Jeder Treffer ins Schwarze bringt ein kunterbuntes Ei

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Fünf Treffer, fünfDEier: Günter Last lässt es sich beim Ostereierschießen schmecken.  Foto: 

Eier hatte Günter Last früher zuhauf, heute muss er die Eier kaufen oder schießen. 600 Hühner scharrten bis 1989 im Stall des Landwirts, der den Heuhof am Rande von Bremelau umtrieb. Viel Arbeit gab es damals auf dem Aussiedlerhof. „Hätte ich damals mehr Zeit gehabt, wäre ich gerne im Schützenverein eingetreten, doch die Landwirtschaft erlaubte mir dieses Hobby nicht“, erinnert sich der 77-Jährige, der in unserer Zeitung per Zufall auf das Ostereierschießen des Schützenverein Münsingen gestoßen ist.

„Als ich das gelesen habe, habe ich mir gedacht, dass das eine gute Möglichkeit ist, zu testen, wie es um mich steht. Ich wollte wissen, ob ich beim Schießen zittrig bin und ob ich noch gut genug sehe, um ins Schwarze zu treffen“ so der Bremelauer, der mit Schwiegertochter Ines zum Schießen kam.

Das Reglement des Ostereierschießens ist schnell erklärt. Man kauft zehn Schuss und schießt von zehn Metern Entfernung. Zwölf bis 14-Jährige Schützen konnten wie Schützen ab 70 Jahren zwischen liegend, stehend und aufgelegt entscheiden, während der Rest unter den Augen von Schießleiter Adrian Sievers-Engler stehend sein Glück versuchen musste. Jeder Treffer ist Schwarze brachte am Ende ein kunterbuntes Ei und für die goldene Mitte, sprich die Zehn gab es noch ein weiteres Ei obendrauf. Ein rotes, ein gelbes, ein grünes, ein blaues und ein orangenes Ei waren am Ende die Ausbeute von Günter Last. Gar nicht schlecht, bedeutete dies doch eine Trefferquote von 50 Prozent.

Schwiegertochter Ines hingegen ging mit null Treffern leer aus. Hatte aber voller Stolz die treffenden Worte für den angeheirateten Senior an ihrer Seite parat: „Wie man sieht, ist mein Schwiegervater doch noch voll im Schuss“. Wie wahr, und weil es bereits beim ersten Anlauf so gut für ihn lief, kann sich Günter Last ganz gut vorstellen, dass er künftig das Münsinger Ostereierschießen am Ostermontag in seinen Traditionsjahreskalender aufnimmt.  In den Schützenverein will er altersbedingt nicht mehr eintreten, auch wenn es ihm heute die Zeit erlauben würde.

Rund 130 Mitglieder sind aktuell beim Münsinger Schützenverein registriert. „Mit dem Nachwuchs sieht es allerdings nicht so rosig aus“, bedauert Wolfgang Suppan die auf die Teilnehmerzahl bezogene schwache Jugend im Verein. „Wir haben es als Schützenverein einfach schwer, weil die Kinder erst ab zwölf Jahren mit dem Luftgewehr und ab 16 Jahren mit dem Kleinkaliebergeweht schießen dürfen.

Die meisten sind mit zwölf Jahren jedoch längst in einem anderen Verein und haben kaum noch Zeit für etwas anderes“, nennt Suppan Gründe für den eher schwach aufgestellten Schützennachwuchs.

400 kunterbunte Eier hatte der Kassierer wieder fürs Ostereierschießen gekauft. „Die Anzahl hat sich in den letzten Jahren immer ganz gut bewährt, sodass wir keinen oder kaum Überschuss hatten“.

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