Nichts für medienüberreizte Gehirne

Die Ausstellung mit Bildern und Skulpturen von Simone Schulz im Biosphärenzentrum ist ein Novum. Zum ersten Mal sind hier künstlerische Objekte zu sehen, die sich auf die Alblandschaft beziehen.

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Simone Schulz stellt Bilder und Skulpturen im Biosphärenzentrum aus. Foto: Bloching

Die Untermarchtalerin Simone Schulz will ihre Kunst nicht dazu missbrauchen, sich selbst darzustellen.

Vielmehr geht es ihr darum, durch Bilder und Skulpturen eine Ebene zu finden, auf der Details sicht- und begreifbar gemacht werden und ein Bezug zur Landschaft hergestellt wird.

"Für mich ist Kunst das Fahrzeug zum Biosphärengedanken", sagt die Künstlerin. Deshalb stellt sie nicht nur Werke im Biosphärenzentrum aus, sondern bietet in Form von Workshops auch die Möglichkeit, den ehemaligen Truppenübungsplatz mit all seinen Geheimnissen, seiner Stille und seiner Geschichte zu entdecken, zu zeichnen und zu malen.

Zu Fuß und mit dem Fahrrad wird am Ostermontag, 1. April, und am Donnerstag, 4. April, jeweils um 14 Uhr nach Motiven Ausschau gehalten, die dann auch - sofern das Wetter gut ist - direkt vor Ort festgehalten werden. Bei Regen werden Motive fotografisch gesammelt und im Biosphärenzentrum mit gestellten Mal- und Zeichenutensilien zu Papier gebracht.

Das Vermitteln vom "Hinschauen und ins Detail gehen" ist Simone Schulz ein Bedürfnis. Sie will auf den Variantenreichtum aufmerksam machen und zeigen, welche Formen und Farben die Natur hervorbringt.

"In der intensiven Art des Sehens und Wahrnehmens verändert sich etwas. Farben treten viel deutlicher und strahlender hervor". So trägt auch ihre Ausstellung den Biosphärengedanken des genauen Hinsehens und ist nicht auf Selbstdarstellung ausgelegt.

Seit die letzten Schüsse auf dem Truppenübungsplatz gefallen sind, beobachtet Simone Schulz die Vorgänge rund um das Gelände und auch die Begehrlichkeiten der Menschen. Sensationen, so sagt sie, gäbe es hier keine zu finden. Vielmehr erwarte die Besucher hier eine Eintönigkeit, die es auszuhalten gelte. "Damit kommt nicht jedes medienüberreizte Gehirn zurecht", ist sie überzeugt.

Hinter jeder Ecke würden Attraktionen erwartet, dabei aber die schönen kleinen Details völlig übersehen. So musste sie selbst etwa fünf Jahre warten, bis sie überhaupt einmal ein Wildschwein im ehemaligen Truppenübungsplatz zu Gesicht bekommen hat. Fährten allerdings nahm sie zuvor schon öfters wahr.

Um die besonderen Farben dieser einzigartigen Landschaft aussagekräftig darstellen zu können, malt Schulz mit Tusche, Acryl, Eitempera, Erdpigmenten sowie Kupfer- und Eisenoxyde auf Aluminium. Dadurch kann sie feinste Farbnuancen voneinander abgrenzen, die versteckte Sonne hinterm nebligen Wintergrau nur gelblich angehaucht andeuten oder auch dem Schnee einen blau-silbernen Schimmer verleihen.

Ihre erdfarbig-prächtigen Bilder auf Papier passen an die Wände der früheren Militärwachräume, kabinettartig wie in einem Museum bieten sie die ideale Präsentationsplattform. In schwarze Umhänge eingehüllt laufen gebückte weibliche Gestalten durch die karge Alblandschaft und werfen Fragen auf, wie früher die Menschen hier gelebt haben. Denn in ihrer Kunst widmet sich Simone Schulz auch dem sozialen Aspekt, das machen die Bilder vom "Ikarus vom Lautertal" Gustav Mesmer deutlich.

Abgerundet wird die Ausstellung von Skulpturen aus Gauinger Travertin und Böttinger Marmor, die einen greifbaren Bezug zur Region herstellen. "Mir ist es wichtig, zum jeweiligen Ausstellungsort die maßgeschneiderten Konzepte zu schaffen", sagt die Künstlerin. Auf Terminanfrage führt sie die Besucher im Biosphärenzentrum während der Ausstellungszeit bis Ende April selbst durch die Ausstellung.

Info Anmeldungen zu den Workshops am Ostermontag, 1. April, und Donnerstag, 4. April, jeweils um 14 Uhr über das Biosphärenzentrum unter Telefon: 0 73 81/93 29 38 31, unter biosphaerenzentrum@rpt.bwl.de oder direkt bei Simone Schulz unter Telefon: 0 73 93/8 27 03 89 sowie unter Schulzkunst@web.de.

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