Weg von Projekten, hin zur Gesamtstrategie

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Der Landkreis steht vor dem Einstieg ins Nachhaltigkeitsmanagement.  Foto: 

Nachhaltigkeit ist ein Thema, das den Landkreis Reutlingen in den kommenden Jahre noch stark beschäftigen wird. Schließlich  möchte der Kreis, wie es in einer Vorlage heißt, „den bisherigen Weg in Richtung nachhaltiger Landkreis durch ein systematisches Nachhaltigkeitsmanagement konsequent weitergehen“.

Dabei ist den Verantwortlichen klar: „Den einen Weg zur nachhaltigen Kommune gibt es nicht. Jede Kommune muss ihren eigenen Weg finden“, wie einleitend Hans-Jürgen Stede betonte. Der Landkreis habe sich in den vergangenen Jahren an zahlreichen Projekten mit Nachhaltigkeitsstatus von Plenum über Regionen aktiv bis hin zur Gesundheitskonferenz beteiligt. Man sollte aber jetzt von der Projektorientierung zu einer Gesamtstrategie gelangen, so der Erste Landesbeamte.

Zwei unterschiedliche Wege, wie die Umsetzung eines Nachhaltigkeitsmanagements erfolgen kann, zeigten Simone Ariana Pflaum für die Großstadt Freiburg und Ludwig Holzbeck für den westfälischen Kreis Unna auf.

2009 hatte der Freiburger Gemeinderat insgesamt zwölf Nachhaltigkeitsziele beschlossen, drei Jahre später entschied das Gremium, Schwerpunkte zu setzen und sich auf die fünf Bereiche „Stadtplanung und Stadtentwicklung“, „verbesserte Mobilität, weniger Verkehr“, „Bildung“, „soziale Gerechtigkeit“ sowie „Klima und Energie“ zu konzentrieren. Diese Ziele waren durch den Freiburger Nachhaltigkeitsrat entwickelt worden, der sich aus 40 Mitgliedern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammensetzt und dessen Vorsitz beim Oberbürgermeister liegt. Parallel dazu wurde ein kommunales Nachhaltigkeitsmanagement aufgebaut. Ganz wichtig aus Pflaums Sicht ist dabei, dass Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung miteinander verknüpft wurden. In Freiburg ist das Nachhaltigkeitsmanagement als Stabsstelle beim Oberbürgermeister angesiedelt.

„Vom Projekt zum Prinzip“ hatte Holzbeck seine Präsentation zur Nachhaltigkeitsstrategie des Kreises Unna überschrieben. 2006 startete  mit dem Zukunftsdialog erstmals eine strategische Diskussion über Ziele. Mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums wurde 2012 eine Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet. Seit 2016 gilt der Kreis Unna als „global nachhaltige Kommune“. Für die Strategie benannte der Kreis insgesamt 13 handlungsleitende Ziele aus den sechs Themenfeldern Bildung, Wirtschaft, Beschäftigung, Fläche, Klima und Mobilität. Eines der Ziele lautet beispielsweise, dass der Zusammenhang von schulischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft reduziert wird.

„Es geht nicht darum, das Beispiel Freiburg oder Unna eins zu eins zu kopieren“, sagte Thomas Reumann. Ein Nachhaltigkeitsmanagement dürfe kein Add-on (Zusatz) zum laufenden Geschäft, sondern müsse integraler Bestandteil eines jeden Haushalts sein. Nachhaltigkeitshaushalte seien möglich und machten auch Sinn, ist der Landrat überzeugt.

Die Kreisverwaltung wird in den anstehenden Haushaltsberatungen eine auf vier Jahre befristete Stelle beantragen. Der finanzielle Aufwand (Personal- sowie Sach- und Verwaltungkosten) wird mit 107 000 Euro jährlich beziffert.

Bei der Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wurde bereits ein Antrag auf Fördermittel gestellt. Sollte diesem entsprochen werden, würden für zwei Jahre 90 Prozent der Kosten gefördert. Eine Entscheidung soll noch in diesem Monat fallen. rab

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