Kein Führerschein und Diebstahl von Leergut

Ohne Führerschein steuerte ein 29-Jähriger mit dem Auto einen Getränkemarkt an. Dort stahl er Leergut. Die Folge: Sieben Monate Haft zur Bewährung.

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Das Verhältnis zwischen potentiellem Ertrag, dem Risiko und den juristischen Folgen, die der 29-Jährige dieser Tage zu spüren bekam, fällt denkbar schlecht aus. Ende Juli vergangenen Jahres fuhr der Angeklagte um die Mittagszeit mit seinem Auto in einen Getränkemarkt. Dort freilich wollte er weder den Familienvorrat an Mineralwasser ergänzen noch die Grundlage für den nächsten Partyabend erwerben. Vielmehr hatte er es auf leere Kisten abgesehen. Insgesamt 19 Stück verstaute er in dem Personenwagen einer bekannten Marke aus Ingolstadt. Gegenwert in bar: 61 Euro. Doch zu der offensichtlich geplanten Rückgabe der leeren Flaschen in einem anderen Markt kam es nicht. Denn nicht lange, nachdem er wieder zu Hause eingetroffen war, suchte ihn die Polizei auf. Zwar stritt er die Tat zunächst ab, doch er konnte nicht einmal mit dem geforderten Führerschein dienen. Obendrein stand er wegen einer einschlägigen Tat zu dieser Zeit noch unter Bewährung und war außerdem einige Zeit zuvor auf der Rückfahrt von Bad Urach nach Münsingen auf der damals noch gesperrten B 465 von der Polizei angehalten worden. Auch da konnte er keinen Führerschein vorweisen.

Jetzt also warf ihm Rechtsreferendar Tim Stuckert die zweifache Fahrt ohne Führerschein und den Diebstahl des Leerguts vor und forderte den Einzug des Autos.

Entgegen seinen bisherigen Angaben räumte der Beschuldigte, der ohne Verteidiger zur Verhandlung erschienen war, die Vorwürfe jetzt gegenüber dem Vorsitzenden Richter Joachim Stahl ein. Zudem gab er an, sich "ändern zu wollen". Daher habe er eine psychologische Beratung aufgesucht. Unterm Strich hat der 29-Jährige in den vergangenen vier Jahren sechs einschlägige Straftaten begangen, ergab ein Blick in das Vorstrafenregister.

Für die Staatsanwaltschaft war der Fall klar: Die geforderte siebenmonatige Haftstrafe könne nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden. Doch das Gericht gewährte dem jungen Mann "noch eine Chance" auch mit Blick auf die beruflichen und familiären Folgen. Das Strafmaß blieb bei sieben Monaten. Der Vollzug wird aber für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, zudem verhängte Stahl eine Geldauflage in Höhe von 1500 Euro.

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