Willkommen in unserer Mitte

In der Region kamen am Freitagabend Frauen aller Konfessionen zusammen, um den Weltgebetstag zu feiern. Im Mittelpunkt standen diesmal Frauen aus Frankreich mit ihren unterschiedlichen Kulturen.

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Frauen aus dem gesamten Lautertal gestalteten den Gottesdienst des Weltgebetstages, der in diesem Jahr unter dem von Frankreich vorgegebenen Motto stand: "Ich war fremd - ihr habt mich aufgenommen". Foto: Maria Bloching

Die Weltgebetstagsbewegung stellt in Deutschland die wichtigste ökumenische Kraft dar. So kamen auch in diesem Jahr in vielen Ortschaften wieder Frauen aller Konfessionen und Generationen zusammen, um kreative Gottesdienste zu feiern, sich im christlichen Glauben aber auch in der Solidarität zusammenzuschließen und Gemeinschaft auf intensive Weise erlebbar zu machen.

Die Vorbereitungen wurden von Gruppen in die Hand genommen, neben der Gestaltung der Gottesdienste mit zahlreichen aktiven Frauen galt es gleichzeitig auch eine gemütliche Atmosphäre für die Zusammenkunft im Anschluss an das gemeinsame Gebet zu schaffen und länderspezifische Spezialitäten auf den Tisch zu bringen. In der Buttenhausener Kirche konnten Frauen aus dem gesamten Lautertal von Apfelstetten, Buttenhausen, Hundersingen, Bichishausen und Gundelfingen begrüßt werden.

Sie nahmen sich dem aus Frankreich vorgegebenen Thema "Ich war fremd - ihr habt mich aufgenommen" an. Sechs Frauen mit Schals in warmen Rottönen symbolisierten die Vielfalt der Herkunft an den Beispielen von Odile aus Paris, Jeanne aus Kamerun, Greta aus Deutschland, Marguerite aus der Bretagne, Cécile aus Zentralfrankreich und Geneviève, die mit einem Engländer verheiratet ist. Ohne Scheu nahmen sie die schüchterne Frau mit dem grauen Schal in ihrer Mitte auf, sie feierten ihre Unterschiedlichkeit und ließen sich auf ihrem Weg der Solidarität leiten, ganz gleich, woher sie kamen, welcher Sprache sie mächtig waren, wie sie aussahen oder wie sie waren.

Bewohnerinnen der BruderhausDiakonie Buttenhausen schlüpften in die Rollen von Einwanderinnen aus der Urkraine, aus Brasilien und Ruanda, sie erzählten von ihren positiven und negativen Erfahrungen, die sie als Fremde in Frankreich machten. Graue Frauen, die sich leblos fühlten und allein, bis sie aufgenommen wurden und dadurch in Licht und Wärme eintauchen durften. "Die Erfahrung, sich fremd zu fühlen, kennt jede und jeder von uns. Aus unseren Erfahrungen, fremd zu sein und angenommen zu werden, schöpfen wir Kraft, Beziehungen aufzubauen und eine Gemeinschaft zu bilden, die alle willkommen heißt", machte Angelika Janssen als Frau mit dem grauen Schal deutlich.

Doch nur wer aufmerksam ist, kann anderen zum Leben verhelfen. Wer lächelt, kann andere glücklich machen und wer gegenwärtig ist, kann eine Hilfe sein. Das diesjährige Weltgebetstagsland Frankreich ist seit Jahrhunderten Ziel von Einwanderinnen. Durch die Geschichte hindurch nahm Frankreich Flüchtlinge und Asylsuchende auf. Elf Prozent der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund, hier gibt es europaweit die meisten bikulturellen Ehen. Diejenigen, die einwandern, brauchen Unterstützung, doch nur wenn sich alle beteiligen, gelingt das Zusammenleben in einer Einwanderungsgesellschaft.

Mit Gebeten, Liedern und kreativer Gestaltung lud der Weltgebetstag zu einer Kultur des Willkommens ein. Mutig haben Französinnen aber auch mit dem Programm des Gottesdienstes gezeigt, wo die europäische Gesellschaft keine Willkommensgesellschaft ist und dass alltäglicher Rassismus und rigide Asylgesetze im krassen Gegensatz zu den Worten Jesu Christi stehen: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." Auch in Buttenhausen kam die Gottesdienstkollekte Frauen- und Mädchenprojekten auf der ganzen Welt zugute als sichtbares Zeichen der Solidarität. Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Besucherinnen in den Gemeindesaal zu köstlichen französischen Spezialitäten und gemütlichem Beisammensein eingeladen.

Unter Federführung von Christa Weitbrecht hatten Buttenhausener Frauen die Tische in den französischen Nationalfarben blau-rot-weiß gedeckt sowie Quiche, Kuchen und Mandelplätzchen gebacken. Lavendeldüfte zogen durch den Raum und rundeten den Geschmack von Cidre und Tee ab.

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