Ludwig übernimmt von Hiller

Über 70 Mitglieder versammelten sich am Samstag zur Mitgliederversammlung des Bund Naturschutz Alb-Neckar. Interessante Aus- und Rückblicke standen neben Neuwahlen in der Vorstandschaft an.

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Der neue Vorsitzende des Bund Naturschutz Alb-Neckar Manfred Ludwig, der scheidende Schatzmeister Manfred Aichele, der neue Schatzmeister Horst Baier, der scheidende Vorsitzende Werner Hiller (v. l.) . Foto: Sabine Zeller-Rauscher

"Die gesellschaftliche Leistung des Bund Naturschutz Alb-Neckar kurz BNAN wird viel zu wenig gewürdigt", ist sich Versammlungskoordinator Wolfgang Riedel sicher und sagt: "Ich meine, dass die meisten Menschen in der heutigen Zeit die Natur nicht mehr verstehen. Sie haben zu ihr keine Verbindung, ja keine Bindung mehr". Wohl einer der Gründe, weshalb auch der BNAN mit Mitgliederrückgang kämpfen muss. Dennoch blickt der BNAN auf eine 40-jährige Erfolgsgeschichte, was aus dem ausführlichen Bericht des scheidenden 1. Vorsitzenden Werner Hiller zu entnehmen war.

Hiller nutzte die Gelegenheit um in einem kleinen Streifzug auf 40 Jahre BNAN zurückzublicken. Der Verein sehe sich nicht nur in Pflegemaßnahmen, sondern auch in anderen notwendigen Tätigkeitsbereichen wie beim Erfassen und Kartieren von Pflanzen- und Tierarten sowie in der Ausweisung und Betreuung von Biotopen und unter anderem in der Erarbeitung von Stellungnahmen zu bestimmten Planungen seine Aufgabe. Infoabende und Exkursionen würden Information und Aufklärung über bestimmte Naturthemen leisten. Organisation, Leitung und Verwaltung kämen so jedes Jahr auf über 10 000 Ehrenamtsstunden.

Die Zusammenarbeit mit dem amtlichen Naturschutz, den Flurerneuerungs- und den Wasserschutzverbänden, dem Forst und den anderen Naturschutzverbänden seien in der Vergangenheit angestrebt und beibehalten worden.

Als ganz wichtiges Ereignis in den letzten 40 Jahren, sei die Beantragung der Unterschutzstellung des ehemaligen Truppenübungsplatzes, der Keimzelle des heutigen Biosphärengebietes gewesen. Als notwendig sieht Hiller das Schaffen von mehr Biotopen für die Insektenfauna insbesondere für die Biene an. Von Albert Einstein würde nicht nur die Quantentheorie stammen, sondern auch die Aussage, "wenn heute die letzte Biene stirbt, stirbt in vier Jahren der letzte Mensch. Er ist verhungert". In China seien inzwischen Landarbeiter mit kleinen Pinseln im Einsatz, als Ersatz für die Bestäuberinsekten, damit genügend Nahrungsmittel produziert werden können. Für Hiller ein deutliches Beispiel, wie systematisch, manchmal mit großen Schritten die Umwelt und somit der Lebensraum des Menschen zerstört wird.

Mit Blick auf die Energiewende betonte Hiller, dass dabei die Ökobilanz ausgeglichen sein sollte. Anlass zur Sorge bereitet Hiller unter anderem der Bau von Windkraftanlagen in Waldgebieten. "Für jede Windkraftanlage muss ein Hektar Wald gerodet werden, manche meinen deutlich mehr", so Hiller. Er sparte abschließend nicht mit großem Dank an die zahlreichen Ehrenamtlichen, welche sich von der Gründung des Vereins bis heute eingebracht haben.

Von einem guten Jahr in Sachen Bilanzen und einem ausgeglichenen Haushalt berichtete der scheidende Schatzmeister Manfred Aichele, der die wohlwollende Unterstützung von Seiten der Ämter lobte. Seit Bestehen des Vereins wären die staatlichen Zuschüsse an den Verein noch nie so hoch gewesen.

Positiv auch die Berichte der Zeltlagerleiter Josef Letschke und Ingo Seiter, die über eine rege Jugendarbeit berichteten. Das Naturschutz-Jugendlager, bei dem sich Jugendlichen neben spannenden Workshops, Ausflügen und Spielen aktiv in den Naturschutz einbringen können, zählt zu den Höhepunkten der Jugendarbeit.

Die Entlastung der Vorstandschaft übernahm der Naturschutzbeauftragte Herrmann Wurz, der aufgrund seines fortgeschrittenen Alters (82 Jahre) und seines immer noch regen und engagierten Tuns, liebevoll vom Versammlungskoordinator als "graue Eminenz" betitelt wurde. "Ich glaube feststellen zu dürfen, dass es keinen Naturschutzverein gibt, der so viel praktischen Naturschutz im Ehrenamt bestreitet", so Wurz, der die Versammlung auch als Wahlleiter unterstützte.

Ohne Gegenstimmen wurden gewählt: Manfred Ludwig als 1. Vorstand, Ingo Seiter als Stellvertreter, Horst Baier als Schatzmeister, Stephan Brendle als stellvertretender Schatzmeister, die Vorstandsmitglieder Horst Kübler, Bruno Roth, Hans Wolfer und Heinz Veres, die Kassenprüfer Willi Burghard und Dr. Helmut Heimeier, die Schriftführerinnen Hildburg Jaesche und Anja Bär (stellvert.) sowie die Grundstücksreferenten Horst Geupel und Werner Simon. Aus ihren Ämtern schieden der 1. Vorsitzende Werner Hiller, Schatzmeister Manfred Aichele und Kassenprüfer Kurt Holder. Auch Rudi Deile, Leiter der Redaktion des Mitteilungsheftes wird aus privaten und gesundheitlichen Gründen dem BNAN nicht mehr schreibend zur Verfügung stehen.

Spannende Einblicke in die Streuobstwiesen bot der Film "Unsere Streuobstwiesen - wo Halsbandschnäpper, Neuntöter und Wendehals leben" von Horst Geupel. Ingo Seiter berichtete abschließend von der Arbeitsgruppe Remstal.

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