Kakaobohne reist weit

Im Münsinger Weltladen fand kürzlich in Verbindung mit dem Ferienprogramm die Veranstaltung "Wo wächst die Schokolade?" statt. Mehr als 25 Kinder nahmen teil und ließen sich über Hintergründe informieren.

|
Vorherige Inhalte
  • Das Ferienprogramm im Münsinger Weltladen drehte sich um die Frage "Wo wächst Schokolade?". Fotos: Gerlinde Wenger-Greve 1/2
    Das Ferienprogramm im Münsinger Weltladen drehte sich um die Frage "Wo wächst Schokolade?". Fotos: Gerlinde Wenger-Greve Foto: 
  • Zum Abschluss gab es für die Kinder im Weltladen ein Schokoladenfondue. 2/2
    Zum Abschluss gab es für die Kinder im Weltladen ein Schokoladenfondue. Foto: 
Nächste Inhalte

Gleich zu Beginn wurde die Themafrage "Wo wächst Schokolade?" mit den 26 interessierten Kindern, die in zwei Gruppen morgens und mittags im Weltladen zusammengekommen waren, mit einer großen Weltkarte erörtert und gezeigt, in welchen Ländern die Kakao-Bohne wächst. Etwa in Mexiko, in Guatemala, in Bolivien oder in Honduras. Dort arbeiten Menschen unter schwierigen Bedingungen auf Kakaoplantagen, erhalten aber keinen gerechten Lohn. Damit die Familie überleben kann, müssen auch Kinder mitarbeiten und können oft nur unregelmäßig die Schule besuchen. Fair gehandelte Schokolade und Schokolade, die nachweislich ohne Kinderarbeit hergestellt wird, dient also dazu, solche sozialen Ungleichheiten abzumildern - dies leuchtete den Kindern durchaus ein.

Doch wann und wie kam denn nun die Schokolade zu uns nach Europa? Eine kleine Tasse mit einem sehr bitteren Wasser-Kakao für jedes Kind diente als Anschauungs-Material: So etwa schmeckte wohl das Getränk, das Hernando Cortés von den Azteken mit nach Spanien brachte. Dort wurde es lange Zeit als teures, aber gesundheitsförderndes Getränk vor allem in der höheren Gesellschaft getrunken, beliebter wurde es dann, als man auf die Idee kam, Vanille und Zucker zuzusetzen, heißt es im Bericht der Weltladengruppe. Gestärkt mit einer Tasse "normalem" Kakao, wie ihn die Kinder zu Hause trinken, ging es dann in zwei Klein-Gruppen auf weitere Schoko-Entdeckungen.

Bei Irmgard Heilig gab es für die Kleingruppe zuerst ein Spiel mit Bildern vom Kakao-Anbau und seiner Verarbeitung von der Kakao-Bohne bis zum Schoko-Riegel im Laden. Dann ging es um die Arbeitsbedingungen der Arbeiter, und es wurde gezeigt, was "Faire Schokolade" ausmacht und warum sie teurer sein muss als die Schokolade der großen bekannten Hersteller, die man im Supermarkt kaufen kann.

In der zweiten Gruppe ging es um die heutigen Schoko-Tafeln, die aber erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts hergestellt werden. Wie viele verschiedene Sorten gibt es wohl? Und wie schmecken die? Warum mischen findige Kakao-Hersteller in ihre Schokolade Gewürze oder Früchte oder gar Alkohol?

In der Schoko-Küche bei Gerlinde Wenger-Greve durfte verschiedenfarbige Schokolade probiert werden. Angenehmer Abschluss war das Schoko-Fondue, bei dem die Kinder frisches und getrocknetes Obst in geschmolzene Schokolade tauchen und essen durften.

Natürlich wurden dann die Gruppen getauscht, sodass jedes Kind mit denselben Informationen bei der abschließenden Spiel-Phase mitmachen konnte: Es gab ein Quiz, in dem nun die neuen Kenntnisse erfragt und Schätzfragen gestellt wurden. Am Ende sollten die Teilnehmer spielerisch nachempfinden, wie schwer die Säcke mit Schoko-Bohnen sind, die die Kinder in den schokoproduzierenden Fabriken heranschleppen müssen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Den Ausbrechern drohte Therapieende

Es ist erst wenige Jahre her, da sorgte das Zentrum für Psychiatrie in Zwiefalten für Schlagzeilen, als es eine regelrechte Ausbruchsserie gab. Darauf wurde reagiert, mit baulichen und räumlichen sowie mit organisatorischen Veränderungen und Verbesserungen, wie gestern Professor Dr. Gerhard Längle, Leitender Ärztlicher Direktor ZfP Südwürttemberg, im Rahmen einer Pressekonferenz erläuterte. „Wir waren der Meinung, dass wir den historischen Bau genügend gesichert haben“. weiter lesen