Forum und Aushängeschild für die Region

SlowSchaf und schön & gut  erweisen sich auch diesmal wieder als Besuchermagnet. An den ersten beiden Messetagen kamen 9000 Gäste ins Alte Lager.

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  • Beraten, probieren, und natürlich bei den verschieden Aktionen, wie zum Beispiel der Schafschur, zuschauen gehört zum Messebesuch. Inzwischen auch Programm sind Expertenrunden. Diesmal ging es um den Umgang  mit kulinarischer Vielfalt in der Region. Auf dem Podium: Jürgen Mäder,  Prof. Dr. Roman Lenz, Moderatorin Iris Goldack, Friedlinde Gurr-Hirsch und Simon Tress. Fotos: Maria Bloching 2/5
    Beraten, probieren, und natürlich bei den verschieden Aktionen, wie zum Beispiel der Schafschur, zuschauen gehört zum Messebesuch. Inzwischen auch Programm sind Expertenrunden. Diesmal ging es um den Umgang  mit kulinarischer Vielfalt in der Region. Auf dem Podium: Jürgen Mäder,  Prof. Dr. Roman Lenz, Moderatorin Iris Goldack, Friedlinde Gurr-Hirsch und Simon Tress. Fotos: Maria Bloching Foto: 
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Die Messe, seit neun Jahren im Alten Lager beheimatet, aber zum ersten Mal offiziell bei Franz Tress im „Albgut“ zu Gast, kommt wieder einmal bei den Besuchern bestens an.  Sie bietet in stimmungsvollem Ambiente der alten Kornspeicherhallen alles, was das Leben schöner macht: regionale und internationale Spezialitäten für Augen und Gaumen, Neues und Inspirierendes zu Tisch- und Wohnkultur, Sinnliches und Feines zum Wohlfühlen. Und sie hebt gleichzeitig die wertvollen Naturprodukte von Schafen und Ziegen hervor: Leckereien und Erzeugnisse von der Lammwurst über Käse und Ziegenmilchseife bis hin zur Kollektion aus Biosphärenwolle. Die Schafrassenschau mit elf unterschiedlichen Rassen bietet einen Einblick in die deutsche Schafhaltung, die laut Anette Wohlfahrt vom baden-württembergischen Schafzuchtverband in den letzten zehn Jahren um 30 Prozent zurückgegangen ist. Rund 3500 Schäfer sind derzeit noch in Baden-Württemberg aktiv, sie halten über 180 000 Muttertiere auf 60 000 Hektar Land. Als echte „Landschaftspfleger“ liefern die Schafe Fleisch, Wolle und Milch, das Württemberger Lamm ist mittlerweile eine geschützte Marke, die für Tradition und Qualität spricht.

Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, warb am Samstag für den Verzehr von Lammfleisch „von der Schnauze bis zum Schwanz“ und stellte den neuen Prospekt „Ein gutes Stück Heimat“ der Baden-Württembergischen Lammfleischerzeugergemeinschaft vor. Bei der Schafschur erlebten die Messebesucher eine echte „Vorher-Nachher-Show“, darüber hinaus gibt es an allen Tagen ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Kulinarischem und Wissenswertem.

Gurr-Hirsch nahm auch am Experten-Talk mit Jürgen Mäder, Geschäftsführer der EDEKA Südwest Fleisch, Prof. Dr. Roman Lenz, stv. Leiter des Slow Food-Conviviums Stuttgart und Initiator des Projekts „Genbänkle“, sowie Simon Tress, Bio-Spitzenkoch Rose Ehestetten, teil. Iris Goldack moderierte. Dabei ging es um den Umgang mit kulinarischer, kultureller und touristischer Vielfalt in der Region. Vieles hat sich laut Gurr Hirsch schon dank des Biosphärengebiets entwickelt, die Schwäbische Alb sei „Modellregion für eine nachhaltige Nutzung der Natur“. Die Erhaltung der Artenvielfalt und die Pflege der Kulturlandschaft gelinge nur durch Tierhaltung: „Lamm essen für unsere Landschaft“, empfahl die Politikerin. Das Genießerland Baden-Württemberg brauche eine gesunde Gastronomie, die Alb als Flaggschiff dürfe dabei durchaus noch unverwechselbarer werden. Durch ihre Besonderheit bleibe die Alb vital. Dazu gehört laut Professor Lenz allerdings eine Sortenvielfalt, die auch beim Einkauf spürbar sein muss. Er beklagte den Verlust der kulinarischen Vielfalt durch das Aussterben vieler Pflanzen- und Gemüsesorten: „Wir müssen schützen, was wir essen“. Dazu gehöre, bewusst auf Sorten und Rassen zu achten und als Konsument die gesellschaftspolitische Verantwortung für verarbeitete Produkte zu übernehmen. „Verbraucher müssen den Finger in die Wunde legen und Vielfalt wie auch Potentiale einfordern“.

Doch nicht nur beim Gemüse muss auf Vielfalt geachtet werden, sondern auch bei Tierarten, wie Mäder deutlich machte. Natürlich gebe es eine Lastigkeit beim Fleischverbrauch, doch die Mittelmäßigkeit schwinde, der Trend gehe hin zur Wertigkeit. Für ihn ist es vor allem die Schwäbische Alb und der Schwarzwald, die mit ihrer Kulturlandschaft und Gastronomie eine große Vielfalt zu bieten haben. Simon Tress versucht, diese durch die Verwertung des ganzen Tieres auf die Speisekarte zu bringen. „Ein Spitzenprodukt muss nicht der Fisch aus dem Mittelmeer oder das argentinische Rind sein“. Der Gast sollte das Essen, was auf den Tisch kommt und das kann eben nicht immer nur das Filet sein.

„Schön & gut“ und „SlowSchaf“ sind immer mehr zu einem Forum für Gleichgesinnte und zum Aushängeschild für landwirtschaftliche Qualitätserzeugnisse und die naturverbundene Lebensart in der Region geworden. Rund 170 Aussteller locken noch bis Dienstag mit Schönem und Nützlichem, mit Kosmetik und Kulinarik, mit Kochshows und Modenschauen. Messemacher Stephan Allgöwer zeigte sich am Sonntag mit dem Besuch an den beiden Messetagen zufreiden: 9000  sind auf die Alb ins Alte Lager gekommen.

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