Gesunde Woche Hohenstein: Schulter-, Hüft- und Kniegelenke in der Prävention und bei Arthrose

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Klaus Meyer zeigte Übungen mit dem Terraband.  Foto: 

Für Physiotherapeut Klaus Meyer steht fest: „Es gibt ein Wundermittel zur Prävention und auch bei Arthrose selbst – die Bewegung“. 5000 bis 10 000 Schritte pro Tag sind gut für Knorpel, Knochen, Muskeln und Gelenke, aber auch für Herz und Kreislauf, für das Atem-, Immun-, Nerven- und Hormonsystem, für das Erbgut, den Stoffwechsel und nicht zuletzt für die Psyche. Jedes Gelenk sollte soweit wie möglich regelmäßig bewegt werden: mit gezielten Übungen und in der Ausschöpfung des kompletten Bewegungsradius. „Durch zu vieles und zu langes tägliches Sitzen wird zum Beispiel die bewegte Gelenkfläche der Schulter von 100 auf 20 Prozent reduziert“.

Dabei ist es für  Meyer durchaus verständlich, dass es insbesondere jenen Menschen, die bereits an Arthrose leiden, nicht leicht fällt, ihre quasi „verrosteten Scharniere“ wieder in Bewegung zu bringen. Ein vernünftiges Krafttraining bietet sich an, allerdings sollte der Körper dabei bewegungsfrei und bereits aufgedehnt sein. Ansonsten helfen gezielte Gymnastikübungen mit dem Terraband zur Rotation der Schulter oder zur Stärkung der Muskeln in Hüfte und Po. „Von allen Seiten und in alle Richtungen“, wie es Meyer vormachte.

Der Mensch befinde sich in einem regelrechten „Sitzkäfig“, selbst bei Nacht behalte er die Sitzposition beim Liegen auf der Seite mit angezogenen Beinen bei. Diese Fehlhaltung wirke sich auch schlecht auf die Faszien aus. Sie umfassen Haut, Sehnen, Muskeln und Organe und geben dem Körper seine Form. „Faszien sind faszinierend und spielen eine wichtige Rolle. Alles hängt zusammen und so kann eine Verhärtung im Fuß Schmerzen in der Schulter bewirken“. Sind die Faszien verfilzt und verklebt verkürzt sich die Hüftbeuge ebenso wie die Brustmuskulatur, die Brustwirbelsäule versteift sich und zieht damit auch die Hals- und Rückenwirbelsäule sowie die Schulter in Mitleidenschaft. Insgesamt kommt es zu einer Überlastung des Bewegungsapparats und zu Arthrose.

Fast jeder Dritte ist von Arthrose betroffen. Umso wichtiger ist es, Gelenke ständig zu pflegen. Idealerweise langsam, stetig und maximal in der Bewegung, aber auch in Form einer ausgewogenen Ernährung. „Wir essen in der Menge zu viel und vor allem zu viel Fleisch. Zwei- bis dreimal die Woche in einer guten Qualität – mehr braucht es nicht“, führte der Physiotherapeut von der Haid-Reha aus. Denn versteckte Fette in Tierprodukten, einfache Öle und Fertigprodukte seien entzündungsfördernd und würden den Gelenken schaden. Sein Rat deshalb: Viel Fisch, Raps-, Oliven- und Leinöl, fünfmal täglich Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und vor allem viel Wasser, das als Transportmedium eine wichtige Funktion im Körper einnimmt und vor allem auch Zellen und Knorpel mit Nährstoffen versorgt.

Auch Stress wirkt sich negativ auf die Gelenke aus. Er erhöht die Muskelspannung und somit den Druck auf die Gelenke, er übersäuert den Körper, schwächt das Immunsystem und führt zu einer vermehrten Entzündungsreaktion. Autogenes Training, Muskelentspannung, Yoga, Mediation oder anderes kann entgegenwirken: „Finden Sie selbst etwas für sich, das Spaß macht“, riet Meyer.

Dasselbe gilt für die Bewegung, die in den Ablauf des Alltags eingebaut werden sollte. Außerdem spielen Dehnungen eine wichtige Rolle. „Machen Sie es wie die Katze: strecken Sie gleich morgens nach dem Aufstehen erst einmal alle Gelenke“. Bei allen Vorsätzen würde jedoch die Politik der kleinen Schritte gelten: „Nicht alles auf einmal“. Regelmäßig und dosiert Sport, eine ausgewogene Ernährung, genügend Auszeiten und Mitstreiter: „Dann beugen Sie Arthrose vor oder erreichen trotz Arthrose eine gute Lebensqualität“.

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