Weite Flüge über den Sprungtisch

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Vor allem vom Sprungtisch aus gab es beim Trailfinger Soppelcross-Spektakel waghalsige und weite Sprünge zu erleben. Stoppelcross  Foto: 

Motocrossfahrer sind auch „nur“ Menschen. Ganz besondere eben. Eine Spezies, die den Dreck nicht scheut. Man sagt ihnen nach, dass sie keine Angst kennt bereits beim unverkennbaren Sound ihrer Maschinen in ein Glückshormonbad abtauchen können. Kurz: Adrenalinjuckies durch und durch.

Die kleine Rahela aus Engstingen zählt mit gerade einmal sechs Jahren, schon voll und ganz zur Szene. Und das nicht erst seit gestern. Ihr halbes Leben schon nennt Rahela ihre kleine E-Crossmaschine, die immerhin 50 Sachen auf den Tacho bringt, ihr Eigen. „Nächstes Jahr gibt’s dann eine andere Maschine“, verrät Papa Christian, der wie Mama Isabell voll und ganz vom Moto-Cross-Virus infiziert ist. „Der Veranstalter hat sich echt Mühe bei der Kinderstrecke gegeben“, lobt Rahela das GSGA-Orgateam.

Auch Luis Dvorak war voll des Lobes, für das Team GSGA, welchem es einmal mehr gelang wenigstens für zwei Tage ein wahres Motocross-Eldorado im Münsinger Raum zu zaubern. „Die Strecke ist flüssig, ohne große Haken“, lobte der 17-Jährige Auinger, dem es ganz besonders die Sprünge auf der Strecke angetan hatten. Dafür legte sich Andreas Gallmetzer alias Galli samt seinem Team schon eineinhalb Wochen zuvor ordentlich ins Zeug. Die Frage wie viele Stunden allein in den Aufbau des genialen Sprungtisches, der aus einem ordentlichen Berg Humus gebaut wurde und in die perfekt präparierte Steilwandkurve, die mit einem weiteren Sprungelement endet, investiert wurden, konnte Galli nicht wirklich beantworten.

Sein stolzer Blick darauf verriet jedoch, dass ihm keine einzelne Arbeitssekunde auf dem Acker von Bauer Rolf Bleher zu viel war. „Die Strecke ist so geil, ich würde mir wünschen, dass es so etwas hier in der Gegend ganzjährig gibt“, zeigte sich der 16-Jährige Nico Wiedwald begeistert.

Dagegen hätte auch Marius Lange aus Mehrstetten sicherlich nichts. Der 16-Jährige genoss sichtlich im freien Flug über den Sprungtisch, wie sich sein Adrenalinspiegel immer mehr in Richtung Anschlag empor schraubte. Wer glaubt, beim Motocross muss man nur Gas geben irrt gewaltig. Der Sport zeigt sich als anspruchsvoller Kraft-Ausdauersport, bei dem der Kopf immer zu 100 Prozent bei der Sache sein muss. Klar, völlig geräuschlos lief das geniale Spektakel, das nicht nur die Fahrer selbst, sondern auch viele der Zuschauer genossen, nicht über die Bühne.

„Das ist richtig cool, dass man es hört, stört mich nicht“, so eine Trailfingerin, die sich wie andere vom Ort, die den Weg unweit der „Aussicht“ fanden, darüber freute, dass mal ordentlich was los war. Während sich die Strecke am Samstag staubtrocken präsentierte, hatte sie am Sonntag durch den nächtlichen Regen ordentlich Gripp. Perfekte Bedingungen, welche dem Motocross-Eldorado bei welchem die rund 150 Crossfahrer einzig aus dem „Just-for-fun-Antrieb“ heraus für spektakuläre Szenen ohne Wertungsdruck sorgten, einen zusätzlichen Pluspunkt einbrachte.

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