"Jedes Kilo zu viel kostet Zeit"
Münsingen. Athletik pur gab es am Wochenende auf dem Hungerberg beim fünften Agility-Turnier der Hundefreunde Münsinger Alb zu sehen. Zuschauer erhielten interessante Einblicke in die rasante Hundesportart.
Raufer und unerzogene Hunde sind beim Agility fehl am Platz. So sah man am Wochenende auf dem Hungerberg, der sich durch die große Teilnehmerzahl in eine kleine Zeltstadt verwandelte, durchweg disziplinierte Vierbeiner, die auch ohne Leine wussten, wohin sie dürfen und wohin nicht. Je nach Kategorie (A0-A3) und Hundegröße (small, medium, large) standen den sportlichen Tieren - fast 200 an der Zahl - auf dem Parcoursgelände rund 20 Hindernisse, die in einer bestimmten Zeit und in einer bestimmten Reihenfolge bezwungen werden mussten, im Weg.
Auch wenn die Tiere zum Teil einen recht intelligenten Eindruck machten, die Zahlentäfelchen, welche neben den Hindernissen aufgestellt waren und die Reihenfolge der Hindernisse vorgaben, konnten sie dennoch nicht lesen. So waren die bellenden Tiere auf die Anweisungen ihres Hundeführers, der eigentlich immer einen Schritt voraus sein sollte, angewiesen.
"Das mit dem Schritt voraus ist nicht immer ganz einfach", erzählt Werner Wegscheider, der mit seinem dreijährigen Windhund Pinto an den Start ging. Denn wenn es bei dem Whippet-Rüden gut läuft, schafft er gut 60 Kilometer in der Stunde. Eindeutig zu schnell für sein Herrchen, der den Marathon immerhin in 3:10:00 läuft.
So blieb dem Wahlzüricher nichts anderes übrig, als Pinto zu bremsen, denn wäre der Hund ihm einen Schritt voraus, kämen seine Anweisungen sicherlich zu spät, was unwillkürlich zu Fehlerpunkten durch Auslassen der Hindernisse führen würde. Pinto hatte sich trotz seines Temperamentes im Griff und setzte seinen muskulösen Körper gerade so schnell ein, dass sein Herrchen noch mitkam.
So hat es dem sechsbeinigen Team am Ende mit null Fehlerpunkten und einer Zeit von 31,74 Sekunden ganz klar zum ersten Platz in der Wertungsklasse A1 gereicht. Vermutlich nicht nur deshalb gab es von Werner Wegscheider, der zum ersten Mal mit seinen Hunden die Alb besuchte, ganz großes Lob für die Münsinger Veranstaltung. "Hier ist es total entspannt, man merkt keinerlei Stress, ich kann dem Organisationsteam nur ein ganz dickes Lob aussprechen", so der Windhundbesitzer.
"Bei unseren Hunden achten wir neben der guten Ausbildung auch auf eine gesunde Ernährung, denn jedes Kilo zu viel kostet Zeit", war von Andreas Frasl, dem Vorsitzenden der Münsinger Hundefreunde zu erfahren. Erstmals wurde am Sonntag der Tag des Hundes vom Verband für das deutsche Hundewesen gefeiert. Anlässlich des Hundeehrentages gab es für alle vierbeinigen Besucher, die eine Schleife um den Hals gebunden hatten, ein kleines Präsent.
Präsente gab es auch für die Sieger. Aus den vereinseigenen Reihen des Veranstalters siegten am Samstag Bernd Schmauss mit seiner Lilly (A2 small), und mit seiner Lucy (A3 small), sowie Johannes Wallewein mit seiner Hundedame Danny (JP3 medium). In der Kategorie Jumping small sicherte sich das Team Schmauss-Lilly mit dem zweiten Platz ebenfalls einen Podestplatz. Auch am Sonntag, wo ein komplett neuer Parcours aufgebaut war, sicherte sich das Team Schmauss-Lilly einen dritten Platz beim Jumping small und Platz zwei in der Kategorie A2 small.
Auf Platz drei in der Kategorie A3 medium fand sich das Team Wallewein-Danny wieder. Einen klaren ersten Platz sicherte sich Jessica Schuster mit Chiwa in der JP3 small, wo Bernd Schmauss mit Lucy Platz zwei belegte. Vorstand Andreas Frasl weist darauf hin, dass am heutigen Dienstag zwischen 18 und 19.30 Uhr von den Hundefreunden ein Agilityschnupperabend angeboten wird. Eingeladen sind alle Hunderassen, wobei eine gute Erziehung vorausgesetzt wird.
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Autor: SABINE ZELLER-RAUSCHER | 08.06.2010
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Der Hundeführer beziehungsweise die Hundeführerin sollte immer einen Schritt voraus sein. Fotos: Sabine Zeller-Rauscher
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