Lehrer können Kinder am besten beurteilen

Derzeit entscheiden Eltern von Grundschülern, welche weiterführende Schule ihr Sprössling besuchen soll. Die bindende Empfehlung der Schulen ist passé. Noten spielen jedoch weiter eine wichtige Rolle.

|
Die Gesamtelternbeiratsvorsitzende Jeanette Turban rät dazu, sich auf das Urteil der Lehrer zu verlassen.Foto: Ott

Gymnasium, Realschule oder doch die Werkrealschule? In diesem Jahr sind viele Eltern bei der Entscheidung, welche Schule ihr Nachwuchs künftig besuchen soll, in der Theorie zunächst einmal auf sich allein gestellt. Die Grundschulempfehlung gibt es zwar weiterhin, doch für die Eltern ist die dort getroffene Aussage nicht mehr bindend. Wir sprachen mit Jeanette Turban, Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Münsinger Schulen, über Möglichkeiten, zu einer richtigen Entscheidung zu kommen, die für das Kind sinnvoll ist.

Zunächst einmal sind die Noten für die Empfehlung der Schule weiterhin maßgeblich. Das neue Schulgesetz nennt als Maßstab für das Gymnasium einen Durchschnitt von mindestens 2,5 für die Fächer Deutsch und Mathematik. Die Anforderungen der Realschule erfülle das Kind im Regelfall mit einem Schnitt von 3,0 in den beiden genannten Fächern.

Aus ihrer Sicht ist es in jedem Fall sinnvoll, sich auf die Beurteilung der Lehrer zu verlassen und diese umzusetzen, da die Lehrer die Kinder aus schulischer Perspektive besser kennen würden, als dies den Eltern möglich sei. Entscheidend für die Beurteilung seien auch Faktoren wie die Lernfähigkeit und die Bereitschaft, sich in den Unterricht einzubringen.

Gibt es von der Notenseite her für das Kind mehrere Möglichkeiten, sei die Information über die Schule, den Lernstoff und die Stundenpläne überaus wichtig. "Eltern und Kinder sollten Schnuppernachmittage und Informationsabende nutzen", rät Turban, die selbst Mutter von vier Kindern ist. Kinder sollten sich selbst ein Bild von der Schule machen.

Den Eltern rät sie, das Kind unbedingt in die Entscheidung miteinzubeziehen. "Wenn das Kind trotz der Eignung für die Realschule auf die Hauptschule möchte, weil dort zum Beispiel alle Freunde hingehen, sollte es das auch tun können", so Turban. Dann nämlich gehe es viel lieber zur Schule, bekomme bessere Noten und könne später immer noch weiterführende Schulen besuchen.

Nicht zuletzt sei ein späterer Wechsel an eine höhere Schule ebenfalls denkbar. Das gilt natürlich auch für die umgekehrte Richtung, doch diesen Weg empfinde das Kind zumeist als persönliche Niederlage. Die Anforderungen an den achtjährigen Gymnasien seien sehr hoch, unterstreicht sie.

Nicht zuletzt bietet Turban all jenen Eltern, die unsicher sind, die Unterstützung der Elternbeiräte an. Das gelte sowohl für die Grundschulklassen wie auch für jene Elternbeiräte, die an der in Frage kommenden weiterführenden Schule aktiv sind. Oftmals lasse sich beispielsweise auch im Gespräch mit der Schulleitung leichter eine Lösung finden als dies bei einem Alleingang der Eltern möglich sei. Den Kontakt zu den jeweiligen Elternvertretern könnten die Schulen jederzeit vermitteln.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Adventsmärkte graben Traditionsmarkt das Wasser ab

„In fünf Jahren brauchen wir vermutlich nicht mehr in die Stadt kommen“, war sich Rudi Schrade sicher. Wie er dachten viele. weiter lesen