Die Verbraucher sind die besten Kontrolleure

Märzen, Bauer, Bier - und Wetter. Daraus hat Ulrich Zimmermann, Chef der Berg-Brauerei, gestern das Programm zum Märzenbier-Anstich gestrickt. Auf dem Teller: Regionales aus dem Biosphärengebiet.

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Erst Wetter dann Bier: Im Gespräch mit Johannes Riedel (li.) plauderte Roland Roth von der Wetterwarte Süd über den Klimawandel. Landrat Thomas Reumann (li.) und Brauerei-Chef Ulrich Zimmermann sorgten dann dafür dass das frische Märzenbier reichlich floss. Fotos: Ulrike Bührer-Zöfel

Wenn sich "der schönste Landkreis Deutschlands" und "der inzwischen befreundete Nachbarkreis" , so Landrat Thomas Reumann, zusammentun, dann ist das Biosphäre. Und die schmeckt. Denn alljährlich beim Märzenbier-Anstich der Ehinger Berg-Brauerei fließt nicht nur das goldene Starkbier, auch die Biosphärengastgeber tischen auf, was Region und Saison bieten, ein Schuss Bier ist dann selbst im Dessert.

Ulrich Zimmermann, Chef der Berg-Brauerei, ist es wichtig, "die Kette vom Acker bis zum Teller und zum Glas" aufzuzeigen. Zur Zeit, angesichts falsch deklarierter Lebensmittel, mal wieder ein Thema. Ein Grund, regional zu denken, zu hinterfragen, von welchem Produzenten zu welchem Verarbeiter und Vermarkter sich die Kette spannt.

Für Jürgen Autenrieth von den Biosphärengastgebern, die Wert auf regional-saisonale Küche legen, deshalb keine Frage: "Die besten Kontrolleure sind die Verbraucher." Er ermunterte die Gäste, sich im Restaurant in der Metzgerei, beim Bäcker, zu informieren, woher die Lebensmittel kommen. Und für die Produzenten gilt, so Zimmermann, sie "sind die Botschafter des Biosphärengebiets, und das Biosphärengebiet ist der Motivator der Region".

Gute Ideen und Arbeit allein lassen noch nichts wachsen: "Der Landwirt braucht gutes, vernünftiges Wetter", sagt Zimmermann. Doch das komme inzwischen schon lange nicht mehr "allein vom Herrgott". Auch der Mensch mische da kräftig mit.

Ein bisschen Nockherberg-Stimmung kam dann mit Wetterexperte Roland Roth im Kornspeicher im Alten Lager auf. Sein Thema: Er selbst, seine 1968 gegründete Wetterwarte Süd mit "300 Mitarbeitern" und der Klimawandel. Roth wetterte im Gespräch mit Moderator Johannes Riedel gegen das Fernsehen, gegen die Politiker, ausgenommen die Bodenständigen, die vom Land, die das Problem erkannt haben: Klimawandel.

Den hat Roth - als Bub hat er von den Bauern das Wetterwissen gelernt, als Jugendlicher bereits die Bauern belehrt - schon seit 1988 im Blick: "Der Klimawandel geht schnell voran, der Klimaschutz zu langsam. Es ist nicht fünf vor zwölf sondern fünf nach zwölf." Das Auf und Ab beim Wettergeschehen habe bereits zugenommen, größere Temperaturausschläge, extreme Wetterlagen, zum Beispiel Gewitter und Hagelschläge - darauf müsse man sich in den nächsten Jahren einstellen. Und das bringe natürlich Probleme für die Landwirtschaft, bestätigt der Oberschwabe.

Immerhin habe man sich des globalen Themas angenommen, "wenigstens in Europa", so Roth. Aber in China werde ja in einer Woche kaputt gemacht, was hier in einem Jahr gut gemacht wird."

Zu den Guten gehört auch der Landkreis Reutlingen. Landrat Thomas Reumann: "Der Klimawandel ist nicht weit weg, er ist konkret, wird hier greifbar." Deshalb müsse man sich ihm stellen. Zum Beispiel mit der Klimaschutzagentur, die auf die Menschen zugehe, für eine Bewusstseinsänderung im Umgang mit Ressourcen sorgen solle. Und Fördermittel für Projekte gibt es obendrein.

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