Licht - energiesparend und auf den Punkt gebracht

Die Lichter gehen nie aus, auch auf der Schwäbischen Alb nicht. Aber nicht überall wird die Nacht zum Tag gemacht: Zwei Gebiete gibt es im Biosphärengebiet, über denen klar die Sterne leuchten.

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. Aktuelle Lichtverschmutzungskarten aus dem Weltraum zeigen es: Die Gegenden um den ehemaligen Truppenübungsplatz und um Hayingen sind vom Lichtsmog weitgehend verschont. Das birgt Potenzial, ist für Hobbyastronomen interessant. Und von ihnen schon entdeckt. Eine Interessengruppe um Matthias Engel engagiert sich für einen Sternenpark Schwäbische Alb als Dark Sky Park (Nachtschutzgebiet) ein. (Siehe Artikel unten rechts).

Und dabei haben die Mitglieder bei weitem nicht nur die freie Sicht zur Milchstraße im Blick. Auch der Schutz von Vögeln, Fledermäusen und Insekten liegt ihnen am Herzen. Zuviel Licht - Straßenleuchten, Anstrahlen von Kirchen und Firmengebäuden, Disco-Skybeamer - locken Insekten in den Tod, bringen Zugvögel vom rechten Kurs ab, irritieren Fledermäuse auf Futtersuche. Auch dem Menschen kann die ungebremste Helligkeit aus dem Tag-Nacht-Rhythmus werfen.

Außerdem, und da wird es für Städte und Gemeinden richtig interessant: Sorgt man für gezielte, zeitgesteuerte und moderne Beleuchtungstechnik, lässt sich Geld sparen.

Eine ganze Reihe an Informationen und Tipps in Sachen richtiger, bedarfsorientierter Beleuchtung gibt die Ausstellung "Faszination Astronomie - Der Sternenhimmel über der Schwäbischen Alb und der richtige Umgang mit Licht" im Biosphärenzentrum im Alten Lager. Sie ist ein Projekt der Sternenfreunde und des Nabu zur "Aufklärung und Information über Lichtverschmutzung", will zeigen, was jeder Einzelne und natürlich die Gemeinden, als Herren des Lichts, dagegen tun können.

In Münsingen kommt die Thematik jetzt im Rahmen der Haushaltsberatungen auf den Tisch. Wie Vieles in einer Flächenstadt ist die Straßenbeleuchtung eine kostspielige Angelegenheit. Um die 2400 Lampen leuchten die Straßen aus. "Teilweise", sagt Jürgen Weber, Leiter des Tiefbauamts, "stammen sie noch aus den 60er Jahren. Die meisten aber sind aus den 70er Jahren." Vor zwei Jahren hat man damit begonnen Pilzleuchten - um die 130 Stück - im Stadtgebiet durch neue Lampen zu ersetzen. Die Technik war veraltet, der Leuchtkörper vergilbt und verdreckt, sodass kaum noch Licht durchkam. 60 000 Euro hat die Aktion gekostet. Letztes Jahr wurden, ob der miesen Finanzlage der Stadt, keine weiteren Lampen ausgetauscht. 2012 stehen nun wieder 130 Straßenleuchten auf der Liste. Noch unklar ist, ob sie mit Natriumdampfleuchten oder aber mit LED-Technik , ausgerüstet werden; "die ist", so Weber, " noch nicht voll ausgereift". Mit moderner Beleuchtungstechnik kann Münsingen in der Parksiedlung aufwarten. Dort strahlen im Alugehäuse Natriumdampflampen. Eine Spiegeloptik lenkt das Licht nach unten, sorgt dafür, dass kein Licht nach oben verschwindet, sondern nach unten strahlt. Eine Lichtkonzeption, wie sie von den Sternenfreunden angeregt wird, gibt es in Münsingen im Moment noch nicht. Aber, so Weber, "natürlich begleiten wir das Projekt Sternenpark Schwäbische Alb sehr wohlwollend".

Übrigens: Die Unesco beschäftigt sich zurzeit bereits mit dem Projekt "Welterbe Sternenhimmel". Und das Biosphärenreservat Rhön schmiedet schon Pläne für einen Dark Sky Park.

Info Die Ausstellung "Faszination Astronomie - Der Sternenhimmel über der Schwäbischen Alb und der richtige Umgang mit Licht" ist noch bis 29. Februar im Biosphärenzentrum zu sehen. Die Öffnungszeiten: 11 - 17 Uhr, dienstags geschlossen.

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