80-Jähriger wird Opfer zweier Trickbetrügerinnen

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Ein 80-jähriger Münsinger ist am Montagnachmittag Opfer zweier betrügerischer Spendensammlerinnen geworden. Gegen 16.40 Uhr klingelte eine junge, südländisch aussehende Frau an der Türe des Seniors. Als dieser öffnete, drängte sich die Frau sofort an ihm vorbei in die Wohnung. Dort gab sie in akzentbehaftetem Deutsch vor, für eine bekannte gemeinnützige Rettungsorganisation Spenden zu sammeln. Zudem führte sie eine Schreibkladde mit.

Der Münsinger entschied sich eine kleine Spende zu geben, wozu er aus seiner Geldbörse ein paar Münzen holte. Die junge Frau bat ihn noch um eine Unterschrift auf ihrem „Spendenblatt“. Während der alte Herr durch die Unterschrift abgelenkt war, schlich sich die Komplizin, verdeckt durch die angebliche Spendensammlerin in die Wohnung und stahl mehrere hundert Euro aus der Geldbörse deren Ablageort die erste Betrügerin ausgespäht hatte. Beide verließen danach zügig die Wohnung. Bis der Münsinger bemerkte, dass er bestohlen wurde, waren beide längst über alle Berge.

Das Polizeirevier Münsingen bittet um Hinweise zu den beiden Frauen von denen die angebliche Spendensammlerin als etwa 20 Jahre alt, etwa 160 Zentimeter groß, von normaler Statur, schwarze Haare mit Mittelscheitel und einem Dutt beschrieben wird. Sie war von gepflegter Erscheinung, trug eine schwarze Jacke und eine schwarze Sporthose mit weißen Streifen. Ihre Komplizin wird als etwa 175 Zentimeter groß, schlank und mit schwarzen, lockigen Haaren geschildert. Bekleidet war sie mit einer schwarzen Hose. Hinweise bitte an das Polizeirevier Münsingen, ☎ (0 73 81) 93 640.

Die Polizei warnt erneut vor diesem, seit Jahren bekannten Trick. Ob mit angeblichen Spenden für Hilfsorganisationen, für Taubstumme oder Hochwassergeschädigte, die Tricks der Betrüger in die Wohnungen ihrer zumeist älteren oder hochbetagten Opfer zu gelangen, sind vielfältig.

 Alle bekannten Täter-Arbeitsweisen lassen sich auf drei Grundmuster zurückführen: Das Vortäuschen einer Notlage, die scheinbar eine Hilfeleistung oder Unterstützung durch das Opfer in der Wohnung erfordert.

 Das Vortäuschen einer offiziellen Funktion, die den Täter vermeintlich zum Betreten der Wohnung berechtigt. Das Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer, die eine Einladung zum Betreten der Wohnung nahe legt.

 Der Glas Wasser-Trick: Täterinnen täuschen Schwangerschaft, Übelkeit oder die Notwendigkeit einer Arzneimitteleinnahme vor und bitten um ein Glas Wasser.

Der Papier- und Bleistift-Trick: Täter oder Täterinnen wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn eine Nachricht hinterlassen. Dazu fragen sie nach Schreibzeug sowie Papier und drängen auf eine Schreibunterlage in der Wohnung oder bitten das Opfer, die Nachricht selbst zu erfassen.

 Der Blumen- oder Geschenkabgabe-Trick: Täter oder Täterinnen wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn Blumen oder ein Geschenk abgeben. Dabei drängen sie darauf, die Blumen zu versorgen oder das Geschenk selbst zu verwahren.

 Ziel ist immer in die Wohnung der Opfer zu gelangen, den Aufbewahrungsort der Wertsachen auszuspähen und die Opfer abzulenken, während die Komplizen unbemerkt in die Wohnung gelangen und die Opfer bestehlen.

 Die Polizei rät daher grundsätzlich misstrauisch zu sein bei Besuchen angeblicher Spendensammlern oder vorgeblich Hilfsbedürftiger. Lassen Sie Fremde nicht ihn Ihre Wohnung. Nutzen Sie immer vorhandene Türsprechanlagen und legen sie die Kette an der Wohnungstüre vor, bevor sie öffnen.  Wertvolle Tipps gibt es im Internet auf der Seite www.polizei-beratung.de.

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