Als spontane Weihnachtsgeschenke ungeeignet
Reutlingen. Nach einem Besuch am Montag im Tierheim sagte der tierschutzpolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, Reinhold Pix bilanzierend: "Als spontane Weihnachtsgeschenke sind Tiere ungeeignet."
"Zu Weihnachten sollten keine Tiere verschenkt werden. Wer Tiere hält, trägt große Verantwortung. Ein Tier ist kein Spielzeug, das man, wenn es langweilig wird, einfach wegwerfen kann", sagte Reinholf Pix bei seinem Besuch im Tierheim. Pix, selbst Hundehalter, weiß, wovon er spricht: "Tiere beanspruchen viel Zeit, wollen tagtägliche Beschäftigung und Auslauf, benötigen Futter, Pflege und kosten Geld. Und außerdem sind sie oft eigenwillig."
Reinhold Pix schließt sich dabei auch der Ansicht von Herbert Lawo, dem Vorsitzenden des Landestierschutzverbands und des Trägervereins des Reutlinger Tierheims, an: "Die Anschaffung eines Haustiers muss gut durchdacht und vorbereitet sein."
Nach ausführlicher Information über die Haltungsbedingungen müsse vorab geklärt werden, ob alle Personen im Haushalt das Tier überhaupt wollen, wer welche Aufgaben übernimmt und ob man in der Lage ist, den Ansprüchen des Tieres gerecht zu werden. Die Entscheidung sollte nicht spontan und aus einer Laune heraus getroffen werden, denn leider wanderten viele der "tierischen Überraschungsgeschenke" allzu oft nach kurzer Zeit in die Tierheime.
Besondere Zurückhaltung sollte beim Kauf von Exoten geboten sein, sagte Pix weiter. Auch wenn exotische Tierarten immer häufiger angeboten würden und leichter zu bekommen seien, sei zu bedenken, dass sie höchste Haltungsansprüche stellen und extrem teuer im Unterhalt sind.
Gerade bei der Reptilienhaltung würden sehr häufig gravierende Fehler gemacht. Fehl- oder Mangelernährung, zu kleine oder falsch eingerichtete Terrarien, unzureichende Beleuchtung, falsche Temperatur und Feuchte führten zu Stoffwechsel- oder Atemwegserkrankungen, Abszessen und Geschwüren. Die Tiere verenden elend oder werden von ihren Besitzern einfach ausgesetzt. Reinhold Pix resümiert: "Exoten gehören nicht in die Haustierhaltung."
Tierliebhabern rät der tierschutzpolitische Sprecher: "Wenn man sich schon ein Haustier anschaffen möchte, sollte der erste Gang in ein Tierheim führen." Neben Hunden und Katzen warten Vögel, Kaninchen und Kleinnager auf ein neues Zuhause.
"Und wenn man sich erst mal ein Tier aus dem Tierheim besorgt hat, weiß man um die Verantwortung und möchte auch nicht, dass das Tier dorthin zurück muss", so Pix.
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Autor: SWP | 07.12.2011
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Keine Berührungsängste vor Schäferhundrüde Xado zeigt der Grünen-Abgeordnete des Landtags, Reinhold Pix, zusammen mit dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins Reutlingen, Herbert Lawo (hinten). Foto: Privat
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