Der Kailash kann warten

Seit langer Zeit hat er dieses Ziel vor Augen - den heiligsten Berg der Welt, den Kailash. Erich Ruopp erzählt bei zwei Vorträgen von einer Reise, die ganz anders verlief und zu ungeahnten Orten führte.

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  • Immer mit frischen Blumen auf dem Feld - eine Dhahanu-Frau, nahe der pakistanischen Grenze, daneben ein Blick auf das Kloster Lamayuru. Die Ernte ist in vollem Gange, für den bevorstehenden Winter wird Holz gesägt. Fotos: Erich Ruopp 1/4
    Immer mit frischen Blumen auf dem Feld - eine Dhahanu-Frau, nahe der pakistanischen Grenze, daneben ein Blick auf das Kloster Lamayuru. Die Ernte ist in vollem Gange, für den bevorstehenden Winter wird Holz gesägt. Fotos: Erich Ruopp
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  • Erich Ruopp erzählt von Land und Leuten in Nepal und Indien. 4/4
    Erich Ruopp erzählt von Land und Leuten in Nepal und Indien.
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Es klingt verlockend. Nur im "Jahr des Pferdes" ist die innere und äußere Chora des Kailash zugänglich. Wer dies versäumt, muss zwölf Jahre warten. Erich Ruopp war oft in Indien, Nepal, Tibet und Pakistan unterwegs, aber der Heiligste aller Berge blieb unerreicht. Diesmal ging er auf Nummer sicher und schloss sich einer Reisegruppe an, geleitet von seinem Freund Wolfgang Henzler, der gleichzeitig erster Vorsitzender des Vereins "Mountain Spirit" ist.

Abflug nach Kathmandu am 4. August, Absage gleich nach Ankunft: Eine Strecke wird von den Chinesen (wieder einmal) gesperrt, der zweite Zugang ist durch einen Erdrutsch auf lange Zeit hinaus blockiert. Alternativ wird ein 16-tägiges Zelttrekking im Dolpo angeboten. Die Tour führt über den 5340 Meter hohen Pass Jangla, für zwei Ehepaare ist die Luft zu dünn. Sie werden ausgeflogen. Erich Ruopp läuft sich warm, weitere acht Wochen wird er auf eigene Faust hauptsächlich in Nordindien unterwegs sein. In zwölf Tagen legt er mit dem Bus 1600 und mit dem Zug 1100 Kilometer zurück, geht in Sanauli über die Grenze, erreicht über Dehli und Chandigar Leh in Ladakh. Er besteigt den Stok Kangri (6123 Meter), wandert im Nubra Valley, trampt in der Wüste, landet in Turtuk, nur sieben Kilometer von der pakistanischen Grenze entfernt, und besucht Klöster, die an der Strecke des Markha-Treks liegen, alles Gegenden, die er seit 25 Jahren gut kennt. Das tiefblaue Wasser im Pongang-Lake ist inzwischen zu Bollywood-Ehren gekommen, entsprechend groß ist der Andrang indischer Touristen. Erich Ruopp zieht sich am Ende seiner Reise ins einsame Dhahanutal zurück, findet schnell Kontakt zur Bevölkerung - mit seiner schwäbisch-freundlichen, seiner unnachahmlichen Art. Viele erkennen in ihm einen "alten Freund". Solche Begegnungen zählen dann letztendlich mehr als ein alles überragender heiliger Berg.

Info Erich Ruopp berichtet am Freitag, 27. Februar, um 20 Uhr im Sportheim Rietheim und am Sonntag, 1. März, um 19 Uhr im Gasthof Herrmann, Münsingen, über diese Reise. Der Eintritt ist frei, Spenden gehen an den Verein "Mountain Spirit".

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