Salbung geht unter die Haut

Nicht angeschmiert, sondern gesalbt wurden gestern 28 Firmlinge in der Christus-König-Kirche. Damit bestätigten die Katholiken ihren Glauben.

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. Aufgebrezelt von den Zehen- bis zu den Haarspitzen warteten die jungen Frauen und Männer in den ersten Bankreihen des Kirchenschiffs auf den ganz besonderen Moment. Auf die Vollendung ihrer Taufe. So mancher Griff in verschiedenste Salben-, Gel-, und Cremetiegel ging dem sicherlich voraus. Wohlriechendes Chrisam auf die Stirn, gab dem Ganzen dann im feierlichen Rahmen, auf Neudeutsch ausgedrückt, die berühmte Kirsche auf den Kuchen.

Firmspender Regens Msgr. Andreas Rieg, war sich sicher, dass die Salbung mit dem Salböl den jungen Menschen unter die Haut geht. Mit Blick auf die Firmlinge, die laut Rieg tiptop hergerichtet waren, stellte er anfangs die Fragen "Was soll das?", "Braucht es das heutzutage noch?" oder "Was bringt das?" in den Raum. Die Antworten darauf konnte sich jeder selbst geben. Für Regens Rieg jedenfalls gilt die Salbung bei der Firmung als Balsam für die Seele.

"Bei eurer Firmung werdet ihr gesalbt, nicht angeschmiert", vermittelte Regens Rieg den jungen Menschen. Christ sein wäre etwas ganz besonderes. Und auch Gott würde zu jedem einzelnen Menschen sagen, du bist etwas Besonderes, an dir finde ich Gefallen. In jedem Moment des Lebens können die Menschheit darauf setzten, Schutz als Gottes Sohn oder Tochter zu bekommen. Auch in Zeiten, wo das Leben zum vergessen sei. Gerade in solchen Situation wäre Zusammenhalt wichtig.

Regens Rieg betonte auch, dass jeder Mensch seine Würde habe, was nicht mit Werten zu verwechselt sei. "Werte und Würde sind zwei paar Stiefel", so Rieg, der die Würde des Menschen als etwas das man nicht verdienen muss, sondern das von Gott geschenkt wurde, betrachtete. Ein Geschenk auf welches jeder stolz sein könne. Regens Rieg erinnerte auch an Momente, wo unter anderem in Grafeneck oder Buttenhausen die Würde der Menschen mit Füßen getreten wurde.

Als Christ dürfe man nicht den Mund halten, wenn zum Beispiel Flüchtlinge oder Asylsuchende als Schmarotzer bezeichnet werden oder über Menschen mit Behinderung getuschelt wird, dass es besser gewesen wäre, wenn sie erst gar nicht geboren wären. In der Begeisterung der Menschen wird für den Firmspender der Heilige Geist, der Herzen entflammen kann spürbar. "Die Gesalbten stehen auf dem Plan Gottes", war von dem in Gmünd geborenen Geistlichen zu erfahren. Und: Dass der Herr die Menschen braucht, die im und für das Leben stehen. Die meisten der Firmlinge wurden bei ihrer Taufe nicht gefragt, ob sie Christ sein wollen oder nicht. Jetzt, fast im Erwachsenenalter angekommen, bot sich ihnen die Möglichkeit für ein beherztes Ja. Begleitet wurde die Feierlichkeit durch Pfarrer Ansgar Leibrecht und Diakon Rudolf Tress. Teils modern und frisch sorgten die MünSingers und Herrmann Daigler an der Orgel für den musikalischen Part der Firmung.

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