Biosphärenchor probt für Kunstbiennale Interim

Das Jurameer wogt, hindurch schwimmt der Ichthyosaurier: Die Alb als prähistorische Landschaft, eingefangen in einem halbminütigen Klangbild. Am Dienstag hat der Biosphärenchor zum ersten Mal geprobt.

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  • Hat die Sänger im Blick: Bärbel Haarmann-Thiemann dirigiert den Biosphärenchor, der am Dienstag seine erste Probe hatte. Fotos: Ulrike Bührer-Zöfel 1/2
    Hat die Sänger im Blick: Bärbel Haarmann-Thiemann dirigiert den Biosphärenchor, der am Dienstag seine erste Probe hatte. Fotos: Ulrike Bührer-Zöfel
  • Susanne Hinkelbein (2. v. l.), Ulrike Böhme und Maren Scharpf am Dienstagabend im Gespräch mit den Sängern und beim Organisieren rund um die Probentermine für den Biosphärenchor. 2/2
    Susanne Hinkelbein (2. v. l.), Ulrike Böhme und Maren Scharpf am Dienstagabend im Gespräch mit den Sängern und beim Organisieren rund um die Probentermine für den Biosphärenchor.
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Am Ende gab es dann auch gleich Lob: Beide Daumen von Susanne Hinkelbein gingen nach oben. Die Hohensteiner Künstlerin komponiert und textet die Geschichte der Alb für die Kunstbiennale Interim im Sommer im Alten Lager.

Von der Eiszeit über Mittelalter bis hin zum Unesco-ausgezeichneten Biosphärengebiet soll der Chor die Entwicklungen zum Klingen bringen: Wörter werden zum wogenden Jurameer, fetzig kommen die "Ritter vom Lautertal" daher, im Tango geht der "Kastellan von Dottingen" mit seiner Burg unter. "Und für die "Flöte vom Hohle Fels" schreibe ich grad noch richtig schwer Noten", sagt Susanne Hinkelbein.

Denn der Chor tritt nicht immer a capella auf, er wird häufig von Instrumenten begleitet, wechselnden - E-Gitarre, Saxophon, Trompete, Harmonium, Harfe . . . Und er ist immer im Dialog mit einem Schauspieler, der durch die Alb-Zeiten führt und die Sänger immer wieder auffordert "Laßt hören eure Stimmen" oder "Was wisset ihr darüber". Deshalb sollten die Chormitglieder ihre Texte auch auswendig können, denn ein Dialog bei dem alle ins Blatt gucken, macht sich nicht gut.

Insgesamt 13 Minuten dauert der Chorauftritt, und das an jedem der neun Veranstaltungsabende vier Mal. Denn in vier Gruppen wird das Publikum von Schauspielführern zu den zwölf Stationen, die im Alten Lager verteilt sind, geleitet. "Und die tollste Location überhaupt hat der Chor", sagt Ulrike Böhme, zusammen mit Susanne Hinkelbein Kuratorin des Kunst-Events. Es ist das alte Feuerwehrhaus, das hat Rolltore, und auch die spielen im Gesamtkunstwerk eine Rolle.

Am Dirigentenpult des Biosphärenchores steht Bärbel Haarmann-Thiemann. Die Chorleiterin aus Trochtelfingen sammelt mit dem Projektchor auch neue Erfahrungen, geht "ganz frohgemut" an die Arbeit, freut sich auf die "interessanten, farbigen Stücke", von denen sie "bis vor einer Woche keine Note gesehen" hat.

Noch nie gesehen haben die Besucher auch die Werke der sechs Bildenden Künstler. Denn ihre Installationen sind neu, eigens für die Interim geschaffen.

Dass die Performance bunt und vielfältig wird - dafür sorgt unter anderem auch ein Jazzer, der in der ehemaligen Küche Musik auf Rohren und Dunstabzugshauben macht, sowie die Schauspieler des Melchinger Lindenhofs und des Stuttgarter Theaters Lockstoff.

Friseursalon, Pferdestall, Kapelle und Freigelände: Nicht nur an den drei Wochenenden, sondern auch tagsüber bleibt das Alte Lager vom 21. Juni bis 7. Juli ein Gesamtkunstwerk, Besucher willkommen. Fürs Tagesprogramm haben die beiden Organisatorinnen unter anderem die Münsinger Schulen, die BruderhausDiakonie und Medienkünstler Wolf Nkole Helze gewinnen können.

Der Vorverkauf beginnt am 21. März. "Da werden wir auch zusammen mit Bürgermeister Münzing die Interimsfahnen hissen", sagt Ulrike Böhme.

Info Wer Lust hat, beim Biosphärenchor mitzusingen, kann sich noch anmelden. Chorerfahrung braucht man nicht. Geprobt wird demnächst an fünf Dienstagabenden in Münsingen. Die nächste Probe ist am 7. Mai. Die Aufführungen sind an den beiden letzten Juni- und am ersten Juliwochenende.

Wer im Chor mitsingt, bekommt für die Generalprobe am 20. Juni eine Freikarte sowie eine Eintrittskarte fürs Tagesprogramm.

Anmeldung bei Maren Scharpf, scharpf@interim-biennale.de,

Telefon: 0 73 83/94 21 51.

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