Viele Höhepunkte aus zehn Jahren

Das Konzert der Musikkapelle Böttingen bot am Samstag in der Alenberghalle das Beste aus zehn Jahren Dirigentschaft von Hermann Hilsenbeck. Er hat das Orchester geprägt und zu höchstem Niveau geführt.

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In einem Jahrzehnt kann sich viel tun. Das wurde wohl nicht nur den begeisterten Konzertbesuchern bewusst, sondern insbesondere auch den mehr als 40 Musikanten, die sich mit einem äußerst abwechslungsreichen Programm erstklassig auf ihr Jahreskonzert vorbereitet hatten und sich direkt in die Herzen des Publikums spielten. Zu Gehör wurden allesamt Musikstücke gebracht, die von 2005 bis heute schon einmal bei Konzerten aufgeführt wurden. Damit wurde deutlich, wie sehr Hermann Hilsenbeck das Orchester durch sein musikalisches Können, sein Einfühlungsvermögen und seine Liebe zur Blasmusik bis hierher geprägt, gefördert, gefordert und zu Höchstleistungen angetrieben hat. Hilsenbeck ist Vollblutmusiker – nicht nur, wenn er den Taktstock schwingt, sondern unter anderem auch als Tenorhornspieler bei der Föhrenberger Blasmusik oder als Arrangeur von Musikstücken. „Seine Anforderungen an uns Musikanten sind hoch und es gibt immer noch eine Steigerung nach oben“, lobte Vereinsvorsitzender Jürgen Schrade das Engagement des Dirigenten. So schwungvoll Hilsenbeck mit einem lockeren Sprung die Bühne betrat, so ausdrucksstark führte er auch den Dirigentenstab.

Doch bevor die Hauptkapelle ihr Können unter Beweis stellen konnte, begeisterte die gemeinsame Jugendkapelle der Musikvereine Mehrstetten, Böttingen und Magolsheim mit insgesamt 35 jungen Musikern unter der Leitung von Nina Schmauder. Diese qualitativ erstklassige Besetzung könnte so manchem Erwachsenenorchester das Wasser reichen und wusste durch anspruchsvolle Werke zu begeistern. In „Tokio Adventure“ von Luigi di Ghisallo schafften es die Musikanten, die Gegensätze von fremdartigen Traditionen und moderner Metropole klanggewaltig aufzuzeigen, während sie mit „Tarzan Soundtrack Highlights“ von Phil Collins ein umwerfendes Medley zu Gehör brachten.

Die kontrastreichen Gegensätze in „Two Movements“ von Kees Vlak wurden eindrucksvoll dargeboten, wobei sowohl die getragenen Melodien ebenso wirkungsvoll intoniert wurden wie die schnellen und kräftigen Passagen.

Als „gigantisch“ bezeichnete Helmut Vöhringer vom Blasmusikverband Neckar-Alb diesen Auftritt des Vereinsnachwuchses und auch für die Darbietungen der Hauptkapelle hatte er nur lobende Worte. Denn das musikalische Repertoire, das die Musiker unter Hermann Hilsenbeck vortrugen, war äußerst breit und höchst anspruchsvoll. Nach dem zünftigen „Bayrischen Defiliermarsch“ von Adolf Scherzer führte das Orchester seine Zuhörer durch alle Gefühlsebenen des Tiroler Volksaufstandes unter Andreas Hofer mit „Tirol 1809“ von Sepp Tanzer. Sie ließen Siegesgewissheit und Bedrohung nachempfinden und setzten Kampfhandlungen und Siegesgefühl musikalisch um.

In „Concerto D’Amore“ von Jakob de Haan gelang der Kapelle eine mitreißende Verknüpfung von Barock, Pop und Jazz, während in „Tanz der Vampire“ von Jim Steinmann das Grauen um sich griff und zum legendären Strauss-Walzer „An der schönen blauen Donau“ vier Paare das Tanzbein schwangen.

Höchstes Können bewies die Musikkapelle mit dem festlichen und klangvollen Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“ von Rudi Fischer. Er war ebenso wie die erstklassige Zusammenstellung von Hermann Hilsenbeck aus zahlreichen Klassikern einer von mehreren Höhepunkten des Konzertes, das das hohe Niveau der Musikkapelle Böttingen eindrucksvoll zur Geltung brachte und bei dem auch zahlreiche Solisten glänzen konnten. Charmant und unterhaltsam führte Ralf Hintz durchs Programm, die Darbietungen der Jugendkapelle wurden von Jana Hölz moderiert.

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