Gustav Mesmers Leben mit Humor umgesetzt

Im Rahmen der Projekttage der Gustav-Mesmer-Realschule gastierte das Reutlinger Theater Patati-Patata in der Zehntscheuer. Die Schüler ließen sich mitnehmen in die Geschichte von "Gustav der Flugradbauer".

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Sonka Mülle vom Theater Patati-Patata tauchte ein ins Leben und in die Träume von Flugradbauer Gustav Mesmer. Foto: Heike Feuchter

Die Thementage der Schule widmen sich dem Namensgeber, der dieses Jahr 110 Jahre alt geworden wäre. An Gustav Mesmer und seinem Leben orientieren sich die altersgerechten Module, in welchen das Thema vertieft aufgearbeitet wird. In Projekten setzen sich die Jungen und Mädchen mit dem Kernpunkt auseinander und nähern sich so dem "Ikarus vom Lautertal". Als besonderes Highlight der Tage konnte durch Hilfe des Kooperationspartners Kreissparkasse das Reutlinger Theater "Patati-Patata" nach Münsingen geholt werden, das sich in seinem Theaterstück "Gustav der Flugradbauer" auf beeindruckende und kindgerechte Weise dem Leben und den Träumen des Gustav Mesmer widmet.

Das Erzähl- und Objekttheater schildert die Lebensgeschichte des Gustav in fließendem Wechsel zwischen schriftdeutscher Erzähl- und schwäbischer Tüftlerphase und orientiert sich dabei an Originaltexten und dem ewigen Traum des Gustav vom Fliegen, seinem phantasiereichen Lebensmotor in einem durch viele Rückschläge gezeichneten Leben. Schauspielerin Sonka Müller gelingt es auf berührende und eingängige Art, die Biografie des Protagonisten mit der Welt- und Zeitgeschichte zu verknüpfen und das Thema phantasievoll, mit viel Humor und Poesie umzusetzen.

In der pittoresken Kulisse einer Werkstatt beginnt sie nach den Plänen von Gustav ein Flugrad zu bauen, ein "Flugrad für den kleinen Luftverkehr". Mit witzigen Texten, originellen Einfällen und einer umwerfenden Mimik und Ausdruckskraft begeistert sie ihre Zuschauer und nimmt sie mit der gleichen Intensität mit in die Erzählphasen, die mit viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen auch die dunklen Zeiten in Gustavs Leben aufnehmen. Eine Stecknadel hätte man fallen hören können bei ihren Schilderungen über Gustavs lange Zeit im Irrenhaus und die dort auch vorkommenden Gräueltaten des Hitlerregiems.

Und immer wieder verzückt sie mit den herrlichsten Umsetzungen von Gustavs Ideen und lässt die Zuschauerreihen in hemmungsloses Gelächter ausbrechen. Und zum Schluss - da besteigt sie das Rad von Gustav dem Flugradbauer und radelt und schwingt und singt und jubelt. Könnte sie damit fliegen, hat eigentlich Gustav es denn je geschafft? "Wo endet der Luftsprung, wo beginnt das Fliegen" beantwortet die Darstellerin die abschließenden Fragen der Schüler - ganz in gedanklichem Sinne des Gustav.

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