Zwei Abende der Wiblinger Bachtage versetzen Publikum in Glückseligkeit

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Die Popularität des „Messias“, der „Wasser-“ oder „Feuerwerksmusik“ hat Georg Friedrich Händels Oratorium „Salomo“ nie erreicht. Und so bekommt man das dreiaktige Werk auf der Bühne auch nur sehr selten in voller Länge zu hören. Umso dankbarer muss man dem Vokal-Ensemble 15 und dem Collegium Instrumentale unter seinem Dirigenten Albrecht Schmid sein, dass sie just diese mehr als zwei Stunden dauernde, dabei äußerst kurzweilige und mit jedem Takt fesselnde Tonschöpfung des Wahl-Engländers am Freitag aufs Programm des sechsten Bachtage-Abends gesetzt hatten. „Erhaben“ lautete das Motto, aber das passte mehr auf das heute schwülstig anmutende Libretto als auf die Musik.

Denn diese, das bewiesen die Interpreten mit ihrer temperamentvoll-zupackenden Spielweise aufs Schönste, ergeht sich klang- und lustvoll in vielen Bereichen, zitiert Vivaldi, schildert Charakter- und Naturstimmungen und platzt vor barocker Lebenswonne sowieso oft buchstäblich aus den Fugen.

Dass der Abend in der Söflinger Kirche Mariä Himmelfahrt das Zeug zum Highlight hatte, war vor allem auch den Gesangssolisten Katarzyna Jagiello und Maria Rosendorfsky (Sopran) sowie Mirjam Künstner (Alt), Andreas Weller (Tenor) und Thomas Scharr (Bariton) zu verdanken. Das Collegium Instrumentale wurde an diesem Abend verstärkt von den Geigern Gustav Frielinghaus und Lena Sandoz, von Bratschistin Tomoko Akasaka und dem Cellisten Yves Sandoz.

Barockbibliothek voll besetzt

Diese vier Musiker bilden zusammen das Amaryllis Quartett – ein Weltklasse-Ensemble, das den Bachtagen seit vielen Jahren die Treue hält. Es war nicht das erste Streichquartett-Konzert, das die Vier dann am nächsten Abend in der Barockbibliothek des ehemaligen Wiblinger Klosters gaben. Aber dieses Mal war die ehrwürdige Location bis auf den letzten Platz ausverkauft. Kein Wunder bei dem Renommee der Musiker und der Werke, die sie aufs Programm gesetzt hatten: vor der Pause Haydns „Kaiserquartett“ in C-Dur und Beethovens spätes Streichquartett in Es-Dur, op. 127, in der zweiten Hälfte dann „Der Tod und das Mädchen“ von Franz Schubert.

Nach dem furiosen Presto-Schlusssatz dieses Quartetts herrschte im Saal einhellige reinste Glückseligkeit. Ein weiterer Wiblinger „Bach-Tag“ der Superlative.

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