Münsinger Schillerschule setzt Zeichen gegen Ausgrenzung

In der Schillerschule wird aktiv gegen jegliche Art von Rassismus und Diskriminierung vorgegangen. Sie schließt sich einem Netzwerk an, das sich gegen Mobbing wendet und Zivilcourage unterstützt.

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Evelyn Merkle, Irina Gertner und Regina Schneider hätten sich für die Projektprüfung in Klasse 10 mit den Rechten der Frauen befassen oder den Spuren der Schwabenkinder folgen können. Auch Greenpeace stand unter dem Thema "Menschenrechte und Milleniumsziele" zur Wahl. Spannend. Und doch haben sie sich für ein Arbeitsfeld entschieden, das sie unmittelbar betrifft: das Klima an ihrer Schule. Wie kann es nachhaltig verbessert, das Miteinander tolerant und offen gestaltet werden? Durch diese Fragen sind sie auf das Netzwerk "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" gestoßen, dem bundesweit bereits mehr als tausend Bildungseinrichtungen angehören. Es verleiht einen Titel, der nicht einer Auszeichnung gleichkommt, die einmal erworben, statisch erhalten bleibt. Er bedeutet Selbstverpflichtung, verlangt, dass auch in Zukunft alles dafür getan wird, um Rassismus erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Gemeint sind damit alle Formen von Diskriminierung und Mobbing. 82,6 Prozent aller Schüler und Lehrer haben dies mit ihrer Unterschrift versprochen, 70 Prozent (220 Namen) wären für die Verleihung des Titels Minimum gewesen.

Die drei Schülerinnen haben es sich nicht einfach gemacht. Sie wollten wirklich überzeugen, nicht Listen voll bekommen. Sie sind in die Klassen gegangen ("Die Jüngeren haben mehr mitgemacht") und haben darüber geredet, was es überhaupt bedeutet, schikaniert zu werden, welchen Albtraum die Betroffenen durchleben. Ausgrenzung, nur weil sie anders reden, eine andere Hautfarbe oder Religion haben, anders gekleidet sind, nicht das machen, was alle machen. Schikanen wegen Nichts. "Es ist wichtig, dass ihr den Mut habt etwas dagegen zu sagen und handelt, wenn ihr seht, dass jemand fertig gemacht wird." Wegschauen geht gar nicht. Die Schülerinnen warben intensiv für ein besseres Klima, damit sich "Schüler und Lehrer wohl fühlen und mit Freude zur Schule gehen".

Schulleiterin Nicole Breitling ("Ihr habt etwas sehr Wertvolles hinterlassen") und Lehrerin Susanne Sauer ("Es ist faszinierend, wie sie es rübergebracht haben") loben die Nachhaltigkeit und Intensität. Das Projekt wird positive Folgen haben, denn der Titel bedeutet eine Selbstverpflichtung. Es sollen langfristig Initiativen entwickelt werden, um Diskriminierung zu überwinden. Kommt es zu Gewalt, verletzenden Äußerungen oder Handlungen ist jeder dazu aufgerufen, sich einzumischen und für eine gegenseitige Achtung einzutreten. Auch soll ein Mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierung durchgeführt werden. So haben die drei Jugendlichen, die nach ihrem Abschluss aufs Berufskolleg wollen, ihrer Schule nicht nur einen Titel hinterlassen, sondern auch Hausaufgaben, die es zu erledigen gilt.

Info Weitere Infos unter www. schillerschule-muensingen.de und www.schule-ohne-rassismus.org.

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