Neuer Intendant für Schauspielbühnen

Der neue Intendant der Stuttgarter Schauspielbühnen heißt Axel Preuß. Er tritt im kommenden Jahr die Nachfolge von Manfred Langner an, der nach Trier wechselt.

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Der neue Schauspiel-Intendant Axel Preuß im Innenhof des Alten Schlosses.  Foto: 

Die Stuttgarter Schauspielbühnen haben einen neuen Intendanten: Am Freitagnachmittag präsentierte Andreas Hausmann, der Vorsitzende des Trägervereins, mit Axel Preuß den frisch gewählten Nachfolger Manfred Langners. Langner verlässt das Haus ab der Spielzeit 2018/2019 in Richtung Trier.

Eine 13-köpfige Findungskommission hatte seit April in drei Runden versucht, einen geeigneten Leiter der Schauspielbühnen zu finden, zu denen unter anderem das Alte Schauspielhaus und die Komödie im Marquardt gehören. „Wir sind fest davon überzeugt, den Richtigen gefunden zu haben“, sagte Hausmann beim Pressegespräch in der „Alten Kanzlei“. Bis zuletzt seien andere Kandidaten im Spiel gewesen, man habe sich die Suche nicht leichtgemacht. Die einstimmige Entscheidung für Preuß fiel dann am Freitagvormittag.

Der 55-jährige Preuß ist seit 2016 Schauspieldirektor am Badischen Staatstheater in Karlsruhe. Die dortige Generalintendanz habe seine Kandidatur in Stuttgart ausdrücklich unterstützt, sagte Preuß. Vorher hatte der gebürtige Hamburger unter anderem als Chefdramaturg am Staatstheater in Braunschweig und am Landestheater in Tübingen gearbeitet. In Stuttgart erhält er einen Fünfjahresvertrag.

Sein Ziel sei es, die Schauspielbühnen weiter zu profilieren, auch im Hinblick auf das Schauspiel Stuttgart, wo mit Burkhard Kosminski im Jahr 2018/2019 ebenfalls ein neuer Intendant antritt. „Wir brauchen eine eigene Linie. Wir wollen große Literatur verarbeiten, dabei gleichzeitig lebensnah sein und das Publikum fesseln und begeistern“, sagte Preuß. Die Komödie im Marquardt solle für „edlen Boulevard und anspruchsvolle Unterhaltung“ stehen.

Auf konkrete Stücke legt sich Preuß noch nicht fest Fest stehe, dass die Schauspielbühnen weiter nah an den Menschen in Stuttgart sein sollen. „Es hat mich immer fasziniert, wie die Schauspielbühnen Klassiker und zeitgenössisches Theater machen, dabei aber ein breites Publikum ansprechen.“

Schwäbische Mundartstücke sollen in der Komödie im Marquardt auch in Zukunft auf die Bühne kommen. „Ich bin am Hamburger Ohnsorg-Theater großgeworden und will die Mundartstücke weiter pflegen“, sagte Preuß. Seine Schwäbisch-Kenntnisse dürften sich zwar noch in Grenzen halten. Hausmann, selbst Hamburger, machte ihm Mut: auch als „Neigschmeckter“ könne man in Stuttgart erfolgreich sein.

Preuß plant viele Veranstaltungen abseits der Aufführungen: So soll es Hintergrundgespräche, Einführungen und Matineen geben, die den Zuschauer mit den Stücken abseits der Aufführung vertraut machen. „Ich sehe da einen großen Bedarf“, sagte Preuß.

An der Betriebsstruktur – die Schauspielbühnen haben kein festes Ensemble – will der Geisteswissenschaftler nicht rütteln. „Es schafft große Flexibilität, ohne festes Ensemble zu arbeiten“, so Preuß. Trotzdem wolle man auf häufig wiederkehrende Gesichter bauen, mit denen sich das Publikum identifizieren kann.

Preuß, nach eigener Aussage mehr Teamplayer als Alleinherrscher, will seine Regietätigkeit zunächst auf ein Stück pro Spielzeit beschränken und sich auf die Arbeit als Intendant konzentrieren. Auf dem Regiestuhl sollen unter seiner Intendanz vermehrt Frauen Platz nehmen, um ihre Sicht auf die Welt darzustellen.

Die Schauspielbühnen sind mit 12 000 Abonnenten und 200 000 Zuschauer im Jahr eines der bestbesuchten Sprechtheater in Stuttgart. Zu ihnen gehören das Alte Schauspielhaus, die Komödie im Marquardt, das International Theatre Stuttgart, das Theater über den Wolken, das Theater unterm Dach und das Theater U18.

Seit 2009 ist Manfred Langner Intendant an den Schauspielbühnen. Während den Spielplan im Alten Schauspielhaus anspruchsvolle klassische oder zeitgenössische Produktionen dominieren, setzt die Komödie im Marquardt auf heitere Stücke von Liebeskomödien bis zu schwäbischen Dialektstücken. tjb

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