Wer ersteigert, muss bar zahlen

Etwa 50 Interessenten, so viele wie lange nicht mehr, fanden sich kürzlich zur Versteigerung von Fundsachen am Münsinger Rathaus ein. Die meisten Gegenstände, darunter viele Fahrräder, fanden neue Besitzer.

|
Vor dem Versteigerungsbeginn wurden die Fundsachen von den Kaufinteressenten in Augenschein genommen, sei es der Schmuck (links) oder die Fahrräder. Fotos: Reiner Frenz

Strahlender Sonnenschein am Donnerstagnachmittag: Schon eine halbe Stunde vor Versteigerungsbeginn haben sich zahlreiche Bürger eingefunden, um die Gegenstände unter die Lupe zu nehmen, die ab 17 Uhr versteigert werden sollen.

Auffallend war der silberne Motorroller vor den Rathaus-Stufen. Er war allerdings kein Fundobjekt, sondern wurde einem mehrfach auffällig gewordenen Alkoholsünder, der zurzeit eine Haftstrafe verbüßen muss, abgenommen. Sechs Jahre ist er alt, 5800 Kilometer hat er auf dem Tacho und jetzt einen neuen Besitzer. 340 Euro brachte das Fahrzeug ein, die allerdings an die Staatskasse gehen.

Punkt 17 Uhr legte "Auktionator" Berthold Huber los. Die Regeln der Versteigerung waren schnell erzählt: "Wir übernehmen keine Garantie. Und wer etwas ersteigert, muss in bar bezahlen". Alles klar. Im Halbkreis hatten sich die Interessenten aufgestellt. Dem Roller folgten die Fahrräder, 15 dürften es gewesen sein, allerdings in recht unterschiedlichem Zustand. Was sich in den Versteigerung ganz konkret niederschlug.

Die Räder waren zuvor durchaus fachmännisch begutachtet worden: Taugt die Federung noch? Sind die Gänge schaltbar, funktionieren die Bremsen? Je nach Ergebnis dieser Prüfung legten sich die Interessenten anschließend ins Zeug. Gleich das erste Rad war heiß begehrt. 20 Euro lautete das Anfangsgebot. Erst bei 80 Euro war Schluss, fand sich niemand mehr, der vor Hubers "Zum Dritten" noch mal fünf oder zehn Euro drauflegen mochte.

Das meiste Geld brachte ein MTB-Kinderfahrrad in hervorragendem Zustand, das für 105 Euro wegging. Fünf der Räder fanden allerdings keinen Käufer. Das galt auch für einen durchaus schmucken Holzschlitten mit Stoffsitzfläche, der vom Verwaltungsteam um Andreja Rokavec und Ulrike Bleher auf ein Anfangsgebot von 30 Euro gesetzt worden war. Hätte es bei der Versteigerung geschneit, wäre das wohl anders gewesen. Da wunderte es weniger, dass die ohnehin defekte Kunststoff-Sitzbank (5 Euro) nicht gefiel, auch das Skateboard (ebenfalls 5 Euro) fand keinen Abnehmer. Dafür die Fahrradpumpe und einige der erstaunlich wenigen Regenschirme, auch die Taucherbrille und der Reiterhelm gingen weg und ein paar der Schmuckstücke.

Am Ende freute sich Andreja Rokavec vom Amt für öffentliche Ordnung über Einnahmen in Höhe von 563,50 Euro, die in die Stadtkasse fließen werden. "Die Fundgegenstände der vergangenen zwei Jahre sind fast vollständig veräußert worden, was ein großer Erfolg ist".

Info Versteigert wurden Fundgegenstände, für die sich auch nach einem halben Jahr kein Besitzer gefunden hat und die auch vom Finder nicht gegen eine Gebühr übernommen wurden.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Jede Spende kann ein Menschenleben retten

Das Metzinger-Uracher Volksblatt/Der Ermstalbote, die Reutlinger Nachrichten und der Alb Bote sammeln für das Deutsche Rote Kreuz im Landkreis Reutlingen. weiter lesen