Schwäbische Alb-Bahn: Zehn Jahre Erfolgsgeschichte

Visionäre, Politiker, die das Geld beschaffen, tatkräftige Akteure - das brauchts für den Erfolg: Bei der Schwäbischen Alb- Bahn ist alles zusammengekommen. Seit zehn Jahren lässt der Verein die Züge laufen.

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  • Mit Schwung: Ein paar Anläufe brauchte Anneliese Kühnstedt, bis die Sektflasche an der kleinen roten Diesellok zerbarst, die nun künftig den Namen "Lodde" trägt. Fotos: Ulrike Bührer-Zöfel 1/2
    Mit Schwung: Ein paar Anläufe brauchte Anneliese Kühnstedt, bis die Sektflasche an der kleinen roten Diesellok zerbarst, die nun künftig den Namen "Lodde" trägt. Fotos: Ulrike Bührer-Zöfel
  • Landrat Thomas Reumann dankt Bernd-Matthias Weckler und dem Vorstand der Schwäbischen Alb-Bahn - Heinz Kurz, Simon Niemann, Markus Schilling und Dieter Pesch (v. l.) - für ihren Einsatz. 2/2
    Landrat Thomas Reumann dankt Bernd-Matthias Weckler und dem Vorstand der Schwäbischen Alb-Bahn - Heinz Kurz, Simon Niemann, Markus Schilling und Dieter Pesch (v. l.) - für ihren Einsatz.
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Mit dem Kurbelstellwerk fing alles an, erinnerte sich Bernd-Matthias Weckler, Chef der Schwäbischen Alb-Bahn (SAB) am Samstag beim Jubiläumsfest. Mit Bildern aus dem schaffigen Vereinsleben ließ er die Gäste im Lokschuppen an der "Erfolgsgeschichte" teilhaben: Aus der "Bruchbude" wurde wieder ein Bahnhof, inzwischen mit Restauration, Tourismus- und Geoparkinfostelle. Weichen wurden gestellt, Schienen verlegt, der Verein kaufte Lokomotiven und Wagen, baute den Lokschuppen, war auf Messen für die Alb-Bahn, baute den Bahnsteig in Sondernach, sorgte dafür, dass die Züge zwischen Engstingen und Schelklingen freie Fahrt haben.

Und "viele hunderttausend Kleinigkeiten", so Weckler, seien notwendig, damit der Betrieb laufe. 40 Aktive von 260 Mitgliedern sorgen dafür, dass das klappt. Viel Erfolg habe man in den vergangenen zehn Jahren gehabt, aber auch viele Rückschläge einstecken müssen. "Viel Verantwortung bedeutet auch viel Druck", so Weckler. Manche Tage habe es gegeben, an denen er den Verein verflucht habe, aber "ich täts emmer wieder macha". Vor allem dann, wenn der "Rückenwind" anhält, der von den Menschen auf der Alb, die stolz auf ihre Bahn sind, und der der Politiker, die dafür sorgen, dass die nötige finanzielle Unterstützung nicht ausbleibt.

Damit Schienenbus und Dampflok überhaupt über die Alb fahren können, braucht es Partner, zum Beispiel die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, die den Schienenverkehr im Ländle plant und koordiniert. Verkehrsplaner Gerhard Schnaitmann ging auf die Anfänge der Bahn ein, die zunächst nur zwischen Engstingen und dem Oberheutal verkehrte, ihren Radius dann bis Schelklingen ausbauen konnte. Erweitert hat der Verein auch sein Angebot, man denke an den Schülerverkehr, Sommerferien-Express, an den Wintermärchen-Express. "Güterverkehr gibt es inzwischen auch in bescheidenem Maße" und "mit der Dampflok lässt sich ein zusätzlicher Kundenkreis erschließen".

Ohne ein Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen, das den Betrieb sichert, die gesamte Bürokratie abarbeitet, auch für die Sicherheit auf der Strecke zuständig ist, geht gar nichts. Für die Schwäbische Alb-Bahn ist das die Erms-Neckar-Bahn AG (ENAG). Deren Vorstandsvorsitzender Carsten Strähle zollte am Samstag "den aktiven Mitgliedern großes Lob".

Auch Landrat Thomas Reumann war am Samstag in den Lokschuppen gekommen: "Hut ab, Sie haben allen Grund stolz zu sein." Der Einsatz von Weckler und seinen Vereinsmitgliedern verdiene "Respekt und Anerkennung". Die Schwäbische Alb-Bahn sei eine " Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht". Hinter den zehn Jahren steckten "Sachverstand, Zähigkeit, Idealismus und ungezählte Arbeitsstunden." Die SAB zeige, was möglich ist, "wenn alle Akteure in der Region an einem Strang ziehen. "Die Schiene ist aktuell, en vogue, zukunftsfähige Verkehrskonzepte ohne die Schiene gibt es nicht." Und weil Zukunft mit Geld leichter geht, hat Reumann einen Scheck für die Arbeit des Vereins dabei.

Bares gab es von Bürgermeister Mike Münzing. Der dankte allen, "die nicht aufgegeben haben trotz Rückschlägen und kritischer Situationen". Die SAB sei ja inzwischen vom anfänglichen Hobby in ein veritables Unternehmen hineingefahren. Eine beachtliche Leistung, wenn man daran denke, dass die Strecke kurz vor der Stilllegung gestanden habe, heute "ein Verkehrsknotenpunkt auf der Alb, ein Nucleus des Freizeitnetzes" sei.

Zum Schluss gab es noch eine Taufe. Die kleine rote Diesellok heißt künftig "Lodde". Namenspatin ist Anneliese Kühnstedt, genannt Lodde, aus Hütten. Zusammen mit ihrem Bruder hat sie dafür gesorgt, dass das Sondernacher Bahnhofshäusle mit hübsch verzierten Latten dasteht.

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