Bizarre Skulpturen und stille Fotografien

Unter dem Titel "WaldReich" ist im Biosphärenzentrum Münsingen derzeit eine Ausstellung zu sehen, die den Lebensraum Wald in den Mittelpunkt stellt. Jetzt wurde die Fotografie- und Skulpturenschau eröffnet.

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"WaldReich" - man kann dabei an Zauberwald und Feenreich denken, aber auch an Möbelbau und Holzpellets. Wahrnehmung ist eben vielfältig. Entsprechend vielseitig ist auch die aktuelle Ausstellung im Biosphärenzentrum Schwäbische Alb: Christoph von Haussens Fotografien und Heidi Grafs Wurzelobjekte rücken den Wald in eine ebenso fantasie- wie geheimnisvolle künstlerische Welt.

Zur Vernissage der Ausstellung begrüßte Jochen Rominger vom Biosphärenzentrum am Freitagabend nur eine überschaubare Gästezahl. Gleichwohl freute er sich, dass diese der Einladung gefolgt waren. Man wolle, so ergänzte Rominger in seiner Begrüßung, mit der Ausstellung den Lebensraum Wald würdigen und die Besonderheiten des Waldes in den Fokus stellen.

Die Esslinger Künstlerin Heidi Graf und ihre knorrigen Wurzel-Exponate nehmen sich dabei eher den bewegten Dingen an, die Fotografien von Christoph von Haussen hingegen repräsentieren mehr die stille Seite des Waldes, charakterisierte Kunsthistorikerin Susanne Lüdtke in ihrer Einführung zur Ausstellung. Sie brachte den Gästen den "Mythos Deutscher Wald" zunächst auf historische Weise näher.

Mythisch und mystisch fesseln den Betrachter auch die Exponate. Knorrige Wurzeln hat Heidi Graf in bizarre Skulpturen verwandelt, die mal feengleich tanzen, mal zerbrechlich schweben oder auch an unheimliche Fabelwesen erinnern. Bewusst tragen die Wurzelskulpturen keine Titel: Die Fantasie der Ausstellungsbesucher soll und darf eigene Wege gehen. Gleichzeitig geht es Graf auch um das Thema Entwurzelung und die Suche nach den eigenen Wurzeln. Eine Kofferinstallation erinnert an Flucht und Vertreibung und gibt ihren Wurzelexponaten damit auch einen aktuellen Bezug.

Stille, einsame und mystische Stimmungen faszinieren den Betrachter dagegen bei Christoph von Haussens Fotografien. Spannende Perspektiven, reduzierte Farben, ungewöhnliche Ausschnitte und außergewöhnliche Stimmungen machen die Bilder des Fotografen aus Weilheim/Teck zu Kunstwerken von sehr eigener und geheimnisvoller Schönheit.

Alle Bilder hat der renommierte Fotograf auf der Schwäbischen Alb aufgenommen: Einsame, alte Baum-Individuen, in den Himmel wachsende Baumwipfel, satt grüner Moosboden unter dunklen Stämmen, Herbstwald, der sich im Nebel verliert, zierlich verspielte Schönheiten, fast wie gemalt. Aber auch Sturm, Regen, Schnee und Unwetter sind von Haussens Begleiter und geben seinen Wald-Bildern eine oftmals düster-bedrohliche Stille und Einsamkeit.

Interessierten gibt die Ausstellung "WaldReich" noch bis zum 14. September Einblicke in die künstlerische Welt des Waldes.

Info Das Biosphärenzentrum Schwäbische Alb im Alten Lager Münsingen (Von der Osten Straße 4) ist täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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