Pepperoni kann weinen und lachen

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Mit Begeisterung und Hingabe: Wolfgang Kauter  spielt mit und für Kinder in der Astrid-Lindgren-Schule.   Foto: 

„Sei frech und wild und wunderbar. Das ist so ein typisches Zitat der unvergessenen Astrid Lindgren, die gestern ihren 110. Geburtstag gefeiert hätte. Ihr Geist ist überall dort, wo Kinder in Liebe aufwachsen können, ihre Geschichten „gelebt“ werden.

Vor zwanzig Jahren wurde der Name der schwedischen Schriftstellerin für eine neue Münsinger Schule ausgewählt. „Sie selbst hat das genehmigt“, erzählt Schulleiterin Uthe Scheckel. Der 14. November ist immer ein besonderer Tag. Das Pippi-Langstrumpf-Lied wird gesungen, die Schulfahne gehisst, an einer Tafel hängen Bilder und Texte, inzwischen 110 bunte Kerzen aus Papier.  „Sie hat es sich verdient, dass man sie im Bewusstsein der Kinder wachhält.“

Astrid Lindgren hätte gestern in „ihrer“ Schule ihre helle Freude gehabt. Denn Wolfgang Kauter, der Puppenspieler, war zu Gast. Mit Hingabe und Herzblut erzählte er die Geschichte von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Ob Erst- oder Viertklässler. Er zieht alle in seinen Bann. Von der ersten Minute an.

Ein Glück- und Segenslied für die Jubilarin und schon darf die kleine Emma mit der Drehorgel den Ton angeben.

Auftritt für den feinen Diener Johann, der auch dort abstaubt, wo kein Fünkchen Staub zu sehen ist – in der Luft. Er blickt neugierig durch das imaginäre Fenster und sieht: Die Kinder sind das Volk. Es sind Zuschauer, die mitmachen wollen. Sie finden schnell in das phantasievolle Spiel hinein, sind Teil der Geschichte vom wunderschönen Mädchen, das als Prinzessin vom Hof verjagt und von der bitterbösen Schwiegermutter bedroht wird. Das Herz will sie haben, die Eitle, die den Spiegel immer wieder nach der Wahrheit befragt.

Jäger Maxim zeigt Schwäche und gewinnt dadurch. Die Zwerge mit den lustigen Namen Zitronello, Pflaumo, Nutella, Orangino, Olivio und Kristallo und den bunten Zipfelmützen folgen dem großen  Pepperoni im lustigen „Holz-Quarz-Sand-und Gold-Schritt“ und erleben, dass man sich zusammen freuen und auch traurig sein kann. Sie sind solidarisch („Wer auf der Flucht ist, hat ein Recht hier zu sein.“) und mitfühlend. Als Prinz Ferdinand II mit seinem Pferd Colorada („kommt aus Marbach“) Schneewittchen rettet, ist die Begeisterung groß.

Das Gute hat gesiegt. Aber das ist es nicht allein. Es ist der besondere Zauber, die Leidenschaft mit der Wolfgang Kauter spielt.  Sein Figurentheater Kauter und Sauter gibt es seit 30 Jahren. Nach dem Tod seiner Frau Marianne wusste er nicht, wie es weitergeht. Das Schauspiel, die Pantomime ist heute eine noch intensivere Erfahrung. Er baut eine Nähe zu den Kindern auf, kann und will mit kleinen Nuancen im Spiel viel ausdrücken. Er zeigt, „dass jeder Mensch in der Welt seinen Platz hat, egal, welche Stärken und welche Schwächen er hat“.

Dieser Satz, der könnte auch von Astrid Lindgren stammen. „Da gibt es eine schöne Brücke“, sagt Uthe Scheckel. Die beiden Theateraufführungen, ermöglicht durch den Förderverein der Schule, waren der Auftakt zum Jubiläumsjahr. Geplant ist ein Schulfest und ein Tag der offenen Tür. An der Ostseite des Schulhofs soll ein Kletter-Spielgerät installiert werden – „der Hafen von Saltkrokan“ für Pelle, Tjorvens, Lennard, Malin, Niklas Nisse, Skrollan und natürlich Bootsmann – mögen sie in Münsingen auch andere Namen haben.

Das Märchen „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ wird am Sonntag, 19. November, 16 Uhr,  im Adler in Meidelstetten aufgeführt. Weitere Informationen unter www.kauter-und-sauter.de.

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