Unsicherheit wächst

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Wieder wurden am vergangenen Wochenende Menschen verletzt, geschlagen, getreten. Die Polizeimeldungen über Schlägereien häufen sich und werden schon fast zur Routine. Vor allem im Sommer kam es gleich mehrfach zu massiven gewalttätigen Auseinandersetzung am ZOB und im Bürgerpark. Am Freitagabend vergangener Woche wollte sich eine Gruppe von acht Männern gewaltsam Zugang zu einer Schulveranstaltung im Listhof verschaffen. Als die kontrollierenden 17-jährigen Schüler die Gruppe nicht einlassen wollten, eben weil es eine schul­interne Feier war, flogen die Fäuste. Laut Polizei sollen die Angreifer sogar einen Schlagring eingesetzt haben. Vier Männer aus vermutlich derselben Gruppe verprügelten kurze Zeit später in der Wilhelmstraße einen weiteren Passanten. Kurios: Die Polizei hatte nach der Schulschlägerei Männer, auf die die Beschreibung passte, in der Innenstadt angetroffen, kontrolliert, fotografiert. Eben um den Sachverhalt dann zu klären, wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE sagt. Abgeschreckt hat die Polizeikontrolle wohl nicht. Denn nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei suchte sich die Gruppe kurze Zeit später ein neues Opfer.

Dass Schulveranstaltungen dergestalt überfallen werden, sei  nichts Neues, sagt ein Vater aus dem Listgymnasium. Auch die anderen Gymnasien in der Stadt hätten bei Festen entsprechenden ungebetenen Besuch bekommen. Die Polizei kann dies nicht bestätigen. Allerdings, sagt der Polizeisprecher, werde ja auch nicht jede Auseinandersetzung und jede Streiterei  angezeigt.

Das Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung wächst, auch in einer Stadt wie Reutlingen. Davon können auch Verkäuferinnen ein Lied singen, die nach Ladenschluss noch zum Auto oder zum Bus gehen müssen. Konkrete Zahlen zu den neuesten Entwicklungen wird es erst in der nächsten, Anfang 2018 erscheinenden Kriminalitätstatistik geben, wenn die Fallzahlen wieder schwarz auf weiß dokumentiert sind. Zum Unsicherheitsgefühl trägt freilich auch bei, dass die Reutlinger Innenstadt ab 20 Uhr so gut wie ausgestorben ist. Wären entlang der unteren und oberen Wilhelmstraße gut frequentierte Cafés und Kneipen, würde sich die Atmosphäre merklich ändern. Die Belebung der Reutlinger Innenstadt sollte allein deshalb zum drängenden Anliegen auf der kommunalpolitischen Agenda werden.

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