Bislang noch keine Meldung

Feucht und warm - das ist das ideale Wetter für die Zecken. Und der milde Winter hat ihrer Entwicklung nur Vorschub geleistet.

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Doch es gibt keinen Grund zur Panik sagt Stefan Brockmann, Geschäftsstellenleiter Infektion beim Kreisgesundheitsamt in Reutlingen. Der Landkreis Reutlingen ist zwar schon seit einigen Jahren im Atlas des Robert-Koch-Instituts für die FSME-Infektionsgefahr in der Stufe Rot - also höchste Gefahr - ausgewiesen, tatsächlich ist die Zahl der bekannten FSME-Fälle eher gering. So liegen Brockmann für das Jahr 2016 - freilich hat die eigentliche Zeckensaison erst begonnen - noch keine Meldungen vor. Aber Brockmann weiß auch, dass es in 2015 keinen einzigen Fall gegeben hat. 2014 waren beim Gesundheitsamt des Kreises zwei Fälle registriert worden, das Jahr davor sechs, so der Mediziner. In 2010 und 2011 hatte es jeweils drei Meldungen gegeben. Die Farbzuweisung im Robert-Koch-Atlas orientiere sich an den FSME-Meldefällen - einer auf 100 000 Einwohner. Für den Kreis bedeuten somit 2,8 Fälle die Farbe "Rot", so Brockmann weiter. Dass der Landkreis im Atlas "Rot" erscheine mache Sinn, sagt der Mediziner, "schließlich ist eine FSME-Erkrankung nicht zu unterschätzen, aber es gibt eine Impfung. Doch auch hier warnt Brockmann vor einem Zeckenwahn. Als Impfklientel sieht er Wald- und Forstarbeiter, Jäger, Wanderer in Wald und auch Hundeführer, die gerne durch das Unterholz streifen.

FSME ist eine Krankheit, die Zecken übertragen können. Fast häufiger als diese Virenübertragung ist aber die Übertragung von Bakterien, die zur Borreliose (Gelenkentzündungen) führen kann. Trägt nicht einmal jede zehnte Zecke den FSME-Virus in sich, haben von 100 Zecken gut 15 die Borreliose-Bakterien, sagt Brockmann. Dagegen gibt es keine Impfung, allerdings lasse sich der Stich eines infizierten Blutsaugers leicht ausmachen. "Um die Stichstelle Biss entsteht ein dunkler roter Fleck, eine sogenannte Wanderröte", so Brockmann, das könne der Hausarzt umgehend mit Antibiotika behandeln. Sitzt dann doch eine Zecke fest, kann man die mit einer speziellen Zeckenzange, einer normalen Pinzette oder einer Sicherheitsnadel entfernen, erklärt Brockmann. Der Volksmund kennt zwar viele Entfernungszeremonielle (Klebstoff oder Öl auf das Hinterteil), davon hält Brockmann aber gar nichts, "auch muss man weder nach rechts oder links drehen". Wird die Zecke gequetscht, könne sie mehr Viren oder Bakterien in die Bissstelle einspritzen, weiß der Reutlinger Experte.

Zecken: Vorkommen und Wirtsfindung

Die Zecken (Ixodida) sind eine Ordnung der Milben (Acari), die der Überordnung Parasitiformes zugeordnet werden. Unter den Zecken finden sich die größten Milbenarten. Alle Arten sind blutsaugende Ektoparasiten an Wirbeltieren, darunter auch dem Menschen. Viele Zeckenarten sind bedeutende Krankheitsüberträger. 2004 waren weltweit 900 Zeckenarten bekannt.

Zur Wirtsfindung klettern die Zecken auf eine Pflanze (Grashalm oder Busch) und halten sich mit den Hinterbeinen fest. Das vordere Beinpaar strecken sie in einer T-Form nach vorne. Sobald sie von einem potenziellem Wirt berührt werden, halten sie sich an diesem fest.

Im Landkreis Reutlingen findet sich in erster Linie der Gemeine Holzbock, sporadisch kommen auch Schaf- und Hundzecken vor.

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