Standortfrage noch "relativ offen"

Die Delegierten des Evangelischen Jugendwerks Münsingen stimmten am Sonntag mit nur zwei Enthaltungen der Fusion mit dem EJW in Bad Urach zu.

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  • Geschenke, Urkunde, Ehrennadel: Christoph Schill, 1. Vorsitzender des EJW Münsingen, wurde von Alma Ulmer verabschiedet. Fotos: Sabine Herder 1/2
    Geschenke, Urkunde, Ehrennadel: Christoph Schill, 1. Vorsitzender des EJW Münsingen, wurde von Alma Ulmer verabschiedet. Fotos: Sabine Herder Foto: 
  • An Ständen konnten sich die Deligierten über die Folgen der Fusion, zum Beispiel ein neues Logo, informieren. 2/2
    An Ständen konnten sich die Deligierten über die Folgen der Fusion, zum Beispiel ein neues Logo, informieren. Foto: 
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"Lasst uns mutig vorangehen und es wagen", appellierte Christoph Schill, 1. Vorsitzender des EJW Münsingen, am Sonntag an die Delegiertenversammlung im Böttinger Dorfgemeinschaftshaus. Nach den üblichen Berichten und Regularien bei der jährlichen Versammlung waren die Teilnehmer aufgefordert, über die anstehende Fusion der Jugendwerke Münsingen und Bad Urach zu einem gemeinsamen Evangelischen Jugendwerk Bad Urach Münsingen abzustimmen. Es war das Schwerpunktthema auf der Tagesordnung, entsprechend gespannt waren viele auf das, was die Verantwortlichen dazu an Information parat hatten.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Bezirksarbeitskreis und die Münsinger Jugendreferenten Ruth Neumann und Samuel Löffler hatten das Thema erstklassig vorbereitet. Unterstützt wurden sie am Sonntag auch vom Bad Uracher Bezirksjugendreferent Thomas Traub. Er erläuterte zunächst die Stationen der Entwicklung sowie den aktuellen Stand übersichtlich anhand von Schaubildern: Durch die Fusion der Kirchenbezirke Bad Urach und Münsingen 2014 muss nun auch die Ära der beiden Jugendwerke zu Ende gehen: Es kann nur ein Jugendwerk im Kirchenbezirk geben.

Wie dies für ein EJW aussehen kann, hat ein speziell dafür gegründetes Projektteam Fusion bereits in vielen Sitzungen eingehend beraten und konzipiert. Was die Vorstände und Bezirksarbeitskreise im Projektteam erarbeitet haben, konnten die Delegierten in Böttingen am Sonntag an informativen "Markt-Ständen" betrachten: Die Ergebnisse waren dort übersichtlich dargestellt und aufbereitet, es standen Ansprechpartner zum Gespräch bereit, ergänzend gab es vielfach Tischvorlagen, auf denen Details noch einmal näher erläutert und erklärt wurden.

Viele Dinge sind es, die man beim Übergang in ein EJW Bad Urach Münsingen neu gestalten muss. Standortfrage, Strukturfragen, Arbeitsschwerpunkte der Jugendreferenten sind nur einige davon. Ebenfalls neu angedacht wurde die gemeinsame Arbeit von Ehrenamtlichen, Hauptamtlichen, Fachausschüssen und Arbeitskreisen, das Schulungskonzept der Mitarbeiterausbildung und die Konzeption der Sommerfreizeiten, die durch die Fusion viel mehr Teilnehmer haben werden. Auch der Vorschlag für ein neues, gemeinsames Logo wurde den Delegierten des Münsinger Bezirks am Sonntag bereits vorgestellt.

Einer Empfehlung von Jürgen Kehrberger vom Landesjugendwerk schließt sich die Arbeitsgruppe "Fusion" ebenfalls an: Das fusionierte und daher viel größere Jugendwerk Bad Urach Münsingen soll einen Leitenden Referenten bekommen. Seine Aufgabe wird es sein, Abläufe und Organisation in der Geschäftsstelle zu koordinieren, er soll aber auch inhaltliche und geistliche Impulse setzen und die Verantwortung für die geistliche Ausrichtung des EJW übernehmen.

Schon seit 2013 sind die Gespräche zur Fusion der Jugendwerke Münsingen und Bad Urach im Gange, erläuterte Christoph Schill: "Mit Höhen und Tiefen, aber von Anfang an harmonisch", denn die Ziele und Inhalte der EJW Arbeit sind die gleichen. Nur die Standortfrage ist "ein bissl ein heißes Thema". Sicher ist, es wird künftig nur eine EJW-Geschäftsstelle geben. Aber wo die sein wird ist "noch relativ offen". Den Münsingern ist die Nähe zu den Orten wichtig: Keine Gemeinde soll "vorbeirutschen" und nicht mehr "auf dem Schirm" sein. Bei der großflächigen Ausdehnung des Kirchenbezirks - von Zwiefalten bis Bempflingen, von Laichingen bis Engstingen - wird das keine einfache Aufgabe. Eventuell, so Schill, muss man etwas ganz Neues suchen.

Viele Gedanken und Ideen seien in die Vorbereitung der Fusion der beiden Jugendwerke eingebracht worden, betonte auch Dekan Michael Karwounopoulos vor der Abstimmung der Münsinger Delegierten. Er lobte den Prozess als spannend, vorbildlich und konstruktiv. Mit nur zwei Enthaltungen stimmten schließlich alle Delegierten der Auflösung des EJW Münsingen und Neugründung des EJW Bad Urach Münsingen am 19. November 2016 zu.

"Wenn ihr heute zustimmt, dann werden wir ab dem 19. November neue Geschichte im Kirchenbezirk schreiben". Schill, "Dienstältester" im EJW Münsingen - seit 1991 Mitglied im (Bezirksarbeitskreis, seit 2000 im Vorstand und 1. Vorsitzender seit 2003 - will dann aber nur noch im Hintergrund mitschreiben. "Alles hat seine Zeit . . ." zitierte er treffend aus Prediger 3. Mit der Fusion der beiden Jugendwerke wird Schill seinen Posten niederlegen. Verabschiedet wurde er aber schon am Sonntag - mit ehrenden Worten, Geschenken, Urkunde, Ehrennadel und stehenden Ovationen.

Das EJW Bad Urach trifft sich am Samstag, 18. Juni, um 18 Uhr zur Delegiertenversammlung im Karl-Hartenstein-Haus (Großer Saal). Auch hier steht die Fusion im Vordergrund. Wenn auch die Delegierten aus Bad Urach der Fusion zustimmen, werden weitere Schritte (Geschäftsstelle, Fest im November) in die Wege geleitet.

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