Den Weltmeister der Herzen überrascht

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Umarmungen und Glückwünsche – hier vom Fliegerkameraden Werner Frey – gab es für Uli Schwenk zuhauf.  Foto: 

Die Überraschung war am Montagabend perfekt: Der frisch gebackene Segelflug-Vizeweltmeister Uli Schwenk fand einen roten Teppich in seinem Hof vor, dazu eine große Festgesellschaft, die den 57-Jährigen hoch leben ließ. Elke Schwenk hatte ihrem Mann gegenüber, der am Vorabend um kurz vor 23 Uhr aus Ungarn zurückgekehrt war, mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt, dass es noch eine richtige Nach-WM-Party geben würde. Klammheimlich hatte sie alles organisiert, von den Einladungen an Freunde und Weggefährten bis hin zu den Getränken und dem Essen, das die Münzdorferin Traudl Brunner beisteuerte.

Um 17 Uhr lotste Elke Schwenk ihren Mann zu Schäfer Gerhard Stotz. Er möge doch bitte Fleisch abholen. Stotz wiederum öffnete erst einmal ein Fläschchen Wein, um mit Schwenk auf die Silbermedaille anzustoßen und ruckzuck waren zwei Stunden vorbei, die Zeit, die bei Schwenks zur Vorbereitung des Festes benötigt wurde. Biertischgarnituren im Hof wurden auf-, Essen und Getränke bereit gestellt.

Als Gerhard Stotz mit seiner Frau Bärbel auftauchten, Uli Schwenk aber auch ein paar Minuten später noch fehlte, griff Elke Schwenk zum Handy – ihr Mann war zum Galgenberg gefahren, in der Annahme, dass man dort im familiären Kreis grillen werde. „Hol mich doch bitte ab, damit wir nicht mit zwei Autos unterwegs sind“, lockte ihn seine Frau in die Herderstraße.

Und um halb acht abends war es dann soweit. Ein sichtlich verblüffter und gerührter Vizeweltmeister wurde unter lautem Hallo von den rund 50 Anwesenden willkommen geheißen. Es gab zahlreiche Umarmungen und viele Glückwünsche zur tollen Leistung bei der Weltmeisterschaft. Ein kleines Transparent brachte es auf den Punkt: „Uli Schwenk Segelflug-Vizeweltmeister – Weltmeister der Herzen“.

Viele Umarmungen

Schwenk sagte in einer kleinen, improvisierten Rede zunächst seinem Vater Peter Dank, ohne den all seine Erfolge nicht möglich gewesen wären. Sein Vater habe ihn etwas ganz Wichtiges gelehrt: Dass man anderen auch etwas gönnen kann. Uli Schwenk schloss in seinen Dank seine Frau Elke ein. „Ich hatte Dusel, dass ich sie gefunden hatte. Mein Fluglehrer meinte ja noch, heirate nicht, und wenn, dann müsse ich ihr vor der Trauung dreimal sagen, dass ich Segelflieger bin“, lachte Uli Schwenk.

Was ihn in Ungarn beeindruckt habe, sei die Aussage seines Zeltplatznachbarn gewesen, eines 23-jährigen Slowenen, der sich bei ihm bedankt habe dafür, dass er eine so tolle Atmosphäre geschaffen habe.

Zu später Stunde gab es für Uli Schwenk noch eine Überraschung. Da rückte der Männergesangverein Apfelstetten, in dem er seit mehr als einem Jahr mitsingt, an, um dem Sportler ein Ständchen zu bringen. Sie hätten alle mit ihm mitgefiebert, meinte Vorsitzender Hans-Erich Vöhringer. Und: „Wir sind stolz auf den Vize-Weltmeister in unseren Reihen“.

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