Bewertungskommission in Mehrstetten

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Wie der Mehrstetter Marktplatz zu einem richtigen Ortsmittelpunkt werden soll – das erläuterte Bürgermeisterin Franziska Höchstädter (r.) gestern den Mitgliedern der Bezirkskommission von „Unser Dorf hat Zukunft“.  Foto: 

Für Bürgermeisterin Franziska Höchstädter ist klar, dass „die Zukunft schnell auf uns zukommt, dass wir am Puls der Zeit bleiben müssen, um nichts zu verpassen“.  Wie das konkret in Mehrstetten aussieht, schilderte sie gestern Vormittag der Bezirkskommission  „Unser Dorf hat Zukunft“. Ganz oben auf der  Liste – und schon weit in der Planung fortgeschritten – ist das DORV-Zentrum, in dem unter anderem Laden, Wohnung, Dienstleistungsangebote und Physiopraxis  die örtliche Nahversorgung sicherstellen sollen (wir haben ausführlich berichtet). Erste Vorschläge, wie das „ortsbildprägende Gebäude“ aussehen soll,  konnte die Bürgermeisterin den sechs Kommissionsmitgliedern präsentieren. Jessica Beck vom DORV-Team  gab einen Überblick zum aktuellen Stand des Projekts, betonte  wie wichtig  das „für die Dorfgemeinschaft ist“.  Dass  es auch „Miesepeter gibt“, die nichts  davon halten, schreckt das Team nicht ab. „Die müssen wir eben überzeugen.“

Damit aber  der Marktplatz zu einem richtigen Ortsmittelpunkt, Treff sowohl für Senioren als auch für junge Familien wird, braucht es mehr. Altersgerechtes Wohnen und Pflege-WG sind da ebenso Stichwörter wie  ein Café, ein Kommunikationstreff, eine  E-Ladesäule. Um diese und weitere Ideen umsetzen zu können, will die Gemeinde Gebäude am Marktplatz kaufen. Und da sieht es gut aus, so Höchstädter. Sie sei bereits in Verhandlung mit verschiedenen Eigentümern.

Wer sein Dorf lebendig halten möchte, braucht  Bau- und Arbeitsplätze  – auch ein Kriterium (siehe Infokasten), will man im Wettbewerb punkten.   Wohnen in Mehrstetten ist gefragt, „allein im Juli hatte ich 20 Bauanfragen“, erzählte Höchstädter. Erfreulich daran, auch innerorts tut sich was, Baulücken werden geschlossen. Und für die 22 Bauplätze, die jetzt in Westerweisen-West ausgewiesen werden, gibt es „schon sechs Reservierungen und  viele Anfragen“.

 Ohne schnelles Internet ist alles nichts. Das wollen die Bürger, die Betriebe, vor allem die zwei großen im Ort,  brauchen es. Nächstes Jahr schon geht es mit der Verkabelung los.  Vielleicht ein Anreiz, dass sich weitere Firmen ansiedeln, Gelände dafür hat die Gemeinde in petto.

Dass  die Bürger engagiert im Dorf dabei sind, ehrenamtlich – dafür ist Mehrstetten bekannt. Zahlen belegen das: Der Ort hat 1400 Einwohner, die Vereine zählen 2000 Mitglieder. Große, überregional bekannte, Events wie Sportwoche und Juze-Hock gehören zum Jahresprogramm. Wo der Albverein überall auf der Gemarkung tätig ist, führte dessen Vorsitzende Liesel Hummel aus. Zum großen Projekt, dem „Hommeler-Wanderweg“, gab’s eine Animation. Und dann ist da auch der Asylkreis. Er kümmert sich um die syrischen und afghanischen Familien.  Die Mitglieder stehen als Ersatz-Großeltern bereit, geben Deutschunterricht, begleiten zu Anwälten, fahren wie erst jetzt „jeden Tag ins Krankenhaus zu einem Frühchen“, berichtete Höchstädter.

 Nach der Theorie im Rathaus, machte sich die Kommission bei Wind und Regen auf, um bei einem Dorfrundgang  zu erfahren, wo denn die einzelnen Projekte in die Tat umgesetzt werden sollen. Da war auch das „Erziehungsgebiet“, so die Bürgermeisterin, eine interessante Anlaufstelle: Die Grundschule, in der gestern die Erstklässler willkommen geheißen wurden, ist seit diesem Schuljahr  Ganztagsschule. Und der benachbarte Kindergarten wird erweitert – der Nachwuchs für die Zukunft ist also da.

Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, früher „Unser Dorf soll schöner werden“, wird vom Landesministerium  für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ausgeschrieben.
Ein Grundsatz für die Teilnehmer: „Es geht um die individuelle Entwicklung Ihres Dorfes, darum, was Sie als Dorfgemeinschaft aus dem vorhandenen Potenzial über die Jahre gemacht haben und wie Sie sich die weitere Zukunft Ihres Dorfes vorstellen.
Honoriert wird in erster Linie die Qualität von eingeleiteten Entwicklungsschritten und nicht das erreichte Niveau.“

Auf Bezirksebene machen diesmal sieben Teilnehmer mit. Mehrstetten ist die einzige selbstständige Gemeinde, die anderen sind Ortsteile: Ehingen-Dächingen, Reutlingen-Reicheneck, Leibertingen-Thalheim, Hechingen-Stetten und -Bechtholdsweiler sowie Rottenburg- Eckenweiler.

Bewertet wird die Zukunftsfähigkeit der Gemeinden nach folgenden vier Kriterien:
Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und Siedlungsentwicklung, Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft.

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