Oldtimer-Glanz im Alten Lager

Besucher der „schön & gut“-Messe sahen sie zuerst: die neue Dauerausstellung mit alten Magirus-Feuerwehrfahrzeugen  im Alten Lager.

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  • Vorsitzender Peter Burkhart vom Oldtimer Club Magirus (links) mit seinem Beisitzer Harald Rappelhofer und drei Magirus-Fahrzeugen im Alten Lager. Dort können die alten Feuerwehrfahrzeuge bald regelmäßig in Augenschein genommen werden.  Fotos: Joachim Lenk 1/2
    Vorsitzender Peter Burkhart vom Oldtimer Club Magirus (links) mit seinem Beisitzer Harald Rappelhofer und drei Magirus-Fahrzeugen im Alten Lager. Dort können die alten Feuerwehrfahrzeuge bald regelmäßig in Augenschein genommen werden. Fotos: Joachim Lenk Foto: 
  • Früher war die Wehr mit Pferdestärken unterwegs. Und mit Magirus. 2/2
    Früher war die Wehr mit Pferdestärken unterwegs. Und mit Magirus. Foto: 
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Es ist Franz Tress zu verdanken, dem Eigentümer von „Albgut“, dass die alten Magirus-Fahrzeuge aus Ulm eine neue Heimat in Münsingen gefunden haben. Bis Ende August vergangenen Jahres waren die Oldtimer noch im ehemaligen Werk 2 der IVECO-Magirus Brandschutztechnik in Ulm zu bewundern. Da das Unternehmen, das inzwischen zum niederländischen CNH-Konzern gehört, die Räumlichkeiten für eigene Zwecke benötigte, musste der Oldtimer Club Magirus IVECO das Werksgelände mit seinen Exponaten verlassen.

70 Fahrzeuge in der Sammlung

Mitarbeiter und ehemalige Bedienstete des Hauses IVECO-Magirus erwerben seit vielen Jahren immer wieder interessante Oldtimer aus der langen Markenhistorie, die sie mit großem persönlichem Engagement restaurieren. Vor 17 Jahren wurde der Verein ins Leben gerufen, der heute rund 240 Mitglieder zählt, informiert Vorsitzender Peter Burkhart. Heute umfasst die Sammlung 70 Fahrzeuge und 25 Exponate aus den Jahren 1920 bis 2012. Von der „Elevator-Patent-Leiter“, die durch eine Seilwinde aufgerichtet und ausgezogen wird, über die Petroleum-Motorspritze, die Pferde ziehen, bis zur ersten automobilen Elektro-Drehleiter ist alles vertreten.

Etwa die Hälfte der Fahrzeuge und Exponate standen bis Ende Oktober in Baltringen bei Laupheim. Dabei handelte es sich um eine Unterstellmöglichkeit, um ein Übergangsquartier, das keinen Publikumsverkehr zugelassen hat, erzählt Burkhart. Vergangene Woche wurden die fahrbereiten Lastkraftwagen mit Überführungskennzeichen aus dem Landkreis Biberach in den Landkreis Reutlingen auf das Gelände mit dem denkmalgeschützen Ensemble gefahren.

Historische Werkstatt folgt

Die roten Fahrzeuge und die Tragkraftspritzen von 1933 bis 1966 stehen jetzt im hölzernen S3-Gebäude. Weitere Feuerwehrautos von anno dazumal sind zudem in dem ein paar Schritte entfernten ehemaligen Werkstattgebäude AT4 zu bewundern. In den nächsten Wochen richtet der Oldtimer Club Magirus IVECO im Gebäude AT3 eine Werkstatt ein. Mit allem, was dazugehört, erzählt Burkhart.

Dann können sich die Besucher vom kommenden Jahr an ein Bild machen, wie früher gearbeitet wurde. Die neue Ausstellung wird zusammen mit „Albgut“ eröffnet. In diesem Zusammenhang dankt Burkhart Investor Tress, der die Räumlichkeiten zu „einem äußerst günstigen Mietpreis“ zur Verfügung stellt.

Und was geschieht mit den restlichen Fahrzeugen, die noch in Ulm an zwei Standorten hinter verschlossenen Türen stehen? Dieser Teil der Sammlung soll in Ulm bleiben. Deshalb hat er dem neuen Oberbürgermeister Gunter Czisch einen Brief geschrieben, mit der Bitte, dass die Stadt dem Verein geeignete Räume zur Verfügung stellt.

Am liebsten wäre es den Mitgliedern, einen Platz in den alten Gemäuern der Wilhemsburg zu bekommen, wo in den nächsten Jahren ein Technikmuseum vorgesehen ist. „Wir haben genügend Fahrzeuge, um beide Standorte bestücken zu können“, sagt Burkhart, dessen Lebensaufgabe es ist, ein Stück Ulmer Industriegeschichte unvergessen zu machen. Und der Vereinsvorstand denkt schon weiter: „Wir können die Exponate Jahr für Jahr zwischen Münsingen und Ulm austauschen.“

Magirus in Ulm baut seit 1864 Fahrzeuge und Vorrichtungen für die Feuerwehren in der ganzen Welt. Dort wurde im 19. Jahrhundert unter anderem die „Ulmer Leiter“ entwickelt, eine zweirädrige Schiebleiter mit einer Steighöhe von bis zu 14 Metern. Das war damals eine echte Revolution, denn erstmals konnte eine Leiter im Freistand bestiegen und im ausgezogenen Zustand bewegt werden.

Standort Ulm Bis heute fertigt die Magirus GmbH in Ulm und an anderen Standorten Feuerwehrfahrzeuge wie Löschfahrzeuge, Drehleitern, Rüst- und Gerätewagen sowie Pumpen und Tragkraftspritzen. Die Magirus GmbH ist inzwischen Teil des niederländischen CNH Industrial Konzerns, einem der weltweit größten Unternehmen im Investitionsgüterbereich, der zu den größten und technologisch führenden Anbieter von Brandschutz- und Katastrophenschutz-Technik zählt. Magirus hat daran einen großen Anteil. lejo

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