Das Alter sieht man ihr nicht an Agnes Frasch wird heute 90 Jahre alt

Heute vor neun Jahrzehnten erblickte Agnes Frasch das Licht der Welt. Die Jubilarin ist überzeugt, dass nicht Tabletten, sondern Bescheidenheit und "fleißiges Schaffa" beim gesunden Altwerden helfen.

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Agnes Frasch liest noch immer jeden Tag Zeitung. Foto: Sabine Zeller-Rauscher

Über ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk durfte sich Christine Frasch am 26. Januar 1923 freuen. An ihrem 28. Geburtstag gebar die Magolsheimer Bäuerin Tochter Agnes, die seither in ihrem Geburtshaus lebt. Dass die Jubilarin bereits 90 Jahre auf dem Buckel hat, sieht ihr niemand an. Mindestens zehn Jahre jünger würden sie wohl die meisten Mitmenschen schätzen.

Auch wenn das Geburtstagskind noch nie in ihrem Leben im Besitz eines Nagellacks oder Lippenstiftes war, legt sie dennoch Wert auf ihr Äußeres. Sauber muss alles sein. Auch in der Wohnung, wo selbst Adleraugen schwer tun würden, ein Staubkörnchen zu entdecken. Fürs Staubwischen und Putzen zeigt sie sich übrigens wie fürs Kochen - am liebsten Apfelkratzede - auch im hohen Alter noch selbst verantwortlich. Am Wochenende jedoch, wenn alles erledigt ist, lässt sie sich gerne von ihrer Nichte Helga und deren Mann Wilhelm Ruopp in Trailfingen verwöhnen.

Die Trailfinger Verwandtschaft war auch eine große Stütze in der schweren Lebensphase, welche Agnes Frasch im letzten Jahr einholte. Zehn Tage vor ihrem 89. Geburtstag spürte sie plötzlich beim Aussteigen aus der Dusche einen Druck im Kopf. "Ich konnte von jetzt auf nachher nicht mehr sprechen", erinnert sich Agnes Frasch. Diagnose: Schlaganfall.

Nach der Reha in Bad Urach, legte sie noch eine halbjährige Zwischenstation bei Nichte Helga ein. Als sie sich jedoch wieder einigermaßen sicher auf ihren Beinen fühlte, zog es sie wieder in ihr geliebtes Geburtshaus, in dem sie bis zum Schluss ihren Lebensabend verbringen will. "Aus Magolsheim hätten mich wohl keine 1000 Pferde wegbekommen". Wie das Saubermachen gehört auch das täglichen Lesen des ALB BOTE zum Tagesablauf der Neunzigjährigen. Dass dies noch ohne Brille geschieht, darüber freut sich die Jubilarin ganz besonders.

Nachbarin Klara Warwel bringt ihr den regionalen Lesestoff frei Haus an den Wohnzimmertisch und nutzt dabei immer die Gelegenheit für ein kleines Schwätzchen. Die Tatsache, dass sie im Alter durch ihre Trailfinger Verwandtschaft und die guten Nachbarn so gute Zuwendung erfährt, macht Agnes Frasch mehr als zufrieden.

Überhaupt zählt sie die Zufriedenheit wie auch die Arbeit, die sie zeitlebens begleiteten zu den wichtigsten Bausteinen in ihrem langen Leben. Verheiratet war Agnes Frasch, die als dritte von sechs Geschwistern geboren wurde nie. Schon als Kind half sie tatkräftig in der Landwirtschaft ihrer Eltern mit.

Später, als die Eltern krank wurden, übernahm sie deren Pflege, bevor sie in Laichingen als Näherin arbeite. Gerne erinnert sie sich auch an ihr Arbeitsleben bei der Standortverwaltung, wo sie 18 Jahre lang für saubere Räume und die Essensausgabe sorgte. Im Rentenalter gings dann gleich dreimal in den Urlaub nach Italien. Denkt sie an die herrlichen Wochen am Gardasee zurück, beginnen ihre blauen Augen vor lauter freudiger Erinnerung zu glänzen.

Blickt man auf 90 Lebensjahre zurück, gibts jedoch nicht nur Schönes zu berichten. In schrecklicher Erinnerung hat Agnes Frasch die Kriegszeit, wo zwei ihrer Brüder ihr Leben lassen mussten und den Tag, an dem ihre Schwester Anna als 13-Jährige plötzlich an einem Hirnschlag verstarb. Otto der "kleine, 80-jährige Bruder" der Jubilarin lebt in Meidelstetten und freut sich in den vielen Telefonaten immer wieder mit seiner Schwester, dass sie im Alter noch so gut beieinander ist und dass sie so gut versorgt ist.

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