Pistole aus der Donau

Die Polizei sucht die Donau nach der Waffe ab, mit der vor einem Monat in Neu-Ulm ein 31-Jähriger erschossen wurde. Prompt ist am Montag eine Pistole gefunden worden. Ob es die Tatwaffe ist, bleibt offen.

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Ist das die Waffe, mit der im Dezember der Chef einer Neu-Ulmer Sicherheitsfirma erschossen worden ist? Gleich zu Beginn der Tauchgänge in der Donau ist die Polizei fündig geworden. Gesucht wird aber weiter. Foto: Matthias Kessler

Gerade mal ein paar Meter flussaufwärts hatten Polizeitaucher den Donaugrund abgegrast, und schon wurden sie fündig: Am Montagmittag ist wenige Meter vor dem Fußgängersteg in der Friedrichsau eine Pistole aufgetaucht. Ist es die Tatwaffe vom 16. Dezember, mit der in der Neu-Ulmer Industriestraße bei einer Auseinandersetzung im Türstehermilieu ein 31-Jähriger erschossen und ein 41-Jähriger schwer verletzt worden ist?

Armin Mayer, Leiter der Sonderkommission von der Kripo Neu-Ulm, ist vorsichtig: "Wir gehen davon aus, dass in der Donau mehrere Waffen liegen." Die jetzt gefundene wird erst mal gesäubert und kommt zur Untersuchung ins Landeskriminalamt nach München, wo sich zeigen wird, wie lange sie schon im Fluss liegt. "Das dauert ein paar Tage." Unterdessen sucht die Tauchergruppe von der Technischen Einsatz Einheit (TEE) aus München die Donau bis zur Gänstorbrücke hoch zentimeterweise weiter ab.

Ein konkreter Hinweis, dass die Tatwaffe aus der Industriestraße in die Donau geworfen worden ist, liegt freilich nicht vor. "Es gibt keine heiße Spur", sagt Mayer: "Die Tauchgänge sind der kriminalistischen Routine geschuldet." Nachdem zunächst die Mülleimer um den Tatort und der engere Bereich dort untersucht worden waren, stellte sich die Frage: Wo entsorgt man etwas am ehesten? Naheliegend: Im Fluss.

Da die Donau ohne Hochwasser mittlerweile wieder ruhig fließt und im Winter relativ klar ist, spricht Christian Ertle von "idealen Bedingungen" für den Einsatz. Der Tauchgruppenführer ist mit zwölf Mann in Neu-Ulm oder vielmehr Ulm: Eingesetzt werden die Boote am HaLo-Sportzentrum. Dann tastet ein Taucher, gesichert von einem Leinenführer, die Donau auf Steinwurfbreite vom bayerischen Ufer her in Halbkreisen mit Metallsuchgerät auf Verdächtiges ab. "Halbschlagverfahren" nennt sich das. 1000 Bahnen dürften so bis zur Gänstorbrücke zusammenkommen.

Bis Ende der Woche sind die Münchner bestimmt in Neu-Ulm, wenn sie 300 bis 400 Meter am Tag schaffen. Nach anderthalb Stunden wird dabei der Taucher gewechselt, sechs sind insgesamt im Team. Start war jetzt bei 4,30 Meter Wassertiefe und 1,20 Meter Sicht. Die Tauchergruppe ist mit vier Fahrzeugen da, abends gehts für sie nach Haus zurück. Spezialgerät hat sie nicht dabei. Unterwasserkameras für große Tiefen und Sonargeräte für größere Gegenstände helfen bei dieser Suche nicht. Im Übrigen glaubt Ertle aus Erfahrung, dass noch einige andere Sachen auftauchen. "Wir finden auch Fahrräder, Tresore. . ."

Info Die Tauchergruppe aus München ist eine von dreien in der bayerischen Polizei, weitere gibt es in Nürnberg und Dachau. In der vergangenen Woche waren die Münchner auf der Suche nach einer Tatwaffe noch in der Isar in Landau im Einsatz.

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