Das Trio Parnassus gastiert in der Zehntscheuer

Am kommenden Sonntag, 17. März, 20 Uhr, musiziert das Trio Parnassus mit Yamei Yu (Violine), Michael Groß (Violoncello) und Henri Sigfridssohn (Klavier) in der Münsinger Zehntscheuer.

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Das Trio Parnassus (von links: Henri Sigfridssohn, Yamei Yu und Michael Groß) gastiert am Sonntag in der Münsinger Zehntscheuer. Foto: Privat

Mit Ludwig van Beethovens Variationen op. 44, Karl Michael Kommas "Dialog mit Schubert" und Johannes Brahms Trio op. 87 erwartet die Besucher des von der Gesellschaft für Musikfreunde veranstalteten Konzert ein großartiges und denkwürdiges Programm und ein Ensemble von Weltrang.

Denkwürdig zunächst, weil das Trio Parnassus - man höre und staune - fast auf den Tage genau vor 30 Jahren, am 13. März 1983 in Münsingen sein Konzertdebüt gegeben hat. Seitdem konzertiert das Ensemble weltweit, hat eine ganze Reihe von internationalen Auszeichnungen für seine fast 40 CD-Einspielungen erhalten und wurde mit zwei Echo-Klassiks ausgezeichnet.

Denkwürdig auch, da sich das Trio Parnassus an diesem Sonntag erstmals mit seinem neuen Pianisten Henri Sigfridsson in Münsingen vorstellt, der künftig mit der Geigerin Yamei Yu und dem Cellisten Michael Groß den großen Namen des Ensembles vertreten wird. Der Finne Sigfridsson ist ein gefragter Solist und Kammermusiker.

Er erhielt seine Ausbildung am Konservatorium von Turku, studierte dann an der Sibelius-Akademie Helsinki und kam schließlich zum weiteren Schliff seines vielseitigen Könnens nach Köln und Weimar. Die Krönung seiner zahlreichen Wettbewerbserfolge war der Triumph beim Bonner Beethoven-Wettbewerb 2005, wo er nicht nur den Ersten Platz belegte, sondern auch mit dem Publikumspreis und dem Kammermusikpreis ausgezeichnet wurde.

Denkwürdig ist der Abend fernerhin als Erinnerung an Karl Michael Komma (1913-2012), der seinen 1997 entstandenen "Dialog mit Schubert" eigens für das Trio Parnassus komponierte. Eingefasst wird diese avancierte Kreation von zwei Klassikern des Repertoires - Ludwig van Beethovens »Variationen über ein eigenes Thema« Es-Dur op. 44 und Johannes Brahms zweitem Klaviertrio C-Dur op. 87, zu dem bereits Clara Schumann denkwürdige Worte fand, als sie von dem "prachtvollen Werk" schwärmte: "Jeder Satz ist mir lieb, wie herrlich sind die Durchführungen, wie blättert sich da immer ein Motiv aus dem anderen!" Und sie wusste wahrlich, wovon sie sprach.

Die Geigerin Yamei Yu studierte in Peking und München und absolvierte ihr Konzertexamen in Berlin bei Christoph Poppen. Wichtige Impulse verdankt sie auch Ulf Hoelscher und Dénes Zsigmondy. Yamei Yu wurde bei verschiedenen renommierten Wettbewerben ausgezeichnet - unter anderem bei der Tibor Varga Competition Sion, den Wettbewerben Louis Spohr und Leopold Mozart und dem Musikwettbewerb der ARD. Als Solistin und in kammermusikalischen Ensembles gastierte sie bei wichtigen internationalen Festivals.

Von 1996 bis 2001 war Yamei Yu Erste Konzertmeisterin der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Generalmusikdirektor Yakov Kreizberg, von 2001 bis 2009 spielte sie in gleicher Position im Bayerischen Staatsorchester in München unter den Generalmusikdirektoren Zubin Mehta und anschließend Kent Nagano. Seit Ende 2009 ist Yamei Yu Professorin an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf und spielt eine Violine von Goffriller aus dem Jahre 1730.

Der Cellist Michael Groß war Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und des deutschen Musikrates. Seinem Studium bei Ludwig Hölscher und Antonio Janigro an der Staatlichen Musikhochschule Stuttgart sowie bei Pierre Fournier in Genf folgten Preise beim internationalen Kammermusikwettbewerb Maria Canals von Barcelona, beim Wettbewerb der deutschen Musikhochschulen und der erste Platz beim Florentiner Premio Vittorio Gui 1980.

Michael Groß ist seit 1979 Solocellist der Stuttgarter Staatsoper und gehörte 1983 zu den Gründungsmitgliedern des Trio Parnassus. Darüber hinaus ist er künstlerischer Leiter der Sint Pieters Akademie. Michael Groß spielt ein Violoncello von Testore (um 1700).

Henri Sigfridsson, 1974 geboren, studierte am Konservatorium von Turku im heimischen Finnland. Weitere Studien führten ihn an die Sibelius-Akademie Helsinki, nach Köln und Weimar. Als Krönung seiner Wettbewerbserfolge ist die Beethoven Competition Bonn 2005 anzusehen, bei der er den ersten Preis, den Publikumspreis und den Kammermusikpreis gewann. Sigfridsson konnte auch den internationalen "Franz Liszt Wettbewerb" in Weimar (1994) und den großen skandinavischen Wettbewerb "The Nordic Soloist Competition" (1995) für sich entscheiden. Beim renommierten Geza Anda Wettbewerb in Zürich (2000) wurde er mit dem zweiten Preis und dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Sigfridsson hat sich auf vielen wichtigen Konzertpodien Europas etabliert: Als Solist trat er unter anderem im Tonhalle Orchester Zürich, den St. Petersburger Philharmoniker und der Weimarer Staatskapelle auf. Seit 2000 führen ihn regelmäßig Einladungen nach Japan. Seit 2011 hat Henri Sigfridsson eine Professur an der Folkwang Musikhochschule Essen inne, und soeben wurde er zum neuen künstlerischen Leiter des internationalen Musikfestivals Korsholm in Finnland ernannt. Seit diesem Jahr ist er Mitglied des Trio Parnassus.Info Karten zu 12 Euro gibt es an der Konzertkasse ab 19.30 Uhr. Nummerierte Karten sind im Vorverkauf bei der Touristik Information sowie online auf www.gdm-muensingen.de erhältlich.

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