Andreas Bosch: „Ich will nicht alles über den Haufen werfen“

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    Gestern war Schulvollversammlung der Gustav-Mesmer-Realschule in der Alenberghalle. Foto: 
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    Neues Realschule-Leiterduo: Matthias Etzel (links) und Andreas Bosch. Foto: 
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Die Ferien sind vorbei, für Schülerinnen und Schüler sowie gleichermaßen Lehrerinnen und Lehrer hat wieder der Alltag begonnen. Und doch ist an der Münsinger Gustav-Mesmer-Realschule zunächst einmal vieles nicht alltäglich. Nach der Verabschiedung von Schulleiterin Magdalena Kalbfell und dem Ausscheiden von Konrektor Thorsten Rudolph gibt es ein ganz neues Leitungsteam. Neuer Schulleiter ist Andreas Bosch, sein Stellvertreter Matthias Etzel.

Letzterer musste sich gestern bei der Schul-Vollversammlung in der Alenberghalle nur noch den Fünftklässlern vorstellen, ist er doch schon seit zwölf Jahren Mitglied des Kollegiums. Seit numehr 17 Jahren ist der Böhringer als Lehrer tätig, zuvor im Bodenseeraum.

„Einfühlen und eindenken“

Ein noch unbeschriebenes Blatt ist  der neue „Chef“ an der Gustav-Mesmer-Realschule. Dabei ist es Andreas Bosch wichtig, dass er nicht als Chef im strengen Sinne wahrgenommen wird, der alles ändern oder gar besser machen wolle: „Ihr kennt die Schule besser als ich“, beantwortete er die Frage einer Schülerin, was er denn alles ändern wolle. Ihm liege am Herzen, die Offenheit, Freundlichkeit, den Stolz auf die Schule, der sich in den vergangenen Jahre entwickelt habe, weiterzuführen: „Ich will nicht alles über den Haufen werfen, muss mich hier erst einfühlen und eindenken“, betonte Bosch. Er war in den vergangenen Jahren Schulleiter im badischen Wehr, zunächst an der Realschule, dann an der sich neu bildenden Gemeinschaftsschule. Dass es den gebürtigen Freiburger, der in Titisee-Neustadt aufgewachsen ist, jetzt auf die Alb verschlagen hat, ist der familiären Situation geschuldet. Boschs Frau Stefanie stammt aus Unterhausen. Mit Rosalie hat das Paar eine eineinhalbjährige Tochter: „Wir haben uns überlegt, wo wir unseren Lebensmittelpunkt haben wollen und uns entschlossen, den Schritt ins Württembergische zu wagen“, so Bosch im Gespräch mit unserer Zeitung. Vom Schulamt habe er erfahren, dass die Schulleiterstelle in Münsingen frei werde, über die Schule nur Gutes gehört und deshalb seinen Hut in den Ring geworfen.

„Ich bin in Münsingen äußerst freundlich empfangen worden, vom Kollegium, von der Stadt, von den Schülern“, freut sich Bosch. Es herrsche ein familiäres Wir-Gefühl, der Geist der Offenheit sei spürbar: „Ich habe überall offene Türen vorgefunden“. Ihm sei es ein großes Anliegen, den Standard dieser „ausgezeichneten Schule“ halten zu können und weiter zu entwickeln. Eine erste Zielsetzung sei es jetzt, den neuen Bildungsplan umzusetzen, der neue Fächer mit sich bringe wie etwa die Wirtschafts-, Berufs- und Studienorientierung. Es gehe künftig auch um den Umgang mit der zunehmenden Heterogenität. Den Schulentwicklungsplan wolle man auf hohem Niveau weiterentwickeln, kündigte Bosch an.

Thema Handyverbot

Vor der Vollversammlung führten Bosch und Konrektor Matthias Etzel sowie Lehrerin Karen Marenke, die Ansprechpartnerin für die SMV ist, ein Gespräch mit zwei Schülern, Eva Mink und Niklas Böhm, beide aus der 10d. Bosch wollte in Erfahrung bringen, was die Schüler an ihrer Schule gut finden, was verbessert werden könnte. Es gab wenig zu bekritteln für die Schüler, die es klasse fanden, dass es ein digitales Schwarzes Brett und Aktionstage sowie viele AGs gibt. Großer Wunsch der Schüler: Das strikte Handyverbot möge in der Mittagspause zwischen 12.50 und 14.10 Uhr aufgehoben werden. Auch würden sie an kalten Herbst- und Wintertagen die große Pause lieber häufiger im Schulgebäude verbringen dürfen. Anliegen, die jetzt von der SMV eingebracht werden sollen und im Kollegium diskutiert würden, versprach Matthias Etzel.

Richtig voll war es anschließend in der Alenberghalle, als 553 Schülerinnen und Schüler aus 21 Klassen sowie 46 Lehrkräfte zusammenkamen. Zu den Schülerfragen an den neuen Schulleiter zählte die nach den Hobbies: Lesen, am liebsten Krimis, Reisen und Kochen nannte er an erster Stelle, dazu die Jagd. Vorgestellt wurden außerdem die beiden neuen Lehrerinnen Elisa Freimuth und Stefanie Pöhler.

Andreas Bosch ist 47 Jahre alt und im Schwarzwald in Titisee-Neustadt aufgewachsen. Nach Abitur und Zivildienst studierte er in Freiburg für das Realschul-Lehramt Englisch, Technik, Gemeinschaftskunde und Wirtschaftslehre. Sein Referendariat absolvierte er in Böblingen, besuchte in Reutlingen Seminare. Nach zweieinhalb Jahren Lehrertätigkeit in der Schweiz im Kanton Aargau kam er als Techniklehrer 2002 an die Realschule in Wehr in Südbaden. Er bildete sich gezielt weiter in Richtung Schulleitung, wurde 2008 Konrektor, später Rektor und war zuletzt drei Jahre lang Schulleiter der neu gebildeten Wehrer Gemeinschaftsschule. Jetzt wohnt er in Engstingen.

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