Trendiges zum kleinen Preis im Häkel- und Strickcafé im DLRG-Heim

Handarbeit boomt. Daran gibt es keinen Zweifel, wie das Häkel- und Strickcafé von Sybille Bubeck am Samstagnachmittag im DLRG-Heim zeigte. Aufgrund des Ansturms wird es wohl eine Fortsetzung geben.

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Das Häkel- und Strickcafé im DLRG-Heim begeisterte Alt und Jung. Annika und Julia, beide 12 Jahre, haben zum ersten Mal Stricknadeln in der Hand.  Foto: 

Junge Leute haben wieder Spaß am Handarbeiten. Sie stricken und häkeln mit einer Begeisterung, die ansteckt. Dieser regelrechte Boom ist in den letzten Jahren durch das Tragen fetziger Mützen und Loopschals entstanden, die sich mit einfachsten Grundkenntnissen im Stricken und Häkeln selbst herstellen lassen. Das hat auch dazu geführt, dass viele Schulen Handarbeit wieder in den Lehrplan aufgenommen haben.

Sybille Bubeck von der Münsinger Basteltruhe freut sich sehr darüber: "Selbst etwas mit der eigens ausgesuchten Wolle herzustellen macht zufrieden", weiß sie. Voll im Trend liegen derzeit die Myboshi-Häkelwaren, die in aller Munde sind. Die Selfmade-Boshis sind zu einer bekannten Modemarke geworden, das Häkelmützen-Unikat lässt sich mit ein klein wenig Anleitung ganz leicht eigenhändig anfertigen.

"Wer sich in die faszinierende Welt des Häkelns begibt und sich seine Boshi selbst macht, wird mit einem ganz individuellen stylischen Häkelteil belohnt", versprechen Thomas Jaenisch und Felix Rohland, die Gründungsväter von Myboshi. Die beiden jungen Männer sind mittlerweile echte Profis im Entwerfen von Boshis und haben Bücher herausgebracht, die reißenden Absatz finden. Im Jahr 2009 haben sie in Japan das Häkeln für sich entdeckt und daraus ein richtiges Unternehmen gemacht.

Ihre Begeisterung ist ansteckend, längst sind Jung und Alt zu leidenschaftlichen Handarbeitern geworden. Wer mit Häkeln beginnt, merkt schnell, dass es süchtig macht. Die Boshi-Welt beinhaltet nicht mehr nur Mützen, sondern auch Schals, Handschuhe, Stulpen und Taschen. Das Buch der beiden Myboshi-Gründer ist deshalb nicht nur eine reine Anleitungsunterweisung, es kommt ebenso fantasie- und abwechslungsreich, farbig und unterhaltsam daher wie die Produkte selbst. Vielerorts ist die Boshi-Wolle ausverkauft, Sybille Bubeck hat noch ein reich gefülltes Warenlager. "Ich kaufe immer gut auf Vorrat und beziehe von mehreren Lieferanten. So kann ich alle meine Kundenanfragen bedienen", sagt sie. Bubeck hat das Zeichen der Zeit erkannt und den Handarbeitsboom wahrgenommen. Deshalb bot sie am Samstagnachmittag zum ersten Mal ein Häkel- und Stricktreffen an.

Mehr als 50 Frauen jeden Alters kamen ins DLRG-Heim, um sich mit verschiedenartigster Wolle, mit einem Myboshi-Buch sowie Strick- und Häkelnadeln einzudecken und sich gleich ans Werk zu machen. Bubeck und ihre Mitarbeiterinnen wiesen ein und gaben Tipps, so dass sich sehr schnell mit einfachen Häkelmaschen oder Stäbchen Erfolge einstellten. Junge Mädchen waren ebenso mit Begeisterung bei der Sache wie handarbeitserfahrene Frauen um die Siebzig, die die Gelegenheit nutzten, neue Erkenntnisse beim Sockenstricken zu erlangen.

Die 12-jährige Julia hat zum ersten Mal überhaupt Stricknadeln in die Hand genommen, um sich einen Loopschal zu machen. "Ich finde, das ist eine schöne Freizeitbeschäftigung", sagt sie. Gehäkelt hat sie schon - natürlich eine Boshi-Mütze, die sie mit Stolz trägt. Für die ganz junge Generation steht meist noch das Schaffen eines selbstgemachten Produkts im Vordergrund, bei Jugendlichen jedoch geht es beim Herstellen einer Boshi-Ware oft darum, mit minimalem Startkapital und Durchhaltevermögen etwas Trendiges herzustellen.

Ältere Handarbeitsfreunde legen großen Wert auf eine qualitativ hochwertige Wolle, ihren Werken ist dann auch die langjährige Erfahrung und die feine Verarbeitung anzusehen. Aufgrund des großen Ansturms verspricht Sybille Bubeck, dass es eine Fortsetzung des Häkel- und Strickcafé geben wird.

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