Bildungszentrum mit Potenzial

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MARIA BLOCHING

„Das Schulzentrum im Lautertal befindet sich in einem der schönsten Täler der Bundesrepublik Deutschland“, sagte Bürgermeister Mike Münzing. Inmitten des Biosphärengebiets, in einer Landschaft par excellence, werde Bildung und Kultur vermittelt, im Zentrum stehe der Mensch. „Das Potenzial dieser Schule sind all die Akteure, die hierher kommen und Leben rein bringen. Die Stadt Münsingen sei Trägerin von vier dezentralen Bildungsstandorten, obwohl Zentralität ohne Zweifel wirtschaftlicher wäre. Mit der Investition von Millionen haben wir in den letzten Jahren gezeigt, dass wir den Sport-, Bildungs-, Bewegungs- und Kulturraum an diesem Standort erhalten wollen“. Aus dem „Schulzentrum im Lautertal“ sei durch die Eingliederung des Kindergartens das „Bildungszentrum im Lautertal“ geworden, für das gemeinsam Konzepte entwickelt wurden.

2,8 Millionen Euro fließen aus kommunalen Mitteln jedes Jahr in den laufenden Betrieb aller städtischen Schulen: „Bildung ist ein wichtiges Thema und es gibt kein Jahr im kommunalen Haushalt ohne ein Schulprojekt“. Jahr für Jahr würden rund ein bis zwei Millionen Euro in unterschiedliche Einrichtungen investiert, auch am Lautertalstandort stünden mit der leer stehenden Hausmeisterwohnung weitere Baumaßnahmen an.

Arnd Brändle, Schulleiter der Grundschule, äußerte den Wunsch nach einer Ganztagesschule und nach mehr Kleingruppenräumen für eine bessere Förderung einzelner Schüler, insbesondere auch im Hinblick auf das Unterrichten von Flüchtlingskindern. Rudolf Teuffel, Schulleiter der Gustav-Heinemann-Schule, ging auf die veränderten Angebote in der Sonderpädagogik ein: „Wir haben zusätzlich zum Bildungsauftrag noch einen Beratungsauftrag hinzubekommen“. Dass die Kooperation von Grundschule, Gustav-Heinemann-Schule wie auch Erich-Kästner-Schule mit Sprachförderung hervorragend funktioniert, machten die Ausführungen der Elternvertreterin Tina Stalder wie auch der Schülervertreter Marc Groß und Catharina Aichele deutlich. Man kenne sich, arbeite gut miteinander zusammen und führe gemeinsame Projekte durch. „Und wenn es mal Streit gibt, wird das geregelt und wir vertragen uns wieder“, sagte Marc Groß.

Gebaut wurde die Schule vor 50 Jahren von den damals selbständigen Ortschaften Hundersingen und Buttenhausen. Die Hinzuziehung von Schülern der katholischen Dörfer Gundelfingen, Bichishausen, Bremelau und Dürrenstetten brachte konfessionelle Auseinandersetzungen mit sich. Davon ist heute schon lange nichts mehr zu spüren. „Schon vor vielen Jahren war die Ökumene an dieser Schule ein Thema“, erinnerte sich Pfarrer Matthias Backhaus.

Bei der Erziehung und Bildung müsse die Bildung von Persönlichkeit im Mittelpunkt stehen. „Dafür sind hier die Voraussetzungen bestens“. Laut Schulamtsleiter Roland Hocker ist es aber nicht immer ganz einfach, junge Lehrer für den ländlichen Raum zu gewinnen. „Aber wir brauchen Menschen vor Ort, die Verantwortung tragen und wissen, was gebraucht wird“.

Mit Arnd Brändle und Rudolf Teuffel verfüge das Schulzentrum über „zwei Pfundskerle“, die der Führung eine Struktur geben. Dies sei ein „zukunftsträchtiger Standort“ und er hoffe, dass auch in vielen Jahren noch Schüler – gleich welchen Status – jene Hilfe bekommen, die sie benötigen.

Damit die Schule im Lautertal auch noch in 50 Jahren Bestand hat, gilt es laut Arnd Brändle „heute die richtigen Entscheidungen zu treffen“. Rudolf Teuffel wünschte sich „AdsuK“: „Alles dreht sich um Kinder“.

Früher gab es kaum Berührungspunkte der hier beheimateten Grundschule und Förderschule, das jedoch gehört längst der Vergangenheit an. Im Laufe der Jahre näherte man sich an, heute versteht sich das Schulzentrum als eine Einheit, wie dieses bunte Schulfest zeigte.

Der offizielle Teil wurde vom großen Schulchor mit Schüler aller Schulen und Kindergartenkinder musikalisch umrahmt. 30 Kinder, darunter auch Flüchtlingskinder, führten einen Tanz auf. Danach wurde ein buntes und unterhaltsames Schulfest gefeiert. Sofern es der immer wieder einsetzende Regen zuließ, gab es Spiel-, Bewegungs- und Mitmachangebote. Höhepunkt war am Nachmittag der Sponsorenlauf zu Gunsten des Fördervereins der Gustav-Heinemann-Schule, bei dem insgesamt 650 Euro erlaufen wurden.

Bereits im Vorfeld hatte Pfarrer Siegfried Kühnle, dessen Frau Ursula Bogner-Kühnle Vorsitzende des Fördervereins ist, rund 3000 Euro von Sponsoren zusammengetragen.

Er machte sich deshalb Runde für Runde auf, um seinen Beitrag zu leisten. Weitere Spenden kamen noch hinzu, sodass an diesem Nachmittag rund 4500 Euro in die Kasse des Fördervereins gespült wurde.

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