplätze für Räder.  Foto: 

Nicht nur Stuttgart, auch viele Umlandgemeinden ersticken im Verkehr. Alternative Antriebe wie das Fahrrad werden deshalb immer stärker gefördert. Dazu gehören adäquate Abstellmöglichkeiten, die Schutz und Ordnung gewährleisten, – vor allem an Knotenpunkten wie den S-Bahn-Stationen. Die Stadt Fellbach im Rems-Murr-Kreis plant derzeit den „Bahnhof der Zukunft“. Den Bau eines von Personal betreuten Parkhauses hat der Gemeinderat vergangenes Jahr schon beschlossen, mit entsprechend limitierten  Öffnungszeiten. Nun wurde ein zweites, vollautomatisches Gebäude auf den Weg gebracht, das 24 Stunden rund um die Uhr an der Bahnhofstraße betriebsbereit sein soll.

Ein besonderer Mechanismus, da platzsparend, soll dabei zum Einsatz kommen: das Paternoster-Prinzip, das man sonst von Personenaufzügen kennt. Allen voran die fahrradaffine Baubürgermeisterin Beatrice Soltys, hatte für die bewährte Technik geworben. Die Idee stammt von einer Schweizer Firma. Realisiert wurde der Paternoster-Fahrrad-Turm noch nie, der Fellbacher Turm wird also die Premiere.

Bedenken im Gemeinderat

Deshalb kamen einigen Gemeinderäten in der entscheidenden Sitzung offenbar Bedenken, ob man denn für eine noch nie erprobte Technik, die in diesem Fall Parkfläche für 76 Räder bieten soll, 912 000 Euro bezahlen soll – immerhin 12 000 Euro pro Fahrrad-Stellplatz. Am Ende rangen sich die Kommunalpolitiker dann aber trotz Bedenken – vor allem in den Reihen der CDU – dazu durch, grünes Licht für den Turm zu geben. Vorteil: Sie können nun mit Fördermitteln in Höhe von 440 000 Euro rechnen, die noch bis 31. Juli aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung und beim Land Baden- Württemberg abrufbar waren.  Bleiben immer noch rund 6200 Euro pro Stellplatz in dem 13 Meter hohen, schlanken Turm, der mit einer Grundfläche von fünf auf fünf Meter auskommt.

Die Schweizer Firma Klausner sieht eine Stahlkonstruktion mit einer Fassade vor, die mit recyceltem Altglas verkleidet und von innen beleuchtet wird. In Fellbach soll es in dem vollautomatischen Parkhaus vier Paternoster-Aufzüge geben.  Der Zugang soll sekundenschnell über eine Code-Card möglich sein. Die Stadt will pro Monat und Rad fünf Euro Parkgebühr verlangen.

Im benachbarten Kernen suchen die Räte ebenfalls nach einer Lösung dafür, Fahrräder platzsparend unterzubringen Die  Firma Wöhr aus Rutesheim im Landkreis Böblingen bietet einen vollautomatischen Turm an, der wenig Grundfläche verbraucht und wesentlich billiger als das Produkt aus der Schweiz wäre. Ein solcher Turm ist am Schulzentrum in Rutesheim bereits seit diesem Frühjahr in Betrieb.

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