Individuelle Förderung

Die Gemeinschaftsschule ist auch in Laichingen ein vieldiskutiertes Thema. Über Vor- und Nachteile debattierte der Gemeinderat mit Schulamtsdirektor Wolfgang Mäder und den Schulleitern der Stadt.

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Die Erich-Kästner-Schule würde gerne Gemeinschaftsschule werden. Foto: Sabine Graser-Kühnle

Laichingen - Ob es in Laichingen ab dem Schuljahr 2014/2015 eine Gemeinschaftsschule geben wird? Dies ist offen, auch wenn Schulleiter Gerd Vetter von der Erich-Kästner-Schule großes Interesse signalisierte. Die neue Schulform schon ab dem Schuljahr 2013/2014 einzuführen, dazu ist die Zeit zu knapp. Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am Montagabend zwei Stunden mit dem Thema Gemeinschaftsschule befasst. Der Trend: Viele Stadträte stehen der neuen Schulform positiv gegenüber, deutliche Ablehnung war nicht zu hören.

Die Verwaltung um Bürgermeister Friedhelm Werner hatte Schulamtsdirektor Wolfgang Mäder aus Biberach zu dieser Sitzung eingeladen. Mäder erläuterte zuerst einmal die Bedingungen, um sich Gemeinschaftsschule nennen zu dürfen (siehe Kasten). In dieser Schule würden Schüler im Falle Laichingen ab der fünften bis zur zehnten Klasse sozusagen offen geführt. Erst spät entscheidet sich, welchen möglichen Abschluss sie machen werden: den Hauptschulabschluss nach neun Jahren, den nach zehn Jahren oder den Realschulabschluss. Eine Sekundarstufe zwei bis zum Abitur wäre für Laichingen kein Thema, da Rektor Hermann Persch vom Albert-Schweitzer-Gymnasium an dieser Schulform kein Interesse hat. Auch Schulleiter Johannes Treß von der Anne-Frank-Realschule winkte ab. Sollte die Erich-Kästner-Schule zur Gemeinschaftsschule ausgebaut werden, gäbe es in Laichingen keine Haupt- und Werkrealschule mehr.

- Kern dieser neuen Schulform ist laut Mäder, dass die Schüler in Lerngruppen arbeiten, sie dort individuell gefördert werden und kooperatives Lernen lernen. Dies basiert aus der Erkenntnis, dass nicht jeder Schüler gleich veranlagt ist. Schüler könnten auch selbst entscheiden, wann sie in einem bestimmten Stoff geprüft werden wollen. "Dies erfordert eine veränderte Lehr- und Lernkultur", betonte Mäder. Im Land starten in diesem Jahr 40 Schulen als Gemeinschaftsschule, zwei im Schulamtsbezirk Biberach. Für Mäder ist diese Schulform auch deshalb interessant, da nach dem Wegfall einer Schulempfehlung und der Schulbezirke Eltern sehr gezielt die Schulen aussuchen würden, auf die sie ihre Kinder schicken wollen. Dass die Erich-Kästner-Schule, eine Haupt- und Werkrealschule, ihre Anmeldezahlen bis auf eine habe halten könne, sei ungewöhnlich und nur der dortigen guten Ausbildung geschuldet. Der Trend gehe dahin, dass Hauptschule Schüler verlieren.

Mäder erklärte auf Nachfrage, dass bei der Gemeinschaftsschule die Durchlässigkeit zu anderen Schulen gegeben sei. Die Schüler könnten bei entsprechender Qualifikation jederzeit andere weiterführende Schulen besuchen oder eine berufliche Ausbildung beginnen. Aber: "Wir müssen uns von herkömmlichen Strukturen verabschieden."

Schulleiter Vetter betonte, dass der Stadt eine weitere Schulart "gut zu Gesicht stehen würde". Die Gesamtschule würde vom Kollegium mit großer Mehrheit befürwortet. Dies sei wichtig, wie Ute Kehm (BWV) fand: "Das Konzept steht und fällt mit engagierten Lehrern." Gisela Steinestel bemerkte, dass "Schulleiter Vetter mich beeindruckt hat". Fragen, ob durch eine Gesamtschule mehr Räume erforderlich wären, beantwortete Bürgermeister Friedhelm Werner mit dem Hinweis, dass die Stadt im Falle des Falles immer eine Lösung gefunden habe. "Dann hat eine Schule halt Räume abgezwackt." Dass Eltern der Schulform positiv gegenüberstünden, betonte Elternbeiratsvorsitzender Simon Wiedemer vom Albert-Schweitzer-Gymnasium: Das Konzept der Gemeinschaftsschule sei besser als das derzeitige.

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