Der Münsinger Simon Ruopp landet bei der Segelflug-WM auf Platz 32

Die Segelflug-WM in Argentinien ist beendet. Mit einem für ihn eher enttäuschenden 32. Platz im Gesamtklassement kehrt Simon Ruopp am morgigen Mittwoch nach Deutschland heim.

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Simon Ruopp kommt jetzt aus Argentinien zurück und fliegt zu 90 Prozent im August bei der Deutschen Meisterschaft in Lüsse mit. Foto: Reiner Frenz

Acht Wertungstage sind es am Ende in Argentinien in der Clubklasse geworden, nachdem am Freitag und Samstag doch noch geflogen werden konnte. Der Freitag sollte für Simon Ruopp der vom Ergebnis her beste Tag werden. Eine "Speed Task" mit zweieinhalb Stunden Zeit und großen Wendekorridoren und damit zwischen 159 und 381 Kilometern möglicher Strecke war ausgegeben worden.

Ruopp machte sich gemeinsam mit seinen Teamkollegen Arndt Hovestadt und Marco Barth um 14.45 Uhr Ortszeit auf den Weg. "Es war wie immer. Ich war fürs Tempo zuständig". Kurz nach der ersten Wende führte das dazu, dass Ruopp plötzlich alleine flog. Er nahm anders als Hovestadt und Barth ein schwaches Steigen nicht an, sondern flog konsequent weiter und fand auch prompt eine bessere Thermik, war damit seinen Teamkollegen vornedraus. Die Erfahrungen der ersten Wettbewerbswoche hatten ihn aber vorsichtiger werden lassen, so dass er kein allzu großes Risiko einging und am Ende tatsächlich sicher zurück nach Adolfo Gonzales Chaves kam. Mit 71,7 km/h holte sich Simon Ruopp den achten Tagesrang und erhielt 717 Punkte. Tagessieger mit 75,9 km/h wurde der Tscheche Roman Mrcek. Arndt Hovestadt kam als 20. ins Ziel und Marco Barth wurde 25.

Auch am letzten Wertungstag setzten die Organisatoren auf eine "Speed Task", diesmal mit drei Stunden und 164 bis 374 Kilometern Länge. Die Wetterprognose sah Blauthermik vor und keine allzu hohe Basis, also Bedingungen wie in der ersten Woche. Doch die argentinischen Wetterexperten sollten sich diesmal irren. Am Start wusste man dies noch nicht, was dazu führte, dass sich die drei deutschen Piloten nicht einig wurden über den besten Zeitpunkt, loszufliegen. Man entschied sich, dass es jeder auf eigene Faust probieren sollte. Simon Ruopp überflog um 14.05 Uhr die imaginäre Startlinie, als Erster aus dem bundesdeutschen Trio. Den ersten Korridor kratzte der Pilot vom LSV Münsingen-Eisberg nur mal so eben an, um gleich wieder zu wenden, weil weiter vorne tatsächlich ein blauer Himmel zu sehen war. Dafür flog er aber den zweiten Sektor komplett aus. Auf dem Weg dorthin verbaute er sich allerdings eine bessere Tagesplatzierung, als er einmal relativ tief geriet und mit geringen Steigwerten zufrieden sein musste, um wieder eine ordentliche Höhe für den Weiterflug zu erreichen. "Das hat mich mehr als fünf Minuten gekostet", wusste er danach.

Im Ziel war"s der 15. Platz mit 89,8 km/h und 847 Punkten. Den Tagessieg holte sich der Argentinier Santiago Berca mit 97,1 km/h und 1000 Punkten. Hovestadt wurde Zehnter (874 Punkte) und Barth 13. mit 860 Punkten.

Das Endklassement nach acht Wertungstagen sieht wie folgt aus: Neuer Weltmeister ist der einheimische Santiago Berca mit 6415 Punkten vor dem Österreicher Tobias Geiger (6316 Punkte) und dem Tschechen Roman Mracek (6300 Punkte). Arndt Hovestadt wurde mit 5196 Punkten 27. direkt vor Marco Barth (5174 Punkte). Simon Ruopp verbesserte sich noch auf den 32. Platz (4985 Punkte).

Sein Fazit nach zwei vom Wetter her grundverschiedenen Wochen: "Vom Ergebnis her hätte ich mir das schon anders vorgestellt. Rein sportlich war das schon ein Stück weit enttäuschend". Simon Ruopp zeigte sich freilich von der fliegerischen Seite her nicht ganz unzufrieden. Nur sein taktisches Verhalten in der ersten Woche sei eine Katastrophe gewesen, urteilte der Rietheimer selbstkritisch. Wenn man auf den Pulk ein paar Minuten gut gemacht habe, müsse man nicht versuchen, den auch noch zu überholen und vornedraus zu fliegen.Diesen Fehler habe er mehrmals gemacht und dies bitter bereuen müssen. "Das wird mir gewiss eine Lehre sein".

Wettbewerbsfliegen sei gerade bei derart hochkarätigen Wettbewerben nicht unbedingt ein fliegerischer Genuss, so Ruopp. Man müsse viel mehr auf Sicherheit setzen und das bedeute oft, im Pulk mitzufliegen, was ihm eigentlich überhaupt keine Spaß mache. Er müsse die Erfahrungen der WM jetzt erst einmal verdauen, könne deshalb nicht sagen, ob er im August bei der DM in Lüsse mitfliegen werde, meinte Ruopp, um auf Nachbohren zu relativieren: "Na ja, zu 90 Prozent fliege ich mit". Der Samstag wurde für ihn und die anderen WM-Teilnehmer ein langer Tag, fand die Siegerehrung doch erst um 22.30 Uhr statt, an die sich ein gemeinsames Abendessen anschloß, das sich bis 1 Uhr nachts hinzog, ehe die große WM-Abschiedsparty begann. Sonntag und Montag standen im Zeichen des Aufbruchs. So mussten die beiden Flugzeuge von Ruopp und Barth in Zarate am Montag eingeschifft werden.

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